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  • 28. November 2005 7 1 Min.

Paris (queer.de) - Eine mahnende Stimme ist verstummt. Pierre Seel, der als letzter bekannter schwuler KZ-Überlebender Frankreichs galt, starb bereits in der Nacht zu Freitag in Toulouse im Alter von 82 Jahren. Er wurde am Montag in Brames beigesetzt. Seel, der nach dem Krieg geheiratet und Kinder bekommen hatte, begann erst 1982, über die Untaten an ihm zu sprechen - nachdem der Bischof von Straßburg Homosexuelle als krank bezeichnet hatte. Seel wurde 17-jährig aufgrund seiner Homosexualität in Mülhausen (Elsass) verhaftet, gemäß einer Rosa Liste, die die Polizei in Vichy bereitwillig für die Deutschen anfertigt hatte. Er wurde von der Gestapo gefoltert und vergewaltigt, im KZ Natzweiler-Struthof wurde sein 18-jähriger Freund den SS-Hunden vorgeworfen, die ihn lebendig zerrissen. Seine Autobiographie, "Ich, Pierre Seel, deportiert und vergessen", wurde 1996 ins Deutsche übersetzt. Kurz nach deren Erscheinen und einem TV-Auftritt wurde er auf offener Straße verprügelt. Trotzdem reiste er durch die Welt, um von seinen Erlebnissen zu erzählen. Im Jahr 2003 wurde Seel offiziell als Opfer des Holocaust anerkannt, jedoch nicht von der französischen Regierung. Ende 2003 bereits hatte Seel einen Abschiedsbrief an Bekannte geschrieben. Als Zeitzeuge in der Dokumentation "Paragraph 175" von Rob Epstein and Jeffrey Friedman wird er in Erinnerung bleiben. (nb)

#1 wolfAnonym
  • 28.11.2005, 17:25h
  • wieder einer der altvorderen der von uns gegangen ist und noch persönlich berichten konnte, was heutzutage als gejammer bezeichnet wird.
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#2 AxelAnonym
  • 28.11.2005, 23:01h
  • Als der Regenbogen verblasste, kam der Albatros
    und trug mich mit sanften Schwingen
    weit über die sieben Weltmeere.
    Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichts.
    Ich trat hinein und fühlte mich geborgen.
    Ich habe euch nicht verlassen,
    ich bin euch nur ein Stück voraus.
    Unbekannt
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#3 gerdAnonym
  • 28.11.2005, 23:07h
  • Die Generation die den Zweiten Weltkrieg als junge Erwachsene/Jugendliche bewusst erlebt hat, stirbt nach und nach jetzt weg.

    60 Jahre nach Kriegsende verschwindet damit die Generation, die sehr gelitten hat.

    Und daher ist es gut und richtig, dass in Berlin die Auschreibungen zum Denkmal laufen und dort ein zentraler Erinnerungsort für die ermordeten homosexuellen Menschen geschaffen wird...viel zu spät, aber immerhin es geschieht.

    Wir als homosexuelle Menschen am Anfang des 21. Jahrhunderts können in Deutschland froh sein, dass wir heute leben und dass wir in einem Land leben, dass homosexuelle Paare durch die Eingetragene Lebenspartnerschaft anerkannt hat (natürlich sind noch nicht alle Punkte in unseren Forderungen erfüllt); aber wenn wir zurückschauen wissen wir, dass sich vieles sehr in unseren heutigen deutschen Gesellschaft verbessert hat.
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