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Kommentare zu:
20 Jahre "Schuh des Manitu": Lachen auf Schwulenkosten?


#1 retKonAnonym
  • 12.07.2021, 10:09h
  • Ich konnte über den Schuh des Manitou nicht lachen, weil er sich ausschließlich antiquierter "humoristischer" Darstellung von Schwulen ( lächerliche, andersartige Clowns, Stichwort "Othering") bedient, wie man sie schon in Filmen Ende der 50-er / Anfang der 60-er immer wieder gesehen hat . Lazy und billig. Eigentlich nur für Heten gemacht. Wenn man das alles ignorieren kann..bitte sehr.

    Ich hab nichts dagegen, auch mal über mich selber zu lachen...aber brauche ich dazu einen Bully Herbiger, der mit seinem generell schwachen, peinlichen Humor bei Benny Hill stecken geblieben ist (*cringe*).
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#2 RuntAnonym
  • 12.07.2021, 10:09h
  • Es wäre mal interessant, wie vor 20 Jahren die Kritik des Films in queeren Medien ausfiel.

    Soweit es das Archiv hergibt, sehe ich z.B. nicht, dass queer.de beim Erscheinen der Herbig-Klamotten bzw. ihrer Veröffentlichung als als DVD besonders kritisch war.

    Kram moniert: "Wenn es der dumme Homo ist, weil er dumm ist, weil er homo ist: Dann ist es Homophobie."

    Dann sind die ganzen naiven Frauengestalten, die Dummchen der Filmgeschichte auch frauenfeindlich. Stimmt ja auch, ich finde aber, das trifft es nicht ganz.

    Der Clown, der Underdog, der Vagabund vom Harlekin bis zu Homer Simpson - das sind seit jeher Gestalten, die sowohl unterdrückt als auch dumm sind. Charly Chaplin führte mit seinem Tramp vor, wie man daraus auch eine soziale Botschaft machen kann, wenn die Figur mit größerer emotionalen Aufrichtigkeit und zugleich einer unschuldigen, kindlichen aber anarchischen Kraft ausgestattet ist.

    Das Problem mit den Bully Herbig Figuren scheint mir zu sein, dass die schwulen Protagonisten in den Filmen Randfiguren bleiben und allenfalls im sexuellen Bereich Dinge sagen dürfen, die "man" sonst in einer Komödie nicht sagt.

    Oder anders gesagt: Der klassische dumme August hat eine kindlich-anarchische Kraft, die Hei-tei-tei Schwulenfiguren bei Herbig sind oft nur kindisch, was sie aber mit der Selbstdarstellung vieler Schwuler in FIlmen und Medien der vergangenen Jahrzehnte teilen. Da gibt es viel versteckten Selbsthass aufzuarbeiten.
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#3 AlexAnonym
  • 12.07.2021, 10:25h
  • Man muss Bullys Humor nicht mögen, aber dem Film eine bremsende Wirkung wider queerpolitische Belange (oder überhaupt irgend einen bleibenden Eindruck) zu unterstellen ist doch reichlich dick aufgetragen!

    Der Gegner, den es zu bekämpfen gilt, sitzt nicht im Regiestuhl eines zwei dekaden alten, zweitklassigen Zotenfilms. Aber es ist halt so viel einfacher als die echten Treiber des Rollbacks (Konservative/Reaktionäre Parteien und die katholische Kirche) anzugreifen.
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#4 Taemin
  • 12.07.2021, 10:26h
  • Es ist ganz einfach: Ist eine Witzfigur schwul, ist das in Ordnung. Ist die Witzfigur aber nur deshalb eine Witzfigur, weil sie schwul ist, dann ist das Bully Herbig. Das ist weder witzig noch akzeptabel.
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#5 Ja genauAnonym
  • 12.07.2021, 10:34h
  • Bully war zwar nie mein Humor, aber vor 20 Jahren war das eine Überspitzung der gängigen Klischees , heute halt altbackendes Produkt seiner Zeit.....

    Müsste mir den film nochmal anschaue, aber boshaft oder diskriminierend hatte ich ihn jetzt nicht Erinnerung... nur halt in typischer deutscher comedy und Loriot-Tradition unlustig af !
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#6 Ana NymAnonym
  • 12.07.2021, 10:36h
  • Antwort auf #2 von Runt
  • Richtig! Genau so ist es zu verstehen.
    Außerdem ist die Hauptfigur (!!!) zu der Zeit so dargestellt, dass auch "der/die Letzte" begriffen haben muss, dass hier eine schwule Figur im Mittelpunkt steht, sympathisch ist und oft genau das richtig (= schlaue) tut.
    Hinzukommt, dass die schwule Figur mal eben und mit Leichtigkeit ein sonst so typische super-männliche Cowboy-Klischee-Genre übernimmt.
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#7 GodzillaAnonym
  • 12.07.2021, 10:39h
  • Ich bin da etwas zwiegespalten.
    Einerseits gibt es schwule Menschen die eben genau so sind wie dort dargestellt. Andererseits hat es etwas transportiert was nicht stimmt (und in Traumschiff Surprise eine fast identische Darstellung erfolgte).
    Nun sollte man sich bei letzterem Punkt aber die Frage gefallen lassen: Lag das wirklich am Film oder an den Zuschauern, welche nicht in der Lage sind Menschen individuell zu betrachten?

    -"wirft er dem Film vor, Klischees kultiviert und lange dafür gesorgt zu haben, dass queere Belange nicht ernst genommen wurden."-

    Damit misst er dem Film mehr Bedeutung bei als er hat.
    Es lag nicht am Film, sondern an den Menschen davor und der Politik. Wer
    glaubt jeder schwule Mensch sei wie Winnetouch ist nämlich nicht in der Lage zu differenzieren und Menschen als Individuum zu betrachten. Zumal sich kurz zuvor ein bekannter Politiker öffentlich outete, welcher zum Einen nicht wie Winnetouch war/ist und es in der Hand hatte etwas zu ändern.
    Diese Menschen wollten das aber nicht sehen, weil es nicht in ihr vorgefertigtes Bild passte, durch den Film haben sie sich vermutlich sogar bestätigt gesehen. Das Problem ist also, wie bereits angemerkt, nicht der Film, sondern die Menschen, welche denken: Ist einer so, sind alle so.
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#8 Sabelmann
  • 12.07.2021, 11:20h
  • Habe damals gelacht und lache auch heute noch!
    Gibt viele "schwule" Produktionen über die ich mich mehr aufrege! Auch auf dieser Seite gepriesene!
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#9 andreAnonym
  • 12.07.2021, 11:44h
  • Vermutlich typisch deutsche Diskussion. Warum diskutiert man nicht gleich über Filme wie "Priscilla....", oder Klassiker wie "Manche mögens heiß" oder "Ein Käfig voller Narren" die ital./franz. Urfassung. Immer mal wieder gerne gesehen. Die Typen dort sind nicht anders. Es ist Comedy. Bei "Priscilla.....", gut gemacht, kombiniert mit dem einen oder anderen ernsten Hintergrund. Gegen eine schwule "Klamotte" ist doch nichts einzuwenden. Aber sicher eine Nummer zu groß. In der Fimrubrik "Drama" sind diese Filme sicher nicht zu finden. Man weiß damit vorher was man sieht. Ich ganz persönlich habe große Probleme mit qietschbunten, schrillen Dragqueens in der Werbung oder schrägen Typen im Privat-TV. Für mich ist diese Art der Heten-Belustigung, Omnipäsenz und Dauerberieselung im TV, zum Fremdschämen. Sorry, persönliche Meinung.
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#10 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 12.07.2021, 12:15h
  • Komödien arbeiten mit Überzeichnungen und mit Klischees. Sie wollen unterhalten, nicht belehren, oder politisch korrekt sein.
    Ich fand den Film witzig, von den Dialogen und den Charakteren her gut gelungen, eine Parodie auf die Karl May Filme der 60er.
    Und, homosexuelle, transvestitische und transsexuelle Indianer gab es wirklich, von beiden Geschlechtern.
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#11 WipperfischerAnonym
  • 12.07.2021, 13:37h
  • Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: "Das geht gar nicht. Das ist genderverachtend, rassistisch und völlig unwok. Man liegt in der vordersten Front zur Verteidigung von Annalenchen Bierbock und ihren grünen Märtyrern wegen absolut vernachlässigbarer Petitessen, dann werden gerade hier mal so eben zwischen Darkroomtür und Angel die Errungenschaften der letzten Jahre im unablässigen Kampf für eine reine Gesellschaft aus lauter LGBTQI2-kompletter ASCII-Zeichensatz -Bestmenschen in atavistischer Weise bourgeois sabotiert."

    Wir forden die Einrichtung eines unabhängigen Ausschusses zur Evaluation und Validierung von deutschem Humor, eine sogenannte Bundeswitzekammer mit einer Ampelkennzeichnung von sogenannten humoristischen Produkten.

    Erst wenn dem Deutschen das Lachen vergangen ist - dann können wir anfangen uns einmal wie die Schwester und der Schwager von Frau Direktor Lohse auf der Zugfahrt zum 80. Geburtstag der Mutter der Frau Direktor in der Kurve von Holzhausen beschließen, ob dem Speisewagenkellner mit der Hand in der Torte ein Tempotaschentuch mit einem "leichten Schmunzeln" gereicht werden darf. Bis dahin hat nicht nur der Dieter Lachverbot.
    Denn merke: dem Deutschen vergeht das Lachen sehr schnell.

    NB:
    Familiengeschichte Direktor Heinrich Lohse: "pappa ante portas" DEFA-Studio 1990, soziologische Studie zur Lage und Bewusstsein des gehobenen Bürgertums in der BRD
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#12 VolumeProProfil
  • 12.07.2021, 13:39hMönchengladbach
  • Natürlich war der Film eine im Grunde bedeutungslose Klamotte, die aber mit ca. 12 Millionen Kinobesuchern ein Kassenschlager geworden ist.

    Über die Darstellung des "Winnetouch" kann man geteilter Meinung sein. Was die Tuntigkeit angeht, ist diese Figur natürlich sehr klischeehaft und sehr überzeichnet. Wenn man sich mal in der "Homo-Welt" umschaut, kann man aber genau so Leute finden, die diesem Klischee nahe kommen.
    Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass diese Figur aber auch was hoffnungsvolles hat. Immerhin wurde dieser Figur nichts zugedeutet, was man als negativ sehen könnte. Vor 20 Jahren keine Selbstverständlichkeit, wo Schwule gerne als Stricher, HIV-verseucht oder sogar pädophil filmisch dargestellt worden sind.
    Daneben ist die Figur zusammen mit den Figuren mutig und entschlossen den Bösewichten um Santa Maria mutig entgegen getreten. Ein Schwuler als Teil-Held einer Geschichte ist doch etwas Gutes.

    Daher, denke ich mal, war der Film besser als manche Leute denken.
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#13 Gemeiner_HaiProfil
  • 12.07.2021, 13:43h
  • Für uns war das damals einfach ein recht lustiger Film, diese Figur eine skurrile Nebenfigur. Aber wenn ich so darüber nachdenke, prägt das natürlich schon: Bei uns war "schwul" oder "Schwuchtel" in den Teenagerjahren abwertend gemeint. Nicht, weil wir ein Problem mit Homosexuellen gehabt hätten, das kann ich aufrichtig verneinen - sondern weil wir "schwul" als Synonym für verweichlicht, unmännlich oder skurril aufgefasst hatten. Ein "schwuler Schuss" beim Fußball ist dann demnach ein halbherziger, ein kraftloser. "Was ist das denn für 'ne Schwuchtel?" sagten wir, wenn uns eine skurrile und irgendwie peinliche Figur begegnete.

    War das dumm? Ja, gewaltig. Es war gedankenlos und klischeebehaftet, pubertäres Getue und Denken in Vorurteilen. Da niemand von uns etwas gegen Homosexuelle hatte, hat uns dann später der persönliche Kontakt mit Schwulen diese Vorurteile gründlich ausgetrieben - aber ich möchte gar nicht wissen, wie man sich als ungeouteter Schwuler damals in unserer Umgebung gefühlt haben muss.

    Was das alles mit diesem Film zu tun hat? Nun, als er erschien, war ich 13; und ich denke, es sind nicht zuletzt die Klischees, die dieser Film verbreitet hatte, die wir dann später aufnahmen. Und mit Sicherheit auch nicht nur unsere Clique ...
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#14 WahrheitIstRelativAnonym
  • 12.07.2021, 14:02h
  • Antwort auf #9 von andre
  • Heten-Belustigung finde ich zu schwarz-weiß. Ich war als Kind total fasziniert von Mary! Weiß garnicht genau, warum. Sie hat mich wohl einerseits an meine sehr lebenslustige, selbstbewusste Tante erinnert und zum anderen an jemanden, der Frauen "versteht" aber keine (gewöhnliche) Frau ist. Und natürlich die tolle Kleidung-Mary war was besonderes. Die Erwachsenen waren amüsiert, dass ich das angeblich nicht verstand und haben erklärt, Mary ist ein verkleideter Mann. Aber Kinder empfinden das nicht über Kopf und Verstand. Mary war Mary.

    Was solche Witze betrifft:
    Man sollte über alle lachen dürfen, die auf "Augenhöhe" oder höher sind. Humor war doch ursprünglich die Waffe der " Kleinen". Man kann sich nicht gegen die Mächtigen wehren, aber man kann über sie lachen. Bei Gleichgesinnten wiederum ist man quitt, wenn man sich gegenseitig einen Spiegel vorhält. Ich würde also nicht Witze über Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung mit Witzen über Schwule vergleichen. Schwule können sich wehren und können mächtig sein! Wenn mit Schwulen Witzen Hass geschürt wird, ist, glaube ich nicht der Witz das Problem, sondern das Publikum. Medien haben natürlich Auswirkungen auf Menschen, aber solche Filme weniger. Kommt aber drauf an. Witze über 175 sind geschmacklos. Ich kenne Den Schuh des Manitu nicht aber wenn vordergründig dieser Winnetouch die Witzfigur sein soll, im Endeffekt aber die anderen es sind, die auf die Nase fallen und mit ihrer harter-Cowboy-Mentalität die dummen sind, dann ist das gut gemacht.
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#15 nichts NeuesAnonym
  • 12.07.2021, 14:53h
  • Das Filmchen war, ist und bleibt ein schwulenfeindliches Machwerk aus bayerischen Landen.
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#16 Little ShoeAnonym
  • 12.07.2021, 15:06h
  • Ich als Schwuppe finde Bullys Filme überhaupt nicht homophob, sondern schmeiße mich vor Lachen immer noch weg. Bully benutzt zwar viele Klischees, aber das sei ihm doch erlaubt. Es gibt in unserer Community doch Schwule, die so sind wie Winnetouch. Ich finde es auch langsam befremdlich, wenn die Gesellschaft verlernt hat, auch über sich selbst lachen können. Ich kann das, weil mir ständig etwas passiert, insbesondere als Moderator bei einem schwulen Radiosender.
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#17 ExNonBinaryAnonym
#18 SakanaAnonym
  • 12.07.2021, 16:05h
  • Antwort auf #13 von Gemeiner_Hai
  • "Für uns war das damals einfach ein recht lustiger Film, diese Figur eine skurrile Nebenfigur. Aber wenn ich so darüber nachdenke, prägt das natürlich schon: Bei uns war "schwul" oder "Schwuchtel" in den Teenagerjahren abwertend gemeint. Nicht, weil wir ein Problem mit Homosexuellen gehabt hätten, das kann ich aufrichtig verneinen - sondern weil wir "schwul" als Synonym für verweichlicht, unmännlich oder skurril aufgefasst hatten. Ein "schwuler Schuss" beim Fußball ist dann demnach ein halbherziger, ein kraftloser. "Was ist das denn für 'ne Schwuchtel?" sagten wir, wenn uns eine skurrile und irgendwie peinliche Figur begegnete."

    Kann ich sehr gut nachvollziehen, weil ich auch in einem ähnlichen Alter war (etwas älter als du), als der Film rauskam und natürlich die Suche nach einer positiven Identifikationsfigur in der deutschen und internationalen Filmlandschaft schon eine Rolle gespielt hat....natürlich gab es da noch Serien wie "Queer as Folk", aber die verschwanden wieder recht schnell im Nachtprogramm und alle anderen Filme konnten nur in der Videothek ausgeliehen werden oder liefen auf den Dritten oder im Privaten. "Schwul" als negativ konnotiertes Schimpfwort kenne ich dementsprechend auch und habe mich deshalb "bisexuell" "maskiert", um den Anfeindungen aus dem Weg zu gehen. War -so denke ich- ne sehr häufige Strategie in der damaligen Zeit.

    "War das dumm? Ja, gewaltig. Es war gedankenlos und klischeebehaftet, pubertäres Getue und Denken in Vorurteilen. Da niemand von uns etwas gegen Homosexuelle hatte, hat uns dann später der persönliche Kontakt mit Schwulen diese Vorurteile gründlich ausgetrieben - aber ich möchte gar nicht wissen, wie man sich als ungeouteter Schwuler damals in unserer Umgebung gefühlt haben muss."

    Wahrscheinlich ziemlich eingeschüchtert und verunsichert. Ich geh heute noch männlichen Teenagergruppen aus dem Weg wegen solcher Erfahrungen in der Zeit....sowas hinterlässt bei anderen ziemlich tiefe Spuren. Das ist jetzt allerdings nicht als Angriff auf dich und deine Gruppe zu verstehen, sondern eine generelle Erfahrung/Beobachtung in dem Zusammenhang.

    "Was das alles mit diesem Film zu tun hat? Nun, als er erschien, war ich 13; und ich denke, es sind nicht zuletzt die Klischees, die dieser Film verbreitet hatte, die wir dann später aufnahmen. Und mit Sicherheit auch nicht nur unsere Clique ..."

    ich finde, dass die Figur und die mit ihr verbundenen Klischees sich schon negativ auf schwule Jugendliche in der Zeit ausgewirkt haben und auch der Nachfolgefilm "Traumschiff: Periode 1" war da nicht viel besser...deshalb schaue ich die Filme bis heute nur sehr ungern an, weil da auch eine Form von Misogynie durchscheint...
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#19 WunderbarAnonym
  • 12.07.2021, 19:59h
  • Massenkompatible Filme die "Randgruppen" (wie Schwule es zumindest vor 20 Jahren definitiv noch waren) beinhalten, werden immer eher den Mainstream bedienen und Klischees reproduzieren. Das tun Genrefilme (mit viel geringerem Publikum) aber letztlich auch!
    Mehr Sichtbarkeit sehe ich durchaus kritisch und für mich selbst ambivalent, aber insgesamt immer auch positiv, weil eben auch die übrige Gesellschaft insgesamt gesehen werden muss.
    Der Film hat sicherlich eine Reihe Mauern, Blockaden und Wagenburgen eingerissen, wo es leicht ist, unter mittlerweile ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen im Nachhinein mit Vorwürfen zu kommen. Das gilt auf ähnliche Weise auch für den Humor. Da kann man sich schon fragen, ob die damalige Unbefangenheit, lieber in einen Fettnapf zu treten als vorauseilend es jedem Recht machen zu wollen (was es ja nicht unbedingt auch tatsächlich tut), nicht heute fehlt.
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#20 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 12.07.2021, 21:08h
  • Antwort auf #17 von ExNonBinary
  • Indianer kennen vier Geschlechter:
    Frau, Mann, Weibmann und Mannweib.
    Ein Beispiel für eine Frau, die als Krieger und Häuptling lebte, ohne dass dies in ihrer Kultur durch den Status als FrauMann institutionalisiert war, ist Wo-man Chief. Zu ihrer Lebensgeschichte gibt es ein gut lesbares Kinderbuch, das sich im Schulunterricht einsetzen lässt.
    Intersexuelle Menschen nennen die Navajo nádleeh , was in etwa in kontinuierlicher Veränderung befindlich' bedeutet.
    Crazy Horse, der berühmte Lakota-Häuptling, hatte zwei Frauen, die Weibmänner waren. Er hatte sie geheiratet, weil es für ihn große Medizin bedeutet.
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#21 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 12.07.2021, 21:12h
  • Antwort auf #18 von Sakana
  • In den USA wird die Bezeichnung "Gay" von Homosexuellen genauso selbstbewusst benutzt, wie die Worte "fag", "dyke" oder "Sissy". Analog zu den Afroamerikanern, die das rassistische "Nigger" selbstbewusst benutzen, Oder Juden, die sich als "kike" bezeichnen.
    Manchmal denke ich, dass Deutsche zum Lachen in den Keller gehen.
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#22 bearcatAnonym
#23 LotiAnonym
  • 13.07.2021, 08:41h
  • Antwort auf #21 von DramaQueen24
  • Wie recht Du doch damit hast. Habe erst vor ein paar Tagen einem sympathischen Jungen 14 jährigen Vietnamesen, bei dessen Vater ich regelmäßig ins Restaurant essen gehe, versucht den American Slang etwas näher zu bringen. Und dabei mit dem Wort: Bad angefangen. Ebenso wie Bad Nigger. Weil dieser Junge den Rap so mag.
    Danach wurde ich sehr ernst, als er einmal das Wort Schwuchtel in den Mund nahm. Ihm viel die Kinnlade runter, als ich ihn darum bat, mich nicht zu beleidigen. Er fragte wieso? Ich outete mich und nun ist alles geklärt.
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#24 SakanaAnonym
  • 13.07.2021, 10:44h
  • Antwort auf #21 von DramaQueen24
  • "In den USA wird die Bezeichnung "Gay" von Homosexuellen genauso selbstbewusst benutzt, wie die Worte "fag", "dyke" oder "Sissy". Analog zu den Afroamerikanern, die das rassistische "Nigger" selbstbewusst benutzen, Oder Juden, die sich als "kike" bezeichnen.
    Manchmal denke ich, dass Deutsche zum Lachen in den Keller gehen."

    Ich kann den amerikanischen Gay-Diskurs als Referenzpunkt für meine eigene Identitätsfindung nehmen (oder nahm sie in dem Zusammenhang), allerdings kann ich der identitätspolitischen Realität des "Schwulen"-Diskurses in Deutschland wohl kaum entfliehen, wenn meine Identität(skonstruktion) in direkter Linie von Karl-Heinrich Ullrichs, Magnus Hirschfeld und Rosa von Praunheim steht und auch der anti-schwule Holocaust auf deutschem Boden stattfand. Es gibt in Deutschland ja auch kein San Francisco mit dem Castro oder ein New York mit seinem Greenwich Village, sondern Berlin und Köln und andere mittlere und Kleinstädte, in denen sich das queere Leben abspielt. Es gibt in Deutschland einfach eine komplett andere eigene queere Kultur, die man nur aus ihrer eigenen Geschichte heraus verstehen kann. Und da spielen Filme wie die von Bully Herbig auch eine nicht unwichtige Rolle, zumindest für die frühen 2000er.
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#25 TuggerAnonym
  • 13.07.2021, 11:36h
  • 1. Darf ich als nicht-Deutscher sagen dass Humor nicht gerade eine Stärke der Deutschen ist. Ihr habt dafür andere Qualitäten. Natürlich werden Deutschen diese Aussage nicht nachvollziehen können aber lasst es einfach mal so stehen. ;-)
    2. Man muss vielleicht nicht alles auf der Goldwaage legen? Ein paar Klischees ist nun wirklich nicht das Ende der Welt. Außerdem kenne ich persönlich einige die tatsächlich und beabsichtigt diese Klischees entsprechen.
    3. ich fand den Film lustig und unwichtig.
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#26 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 13.07.2021, 13:26h
  • Die Deutschen lachen nicht gerne, aber sie lachen gerne andere aus. Andere Menschen auslachen und lächerlich machen wird dann gerne als Witz und Humor ausgegeben. Das sei ja schließlich auch lustig und man müsse auch darüber lachen. Wer das nicht tut, wird gleich als Spaßbremse und humorlos bezeichnet.
    Natürlich müssen die, die man auslacht, möglichst anders sein, um maximale Distanz zu schaffen. Es kann ja nicht sein, dass man am Ende noch sich selbst auslacht oder Menschen, die so sind wie man selbst. Das wäre ja ungehört.
    Man kann immer nur die auslachen, von denen man sich distanziert hat, weil man sie für anders sein auslacht.

    Wenn ich, als transgeschlechtliche Frau, versuche wie in dem Film zu sprechen, dann findet es niemand lustig.
    Warum wohl? Eine lesbische, transgeschlechtliche Frau, die versucht einen cisgeschlechtlichen Mann, der versucht bewusst unmännlich zu wirken, zu imitieren, macht sich letztendlich über cisgeschlechtliche Männer lustig.
    Da können sich die Leute nicht mehr distanzieren und ihnen vergeht das Lachen.
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#27 BjörniAnonym
  • 13.07.2021, 14:01h
  • Ich hätte nie gedacht, dass es in unserer Community so viele Spießer und Spaßbremsen gibt. Dumme Typen gibt es ja leider überall - auch bei uns.
    Ich liebe Bullys Filme und kann mich heute noch vor Lachen wegschmeißen.
    Unsere Community ist bunt wie der Regenbogen. Bei uns gibt es Typen, die nun mal so sind, wie Bully sie darstellt und das ist völlig in Ordnung. Dann gibt es unter uns auch Hetero-like-Schwule, Ledermänner, Transgender und und und. All das ist so wie es ist und wunderbar. Aber weshalb sollen wir denn mal nicht über uns selbst lachen? Wer nicht über sich selbst lachen kann, ist nur eine traurige Gestalt. Dieses Gegebene ist nicht nur traurig, sondern auch der Untergang des Menschen. Also hört endlich mal auf rumzuzicken, sondern genießt einfach und verlernt das Lachen über euch selbst nicht. In meinen Radiosendungen lache ich auch sehr gerne über mich und kokettiere mit unserer Vielfalt.
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#28 Hailaender
  • 15.07.2021, 23:47h
  • Das ist Spaß, nicht mehr und nicht weniger. Man muß nicht hinter jedem Satz oder hinter jeder absichtlich übertriebenen Geste queerfeindlichkeit vermuten. Man kann alles zerdiskutieren, man kann sich aber ruhig auch über soetwas völlig unbelastet und befreit freuen und mitlachen. Das tut auch nicht weh.
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