Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39410

Saarbrücken

LSU spricht sich gegen Queer-Beauftragten aus

Die Lesben und Schwulen in der Union sehen keinen Nutzen in einem städtischen Queer-Beauftragten. Queere Interessen werden in Saarbrücken derzeit von der Frauenbeauftragten behandelt.


Diese Grafik veröffentlichte die LSU Saar am Nachmittag auf ihrer Facebook-Seite (Bild: LSU Saar)

Der saarländische Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hat die Einrichtung eines "Queer-Beauftragten" durch die Stadt Saarbrücken abgelehnt. Man möchte lieber "eine echte Diskussion darüber führen, wie Interessen der LSBTIQ-Gemeinschaft in der Landeshauptstadt noch besser Gehör finden können", erklärte der Landesverband am Freitag in einer Pressemitteilung. "Das ist eher eine Frage von Entscheidungswegen und der bewussten Einbindung von Akteuren und Interessenvertretern, die sich mit LSBTIQ-Themen befassen. An dem Punkt wollen wir als LSU ansetzen." Den Posten, den es bereits in Dutzenden deutschen Städten gibt, bezeichneten die queeren Christdemokrat*innen als den eines oder einer "Pseudo-Beauftragten".

"Mit Symbolpolitik ist es nicht getan. Für uns steht daher die Einführung einer/eines Queer-Beauftragten nicht im Vordergrund. Darüber zu streiten bringt uns auch nicht weiter", so der LSU-Landesvorsitzende Thomas W. Schmitt. Mit dem LSVD Saar gebe es schon eine "überparteiliche Bürgerrechtsorganisation", die queere Interessen der Landeshauptstadt einnehme und auch in der Landespolitik aktiv sei. Auf queer.de-Anfrage zeigte sich ein Sprecher des saarländischen Lesben- und Schwulenverbands überrascht und konnte vorerst zum Thema keine Stellung nehmen.

Hintergrund der Ablehnung ist ein Bericht des Saarländischen Rundfunks, wonach die Stadt Saarbrücken anders als das nahegelegene Kaiserslautern einen derartigen Posten ablehne. Zudem lägen keine Forderungen nach einer oder einem derartigen Beauftragen vor. Die LSU machte auch darauf aufmerksam, dass Saarbrücken mitgeteilt habe, dass "queere Interessen über den Aufgabenbereich des Frauenbüros der Stadtverwaltung abgedeckt sind".

Kaiserslautern will Queer-Beauftragte*n etablieren

In Kaiserslautern hatte der Stadtrat in einer Sitzung am 7. Juni beschlossen, dass die Stelle eines oder einer Queer-Beauftragten beauftragt werden solle. Anlass war eine Anregung aus dem Jugendparlament, der Vertretung von Jugendlichen in Kaiserslautern. Dabei soll es sich wohl zunächst um eine halbe Stelle handeln, allerdings abhängig davon, ob diese finanziert werden könne.

Derartige Posten gibt es in der Region bereits in Koblenz und Mainz und deutschlandweit in vielen anderen Gemeinden. Die Stadt Hannover bezeichnet die Aufgabe ihrer Queer-Beauftragen etwa mit den Worten: "Die Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sind die Ansprechpersonen für alle Fragen zum Thema LSBTIQ bei der Landeshauptstadt Hannover." Dazu erklärte die Landeshauptstadt Niedersachsens stolz: "Vielfalt ist unsere Stärke."

Die Lesben und Schwulen in der Union haben sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Forderungen aus dem Rest der queeren Community gestellt. So lehnte die LSU etwa das Berliner Fetisch-Festival Folsom Europe ab, weil dies der heterosexuellen Mehrheitsbevölkerung nicht zu vermitteln sei (queer.de berichtete). Auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare wollte der damalige LSU-Bundeschef 2005 verhindern, weil dies angeblich das Kindeswohl gefährden könne (queer.de berichtete). Viele dieser Positionen hat die LSU in der Zwischenzeit geändert. (dk)



#1 swimniAnonym
  • 09.07.2021, 16:02h
  • nicht zu fassen. ganz parteilinie oder was....und wer denkt an die vielen jugendlichen gays, die das coming out noch vor sich haben? lsu eben, schon immer sehr bedingt solidarisch. die könnten auch mal beantragen, die cdu-homo-hass-geschichte ihrer partei seit 1949 unabhängig aufzuarbeiten. es gäbe so viel kernerarbeit zu tun, anstatt sich als konservativer lifstyle-homo toll zu fühlen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Siegmund FAnonym
  • 09.07.2021, 16:35h
  • Zu Wort gemeldet hat sich die AG Stockholm-Syndrom innerhalb des plitischen Arms der Christ:innen. So was ist von denen zu erwarten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FotogedächtnisAnonym
#4 Konrad BauerAnonym
  • 09.07.2021, 17:05h
  • Antwort auf #1 von swimni
  • Das Gegenteil ist der Fall swimmi, wir haben einen tollen LSVD mit einer super Jugendgruppe im Saarbrücker Checkpoint. Wie in unserer Presseerklärung beschrieben wollen dir den LSVD mit dem Checkpoint stärken, statt eine "Pseudo"-Stelle zu schaffen, wo die Gelder versickern.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MagsAnonym
  • 09.07.2021, 17:24h
  • Antwort auf #4 von Konrad Bauer
  • Also bei einem / einer queer-Beauftragten versickern die Gelder? Dann sollte vielleicht grundsätzlich über die Struktur nachgedacht werden.

    Könnte man ja auch auf Bundesebene einführen. Das Verkehrsministerium abschaffen - da versickern definitiv die Gelder und zwar sowas von.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Konrad BauerAnonym
  • 09.07.2021, 17:29h
  • Antwort auf #5 von Mags
  • Versickern im Sinne von "2 Leute machen die gleiche Arbeit". Wir halten es nicht für sinnvoll Doppelstrukturen aufzubauen, während der LSVD mit seinem Checkpoint Jahr für Jahr um die Sicherung seiner Finanzierung kämpft.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KaiJAnonym
  • 09.07.2021, 17:49h
  • Antwort auf #4 von Konrad Bauer
  • Mensch nennt LGBTIQ bzw. Queers beim Namen, macht so direkt Politik für sie und ignoriert sie nicht mit einer unzulänglichen Erfassung durch den Aufgabenbereich einer Frauenbeauftragten. Ausserdem setzt eine Stadtverwaltung verantwortlich selbst politische Akzente, bevorteilt nicht eine queere Gruppe und versteckt sich nicht passiv mit eigener politischer Unzulänglichkeit hinter ihr. Die Behauptung der Versickerung von Geldern bei Queerbeauftragten ist eine an den Haaren herbeigezogenene, dreiste Falschbehauptung und drückt in Wahrheit Politik gegen queere Interessen durch finanzielle Mittelverweigerung aus.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 BeritAsAnonym
  • 09.07.2021, 18:29h
  • Antwort auf #6 von Konrad Bauer
  • Da haben wir sie wieder: die übliche Gleichsetzung von Belangen queerer Menschen mit denen von Frauen. Angeblich ja genau dasselbe. So wie z.B. auch eine Mehrheit zu glauben scheint, bei gendergerechter Sprache gehe es um Frauen.

    Richtig: Frauen werden nach wie vor in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt.
    Aber auch richtig: Manche Belange queerer Menschen ähneln denen von Frauen, manche überschneiden sich. Aber es gibt sehr viele Bereiche, die eben nur queere Personen betreffen. Oder queere Personen in ganz anderer Art und Weise betreffen. Und das sind halt nicht nur Frauen, sondern Personen sämtlicher Geschlechtsidentitäten und sexueller Orientierungen.

    Wer wirklich (noch) glaubt, "queere Menschen" einfach mit "Frauen" gleichsetzen zu können, lebt gedanklich nicht in diesem Jahrhundert. Und wer sich gegen besondere Berücksichtigung queerer Menschen ausspricht, weil das angeblich überflüssig sei, arbeitet für unsere Unsichtbarmachung und somit für unsere Unterdrückung.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 InBinoAnonym
#10 swimniAnonym