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Mit Regenbogenfahne auf der Bühne

Ukrainischer ESC-Sänger Mélovin outet sich

Vor drei Jahren kämpfte Mélovin in Lissabon um ESC-Punkte, am Wochenende machte er bei einem Open-Air-Festival in Kiew deutlich, dass er Männer und Frauen liebt.


Mélovin schwenkt nach Bussis mit Männlein und Weiblein die Regenbogenfahne

Der 24-jährige ukrainische Sänger Mélovin hat sich am Wochenende bei einem Open-Air-Musikfestival in Kiew geoutet. Der frühere Teilnehmer von "X Factor Ukraine" und des Eurovision Song Contests küsste auf der Bühne des "Atlas-Weekend"-Festivals zunächst eine Bandkollegin, danach einen Mann und schwang anschließend die Regenbogenfahne. Später erklärte Mélovin auf Instagram, er sei bisexuell.

Mélovin kritisierte, dass der Kuss bei der Liveübertragung des Events im Sender M1 nicht gezeigt wurde: "Mein offizielles Coming-out wurde geschnitten. Ein Video wurde nicht auf Youtube hochgeladen. Und alles nur, weil ich mein Innerstes gezeigt habe." Er bezeichnete den Schritt als Zensur.

Der private TV-Sender dementierte anschließend, dass der Sender die Szene aus Homophobie nicht gezeigt habe. "M1 unterstützt alle menschlichen Freiheiten und Rechte", erklärte ein Sendersprecher. Man habe aber nicht gewusst, dass sich Mélovin in der Live-Sendung outen wollte, und bereits vorher den Ablauf der Sendung anders geplant. Nach der Kritik lud der Sender am Dienstag ein Video mit den Szenen auf Youtube hoch. Außerdem gab M1 bekannt, man werde in Zukunft mit Mélovin in einem TV-Projekt zusammenarbeiten.

Mélovin gewann 2015 unter seinem bürgerlichen Namen Kostjantyn Botscharow die sechste Staffel der Castingshow "X Factor Ukraine".

Direktlink | Mélovin als Teenager bei der Castingshow "X-Factor"
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Danach veröffentlichte er mehrere Singles und gewann 2018 den ukrainischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit dem Titel "Under The Ladder" – dank des Televotings, in dem er sich weit vor den anderen Kandidat*innen platzierte. Der Song "Under the Ladder" qualifizierte sich fürs ESC-Finale in Lissabon und belegte dort den 17. Platz (im Televoting war er Siebter, beim Juryvote 26. und damit Letzter).

In der Ukraine ist Homosexualität seit der Loslösung von der Sowjetunion 1991 legal. Bis heute werden aber gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht anerkannt; das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe ist sogar in der ukrainischen Verfassung verankert. Zudem ist die Bevölkerung höchst LGBTI-feindlich eingestellt: Laut einer vergangenes Jahr veröffentlichten Umfrage sprechen sich nur 14 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer dafür aus, Homosexualität gesellschaftlich zu akzeptieren – in Deutschland sind es dagegen 86 Prozent. (dk)



#1 Conrad BreyerAnonym
  • 09.07.2021, 12:24h
  • Dass die Ehe in der ukrainischen Verfassung Mann und Frau vorbehalten ist, stimmt so nicht. Außerdem gibt es seit 2015 einen Aktionsplan, der registrierte gleichgeschlechtliche Partnerschaften vorsieht. Leider wird der nie umgesetzt, das ist ein Problem, aber die Akzeptanz wächst. Von den 17 Prozent sind wir längst weit entfernt. Laut der NGO Nash Mir ist im Vergleich zu 2016 die Zahl der Bürger*innen, die Toleranz als Grundwert betrachten, um sechs auf 31 Prozent gestiegen - dank einer sichtbaren Pride-Bewegung. Hier mehr:
    gay.org.ua/en/blog/category/situation-of-lgbt-in-ukraine/
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