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Fast flächendeckendes Segnungsverbot

Württemberg: 4,6 Prozent der Gemeinden segnen Homo-Paare

Die homophobste evangelische Landeskirche hatte vor mehr als zwei Jahren beschlossen, dass auch gleichgeschlechtliche Liebe einen Segen verdient. Allerdings werden Homo-Paare bis heute nur vereinzelt willkommen geheißen.


Trauungen von Homo-Paaren sind im pietistischen Württemberg noch eine Illusion – aber wenn man schwul oder lesbisch ist, ist meistens nicht einmal eine Segnung möglich

Der württembergische Oberkirchenrat Ulrich Heckel hat laut einem Bericht von evangelisch.de am Wochenende in der Landessynode (Kirchenparlament) erklärt, dass nur in 56 der 1.209 Gemeinden die Segnung von homosexuellen Paaren möglich sei. Das entspricht einem Anteil von 4,6 Prozent. In 21 von 22 Gemeinden erhalten dagegen nur heterosexuelle Paare einen Segen. Bei 127 Gemeinden liefen laut dem Bericht aber Verfahren, in denen entschieden werden soll, ob Homosexuelle segnungwürdig sind.

Insgesamt habe es im ersten Jahr seit der Ermöglichung von Segnungsgottesdiensten ganze 36 dieser Feiern gegeben. Laut dem SWR fanden die meisten dieser Segnungen in der Prälatur Reutlingen statt.

Bis 2020 war die Segnung von homosexuellen Paaren in der württembergischen Landeskirche noch verboten. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle fast alle anderen Landeskirchen dieses Verbot bereits aufgehoben oder gar die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

75 Prozent der Gemeinden müssen homosegnungsfrei bleiben

Die württembergische Kirche konnte sich bei einer Synode vor mehr als zwei Jahren nur auf einen windelweichen Kompromiss bei Homo-Segnungen einigen: Nur wenn eine Supermehrheit des Kirchengemeinderates und die jeweiligen Pfarrer*innen zustimmen, dürfen Homo-Paare den Segen des Pfarrers oder der Pfarrerin erhalten. Zudem dürften die Segnungen höchstens in einem Viertel der Kirchengemeinden durchgeführt werden, drei Viertel müssten dagegen grundsätzlich am Segnungsverbot festhalten (queer.de berichtete).

Eigentlich hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereits 2013 in einer Orientierungshilfe homosexuelle Paare als "gleichwertig" bezeichnet (queer.de berichtete). Dieses Dokument wurde aber von vielen konservativen Christ*innen nicht anerkannt.

Die Evangelische Landeskirche Württemberg befindet sich auf dem Territorium des alten Königreichs Württemberg. Ihr gehören knapp zwei Millionen Gläubige an und damit rund ein Drittel der Bevölkerung. (dk)



#1 Und nunAnonym
  • 07.07.2021, 13:38h
  • "Fast flächendeckendes Segnungsverbot"

    Na und?

    1. Auch "Segnung" ist fortgesetzte Diskriminierung, das "Trauungen" verboten bleiben.

    2. Kein erwachsener Mensch muss zahlendes Mitglied dieser Unrechtsorganisations sein.
    www.kirchenaustritt.de
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#2 AlexAnonym
  • 07.07.2021, 17:22h
  • "Allerdings werden Homo-Paare bis heute nur vereinzelt willkommen geheißen."

    Man ist nicht willkommen, wenn man nicht dieselben Rechte wie andere bekommt und mit irgendwelchen Aktionen zweiter Klasse abgespeist wird, die es schon lange für Tiere, Gebäude, Spielzeug und sogar Waffen gibt.
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