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Fragwürdige Entscheidung

Laschet-CDU hievt offenbar homophoben Verband in WDR-Rundfunkrat

Der Westdeutsche Rundfunk wird künftig auch vom Verband eines "Demo für alle"-Aktivisten mitkontrolliert – offenbar auf Druck der Entourage des Kanzlerkandidaten.


Zieht im Windschatten des zurückhaltenden Armin Laschet (re.) auch bald Nathanael Liminski ins Kanzleramt ein, der offenbar aus religiösen Gründen LGBTI-Rechte zurückdrängen möchte? (Bild: Land NRW / R. Sondermann)

Der NRW-Landtag hat offenbar auf Druck der CDU von Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet laut einem "Spiegel+"-Bericht Ende Juni der Entsendung eines Vereins in den WDR-Rundfunkrat zugestimmt, in dem Homophobie und Ausländerfeindlichkeit verbreitet sind. Dabei handelt es sich um den als gemeinnützig registrierten Verband kinderreicher Familien Deutschland e. V., der als einer von fünf neuen Vereinen Einzug ins Kontrollgremium des größten ARD-Senders hält (Landtags-PDF). Der Wahlvorschlag sei von allen demokratischen Parteien im Landtag eingebracht worden und sei nicht im Plenum debattiert worden.

Der Verband mit angeblich 6.000 Mitgliedern setzt sich vordergründig dafür ein, Menschen Mut zu machen, drei und mehr Kinder zu bekommen. In Wirklichkeit tummelten sich dort laut "Spiegel" aber Personen, die gegen Minderheiten polemisieren. Teil des Beratergremiums sei etwa Manfred Spieker. Der 78-Jährige ist ein notorischer "Demo für alle"-Aktivist und Mitglied in der homophoben katholischen Organisation "Opus Dei". Er bezeichnet Homosexualität offen als "lebensfeindlich" und behauptet, die meisten schwulen Jugendlichen würden im Erwachsenenalter wieder heterosexuell werden (queer.de berichtete). Spieker war langjähriges CDU-Mitglied, trat aber 2017 aus Protest gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben aus der Partei aus. Auch im Rat vertreten ist Herwig Birg, die auf AfD-Veranstaltungen gegen "Zuwanderung aus dem Ausland" mobil macht.


Manfred Spieker bei einem Auftritt der homophoben Organisation "Demo für alle" (Bild: Norbert Blech)

Kritisierter Verband hat gute Connections in die Politik

Laut "Spiegel" soll die CDU den fragwürdigen Verein aktiv dazu gedrängt haben, sich um einen Sitz im Rundfunkrat zu bewerben. Der Verband soll gute Verbindungen in die Politik haben: So gratulierte etwa im Januar die damalige Familienminister Franziska Giffey (SPD) neben Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum zehnjährigen Jubiläum. Verbandsvertreter*innen sollen sich zudem in den letzten Jahren mit Vizeministerpräsident Joachim Stamp (FDP) und Nathanael Liminski, Laschets Staatskanzlei-Chef, getroffen haben.

Bereits in der Vergangenheit hatte Liminski mit homosexuellenfeindlichen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. Erst vor wenigen Monaten hatte die SPDqueer vor Liminski gewarnt, weil dieser der wichtigste Berater von Laschet sei – und die "fundamental-christliche Rechte" damit erheblichen Einfluss auf den CDU-Bundesparteichef habe (queer.de berichtete). Sollte es Laschet nach der Bundestagswahl ins Kanzleramt schaffen, wäre Liminski laut Medienberichten mit Sicherheit dabei. Die "Tagesschau" berichtete etwa: "Dass Liminski Laschet nach Berlin folgen würde, bezweifelt niemand."

Im derzeit 60 Mitglieder zählenden WDR-Rundfunkrat dürfte der Einfluss der Homo-Hasser*innen zwar gering sein. Dort ist seit 2015 unter anderem auch die queere Community vertreten (queer.de berichtete). Der "Spiegel" stellt aber die Frage: "Warum unterstützt die CDU eine Organisation, in der Homophobie und antimoderne Denkmuster verbreitet zu sein scheinen?" (dk)



#1 KaiJAnonym
  • 12.07.2021, 16:59h
  • Ein queerfeindlicher Verband hat in einem Rundfunkrat nichts zu suchen. Der Rundfunkrat soll das gesellschaftliche Spektrum widerspiegeln. Das kann in einer öffentlich-rechtlichen Institution aber nur das demokratische sein. Sonst wird die Demokratie ausgehöhlt. Der demokratiefeindliche Akt wird hoffentlich wahlwirksam eine solche Laschet-CDU-Regierung mit verhindern.
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#2 BerlinerrauschAnonym
  • 12.07.2021, 17:00h
  • So viel sind der Union, der SPD und der FDP unsere Rechte und Respekt uns gegenüber wert. Pfui!!!
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#3 SakanaAnonym
#4 KaiJAnonym
#5 GodzillaAnonym
  • 12.07.2021, 17:13h
  • Das ebenfalls schlimme an der Sache ist, dass darüber kaum bis gar nicht in der breiten Öffentlichkeit geredet wird, leider ist das bei nicht wenigen wichtigen Themen der Fall.

    Ich hoffe inständig, dass genug Menschen Empathie, Solidarität und Weitsicht zeigen, um am 26.09. nicht Laschet zum Kanzler zu machen.
    Wer hätte gedacht, dass ich folgendes Mal sagen würde: Söder wäre die bessere Wahl gewesen.
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#6 KaiJAnonym
#7 SakanaAnonym
#8 KaiJAnonym
#9 Phil-80Anonym
  • 12.07.2021, 18:05h
  • Wen das noch wundert und trotzdem CDU wählt, dem ist nicht mehr zu helfen.. aber da es dieses Jahr quasi keinen Wahlkampf gibt, wundert mich nichts mehr
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#10 myysteryAnonym