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Rechter Shitstorm

SPD stellt sich hinter #MenstruierendeMaenner

Via Twitter zettelten Transfeinde einen Shitstorm gegen Mülleimer auf Herrentoiletten an. Der Grund: Die SPD Sachsen beschloss auf ihrem Parteitag, menstruierende Männer zu unterstützen.


Die Entsorgung von Menstruationsprodukten in der Toilette kann zu Verstopfungen führen und belastet die Abwassersysteme – ein kleiner Mülleimer schafft Abhilfe (Bild: AZV Südholstein)

Die sächsische SPD hat auf ihrem Landesparteitag Anfang Juli vieles diskutiert und beschlossen: etwa die Möglichkeit, die Landespartei mit einer Doppelspitze zu führen – bei gleichzeitigem Verbot, diese mit zwei Männern zu besetzen. Weitere Themen in Leipzig waren die Auswirkungen der Pandemie, der Wirtschaftsumbau angesichts drängender Klimafragen, ein flächendeckender Mindestlohn von zwölf Euro – und die Ausstattung von Herrenklos mit Mülleimern.

Der Antrag, der vom Parteitag auch angenommen wurde, brachte nicht nur Männer auf die digitalen Barrikaden. Der Grund: Die Mülleimer will die Partei aufstellen, damit Männer, die ihre Tage haben, ihre Menstruationsartikel dort entsorgen können. Immerhin verursachen heruntergespülte Binden oder Tampons Verstopfungen und Überschwemmungen am stillen Örtchen. Betroffen sind davon freilich nicht sehr viele Menschen. Doch für einige trans- und intergeschlechtlichen Männer und nichtbinären Personen ist bei der Toilettensituation Luft nach oben. Ein Antrag, der eigentlich banal ist – wäre er nicht in Zeiten eines von rechts tobenden Kulturkampfes gestellt worden.

Häme von rechts und ganz rechts

Lein Wunder, dass sich das Netz auf die Partei stürzte, als der Antrag öffentlich bekannt wurde. Auf Twitter trendete in der vergangenen Woche der Hashtag #MenstruierendeMaenner, unter dem man sich durch allerlei ausgekübelten Hass lesen konnte, wenn man denn wollte. Der Kolumnist Jan Fleischhauer gehörte da schon zu den erträglicheren Stimmen. Er deutete gleich die ganze Geschichte der deutschen Sozialdemokratie durch den kleinen Plastikmülleimer und warf ihr vor, "den Kompass verloren" zu haben.

Twitter / janfleischhauer
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Doch nicht nur rechte Internet-Aktivist*innen fanden ihre Freude am Thema. Boulevard- und Lokalzeitungen berichteten, und sogar der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries lies es sich nicht nehmen, daraus politisches Kapital schlagen zu wollen: "Früher stand der 'kleine Mann' im Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik, heute sind es Mülleimer für menstruierende Männer."

Twitter / VriesChristoph
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Neben der AfD machte auch die "Bild" Stimmung gegen die Sozialdemokrat*innen im Osten. Das Boulevardblatt schrieb: "Dieser Antrag des SPD-Parteitags in Sachsen sorgt für leidenschaftliche Diskussionen. Aber: Es geht nicht um höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen oder sichere Rente, sondern um 'menstruierende Männer'."

Ein Antrag von 130 zu Mülleimern "kein Grund für Aufregung"

Die sächsische SPD allerdings reagierte kühl. Unter einen Tweet des Journalisten Kai Kollenberg von der "Leipziger Volkszeitung", der die menstruierenden Männer ebenfalls vorsichtshalber in Anführungszeichen setzte, antwortete der Parteiaccount der Landes-Partei: "Es mag für manche schwierig zu verstehen sein, aber nur weil es um Probleme geht, die nicht die Mehrheit betreffen, sollten sie trotzdem nicht ignoriert werden. Das hat nichts mit Klientel zu tun, sondern mit Menschlichkeit."

Twitter / SPDSachsen
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Vom Shitstorm gegen queere Männer ließ sich indes auch die SPD in Sachsen-Anhalt nicht beeindrucken, die gegenwärtig mit der CDU und der FDP auf eine neue Dreier-Koalition zusteuert. Auf Nachfrage der Magdeburger "Volksstimme" meinte die SPD-Landtagsfraktion: "Wenn sich bei einem sächsischen Landesparteitag ein einzelner von 130 Anträgen mit Mülleimern auf Toiletten befasst, ist das kein Grund für Aufregung."



#1 EKarasAnonym
  • 12.07.2021, 17:11h
  • Bei uns auf der Arbeit gibt es schon länger Mülleimer in den Herrentoilette. Diese dienen der Entsorgung von Inkontinenzeinlagen. Daran denkt wohl bei der aktuellen Debatte niemand.
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#2 Aramis
  • 12.07.2021, 18:23h
  • Herr, wirf Hirn vom Himmel, was für eine dämliche Debatte:
    Ein Mülleimer ist einfach ein Mülleimer, egal, was reingeworfen wird
    Mann kann auch seine Kondome drin versenken
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#3 WunderbarAnonym
  • 12.07.2021, 18:59h
  • Als frauenliebende Geringverdienerin fehlt mir bei der SPD (zumindest mit diesem Kanzlerkandidaten) in der Tat die Politik für den vielbeschworenen "kleinen Mann" (bzw. etwa von Altersarmut bedrohten Frauen) - gegenüber den plakativ arg bemühten Mülleimern für menstruierende Männer.
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#4 WahrheitIstRelativAnonym
  • 12.07.2021, 20:01h
  • Das Schändliche ist, dass die anderen Parteien, Medien etc in Wirklichkeit die einen Benachteiligten gegen die anderen Benachteiligten ausspielen wollen und das nicht einmal zugeben.
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#5 FiBuAnonym
  • 13.07.2021, 08:20h
  • Aus dem Artikel:

    "Ein Antrag, der eigentlich banal ist wäre er nicht in Zeiten eines von rechts tobenden Kulturkampfes gestellt worden.

    Ganz so banal ist der Antrag nicht. Denn auch der Aufwand-Nutzen muss betrachtet werden. Besser wären vielleicht Spender für kleine verknotenbare Mülltüten im Eingangsbereich. Die Mülltüten können dann nach Nutzung in die eh schon stehenden Mülleimern entsorgt werden können.
    Dann haben wir nicht zehntausende, permanent zu kontrollierende Mülleimer stehen, die, wie selbst im Artikel erwähnt, nur sehr wenige Menschen überhaupt benötigen.
    Ein bisschen mehr Realismus und Praktizismus erwarte ich von der SPD schon.
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#6 DestoryaAnonym
  • 13.07.2021, 08:40h
  • Die Antwort auf solch ein Tara ist doch ganz einfach: Absichtlich die Klos mit Binden zustopfen!

    Eine Aktion drauß machen, Leute sollen Binden kaufen und überall die Herren-Klos sabotieren.
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#7 FiBuAnonym
  • 13.07.2021, 08:55h
  • Antwort auf #6 von Destorya
  • "Die Antwort auf solch ein Tara ist doch ganz einfach: Absichtlich die Klos mit Binden zustopfen!
    Eine Aktion drauß machen, Leute sollen Binden kaufen und überall die Herren-Klos sabotieren."

    Ja klar, ganz tolle Idee. Dass auch jemand die Toiletten benutzen muss um seine Notdurft zu verrichten, ist bei so einer Aktion wohl sch...-egal.
    Sowas wird bestimmt für mehr Verständnis führen und ganz bestimmt niemanden gegen die Bedürfnisse von Transmännern und Co. aufbringen...
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#8 FassungslosAnonym
  • 13.07.2021, 09:07h
  • Antwort auf #6 von Destorya
  • Absichtlich verstopfen? Fassungslos bei so viel Dummheit. Hauptsache man muss den Kram selbst nicht wegmachen Schalt Dein Hirn ein und denk an die Leute, die für ausbeuterisches Gehalt diese Toiletten reinigen müssen! Nach kurzer Überlegung wirst Du feststellen, dass diese Symbolkraft ausschaut wie das, was sie tatsächlich ist - ne Scheißaktion.
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#9 nixneuesAnonym
  • 13.07.2021, 10:19h
  • Antwort auf #8 von Fassungslos
  • Das sind die gleichen Radikalinskis, die auch auf irgendwelche LKW´s STOP CAPISTALISM sprühen.
    Oder regelmäßig ihre vollgesprotzten Kondome in anderer Leute Vorgärtenbeete werfen, um damit gegen die Heteronormativität und die bürgerliche Kleinfamilie zu protestieren. Die polnische Putzfrau, die die ganze Scheiße hinterher immer wieder wegmachen muss, interessiert solche Typen einen Kehricht.
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#10 Ja genauAnonym