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"Negative Auswirkungen auf Gesundheit, inklusive Tod"

US-Gesundheitsbehörde warnt vor Poppers

Die unter Schwulen beliebte Schnüffeldroge ist eine Gefahr für die Gesundheit, so die FDA.


Diese Warnung veröffentlichte die US-Arzneimittelbehörde auch auf ihrem Twitter-Profil (Bild: FDA)

Die amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA hat Ende Juni vor der Nutzung von Poppers gewarnt. Konsum der Schnüffeldroge könne zu "negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, inklusive Tod", führen.

Auf ihrer Website erklärte die "Food And Drug Administration", dass es "mehr Berichte über Tode oder Krankenhauseinweisungen" gebe. Folgen des Poppers-Konsums seien "Kopfschmerzen, Schwindel, höhere Körpertemperaturen, Schwierigkeiten beim Atmen, ein Abfall des Blutdrucks, Probleme mit Blutsauerstoffarmut und Hirntod". Auch auf sozialen Netzwerken wurde die Warnung verbreitet.

Twitter / US_FDA
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Poppers wird von Schwulen gerne als Schnüffeldroge beim Anal-Sex verwendet. Der Grund: Die Substanz hat eine muskelentspannende, schmerzlindernde und leicht euphorisierende Wirkung.

In Deutschland gilt Poppers als verschreibungspflichtiges Medikament, weil es früher gegen Herzbeschwerden angewandt wurde. Damit darf es nicht frei verkauft werden, der Besitz ist aber straffrei. Die deutsche Polizei hatte immer wieder Razzien in Sexshops durchgeführt, in denen das Produkt illegal angeboten wurde.

Poppers ist eine große Gefahr bei Nutzung mit anderen Mitteln oder bei Oral-Konsum

Die FDA empfiehlt Amerikaner*innen, Poppers "nicht für Freizeitnutzung oder sexuelle Stimulation" zu erwerben und sich der Risiken bewusst zu sein. Ähnliche Warnungen gibt es bereits seit Jahrzehnten, da das Schnüffeln in manchen Fällen nicht ungefährlich sein kann: Poppers gilt insbesondere als lebensbedrohlich, wenn es in Kombination mit Viagra eingenommen wird, da beide Substanzen den Blutdruck senken und die gemeinsame Anwendung einen Herzstillstand hervorrufen kann. Auch Schnüffeln in Verbindung mit Medikamenten und Drogen erhöht die Gefahr für das Herzkreislaufsystem. Die orale Einnahme der stark ätzenden Flüssigkeit ist außerdem immer lebensgefährlich – etwa wenn eine Person Poppers mit Schnaps verwechselt. Deswegen werden manchmal Todesfälle gemeldet, etwa im letzten Jahr aus Schottland (queer.de berichtete).

Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 schädigt Poppers-Konsum außerdem die Augen (queer.de berichtete).

Trotz der offensichtlichen Gefahren des Stoffs bei falscher Anwendung machten sich in sozialen Netzwerken viele Nutzer*innen über die Poppers-Warnung lustig.

Twitter / Slade | "[Das mag gefährlich sein], aber man kommt sooooooooooooooooo hart."
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Twitter / yosoymichael | "Wow, der CSD ist wirklich vorbei."
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Twitter / toekneepraysick | "Die FDA will doch nicht Poppers canceln" (dabei zeigt der Autor Bilder von "Jalapeño-Poppers", also einer frittierten mexikanischen Paprika)
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Auch andere Aktionen von amerikanischen Gesundheitsbehörden werden in sozialen Netzwerken veräppelt. Neuestes Beispiel ist eine unfreiwillig komische Kampagne der Seuchenschutzbehörde CDC, die Eltern darüber aufklärt, dass Kinder keine Schwimmbäder besuchen sollten, wenn sie Durchfall haben. Dazu erstellte die Behörde ein Comicfilm, in dem ein junges Mädchen eine Wasserrutsche herunterrutscht und dabei einen brauen Streifen hinterlässt. (dk)

Twitter / LaneAdams2
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#1 LotiAnonym
  • 09.07.2021, 13:50h
  • Ich habe es früher zwei dreimal probiert und es ist mir nicht bekommen. Zudem mochte ich diesen miefigen Geruch einfach nicht leiden. Wenn meine Sexpartner es verwendeten war mir das egal. Nur war dann auch Schluß mit dem Küssen.
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#2 StaffelbergblickAnonym
  • 09.07.2021, 14:47h
  • na das Thema ist doch nicht neu.
    Beim ersten Mal hatte ich den Eindruck, mir hält jemand seine alten ungewaschenen Socken unters Gesicht ... beim letzten Mal war eine solche Wolke im Raum, dass ich kollabierte.
    In medizinischen Berichten sind Todesfälle beschrieben, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Viagra, Cialis usw.
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#3 AlexAnonym
  • 09.07.2021, 15:27h
  • Wie immer macht die Dosis das Gift.

    Aber über die Dosis wird ja garnicht geredet! Will ja auch niemand so genau wissen. Es ist was chemisches, was Spaß macht, also muss es ja schädlich sein und gehört automatisch verboten.

    Es ist immer dieselbe Leier mit den Puritanern.
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#4 LotiAnonym
#5 Ja gutAnonym
#6 Frank19243
  • 09.07.2021, 17:25h
  • Antwort auf #3 von Alex
  • Ääääh, wo steht denn da was von "verboten"?

    Ich habe zweimal Poppers probiert und bin beide Male kurz nach dem ersten Schnüffeln kollabiert.
    Insofern halte ich eine Warnung für durchaus berechtigt. Dass einige sich davon nicht beeindrucken lassen, ist dann deren Sache ...
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#7 BaerchenProfil
  • 09.07.2021, 21:14hzuhause
  • Also ich mag das Zeug nicht, Sex ist schöner wenn man nicht zugedröhnt ist. Vor Jahrzehnten habe ich einmal ganz kurz daran gerochen...Bäh, pfui Deibel... ich persönlich fand es eklig, das roch wie alte Socken, ich weiß zwar nicht was viele daran finden, aber gut... jeder wie er mag.
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#8 LegatProfil
  • 09.07.2021, 21:56hFrankfurt am Main
  • Die Warnung der FDA klingt für mich nach einem ziemlich normalen Beipackzettel. Insbesondere Schmerz- und Betäubungsmittel, auch frei verkäufliche, haben sehr ähnliche Nebenwirkungen. Ich sehe hier also weder Anlass zu Panik, noch zu Empörung.

    "Poppers wird von Schwulen gerne als Schnüffeldroge beim Anal-Sex verwendet. Der Grund: Die Substanz hat eine muskelentspannende, schmerzlindernde und leicht euphorisierende Wirkung."

    Den Satz lese ich immer wenn es um Poppers geht. Was sich mir dabei nicht erschließt ist, warum man für passiven Analverkehr eine schmerzlindernde oder muskelentspannende Chemikalie bräuchte. Mit ein wenig Vorbereitung und später der entsprechenden Übung ist Analverkehr keinesfalls schmerzhaft, selbst bei großen Schwänzen nicht. Ich finde es daher unnötig immer wieder zu implizieren, man bräuchte dafür was schmerzlinderndes. Wenn es weh tut liegt das üblicherweise entweder daran, dass man sich aus unterschiedlichsten Gründen nicht gut entspannen kann oder man hat einfach zu schnell zu viel gewollt. Manche machen in der Tat auch den Fehler, kein oder ein unverträgliches Gleitmittel zu nehmen. Statt also immer wieder zu behaupten, empfangender Analverkehr würde grundsätzlich Schmerzen verursachen und man bräuchte da ein Mittel dagegen, sollte man lieber über Analverkehr richtig aufklären.

    PS: Dies ist nicht als Gegenargument zum Einsatz von Poppers zu verstehen. Dem Mittel stehe ich eher neutral gegenüber. Muss jeder selbst wissen.
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#9 Pu244Anonym
  • 10.07.2021, 01:22h
  • Antwort auf #3 von Alex
  • Das große Problem ist einfach, dass bei allen Medikamenten, die mit dem Gehirn auch nur irgendwie etwas machen, extrem umfangreiche Studien durchgeführt werden. Angefangen bei Tierversuchen, über Probandenstudien (Menschenversuche sagt man ja heute nicht mehr) bis hin zu einer Beobachtung im Klinikeinsatz. Dennoch wurde in der Vergangenheit ein Haufen Zeug wieder vom Markt genommen, da es üble Nebenwirkungen hatte.

    Hier bekommt man irgendwelches Zeug, in irgendeiner Qualität und irgendeiner Dosierung.

    Wer seinen Körper und besonders sein Hirn mag, der sollte zumindest von dem Zeug die Finger lassen. Auch irgend ein anderer hipper und neuer Mist ist oft gefährlich.
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#10 AnonymerAnonym
  • 10.07.2021, 05:25h
  • Antwort auf #8 von Legat
  • "...ist Analverkehr keinesfalls schmerzhaft, selbst bei großen Schwänzen nicht. [...] Wenn es weh tut liegt das üblicherweise entweder daran, dass man sich aus unterschiedlichsten Gründen nicht gut entspannen kann..."

    ...und genau für diese Entspannung, die man ggf. selbst nicht erzielen kann, wird dann eben Poppers verwendet. Sätze wie "du musst dich eben nur genügend entspannen" helfen im konkreten Fall wenig weiter.

    Es ist auch allgemein wenig zielführend, Bottoms unter noch größeren Leistungsdruck zu setzen.

    "oder man hat einfach zu schnell zu viel gewollt":

    Es gibt nämlich durchaus auch Tops, die zu schnell zu viel wollen. Leider bin ich sogar meistens an solche geraten. Es wird einfach erwartet, dass man als Bottom gut f***bar ist. Wenn der Bottom das nicht schafft, wird er als Versager, Weichei oder sonstwas beschimpft.

    Bspw werde ich nie vergessen, wie mich einmal ein Kerl mit einem sehr großen Schwanz unbedingt ficken wollte, obwohl ich das eigentlich nicht so gern wollte. Er tat es dann trotzdem (man kann dies auch Vergewaltigung nennen); das Resultat war, dass ich anfing, zu bluten - und dafür wurde ich dann auch noch beschimpft.

    Nun kannst du sagen: siehste, du warst eben nicht entspannt genug. Allerdings möchte ich dann gerne mal wissen, wie man sich in solchen Momenten gut entspannen können soll. Dass man Poppers nimmt, lassen meist sogar sehr dominante Tops noch zu. Also kann man sich auch dieses Hilfsmittels bedienen, um es wenigstens etwas weniger schmerzhaft zu machen.

    Dass da erhebliche Risiken bestehen, ist klar. Man muss halt wissen, wie man es anwendet und wo die (persönlichen) Grenzen sind. Mir ist das allerdings immer noch lieber, als bei (fast) jedem Sex ungewollte Schmerzen zu erleiden.
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