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Köln

homochrom kehrt als Literaturevent zurück

Vor drei Jahren fand das letzte homochrom-Filmfestival statt. Im August ist das Event in veränderter Form wieder am Start.


Das neue homochorm-Event findet im Schatten des Domes statt (Bild: homochrom)

Das queere Filmfestival homochrom kehrt im Sommer verändert nach Köln zurück: Vom 6. bis 8. August findet das erste Litfest homochorm im Filmforum NRW, dem Kino des zentral neben dem Dom gelegenen Museum Ludwig, statt. Dieses mehrtägige, kostenlose Event soll eine der ersten größeren queer-kulturellen Präsenzveranstaltungen in diesem Jahr sein.

"Litfest homochrom bietet eine der wirklich seltenen Gelegenheiten, queere Literatur geballt und in vielen Facetten kennen zu lernen sowie 33 deutschsprachige Autor*innen persönlich zu erleben", erklärten die Veranstalter*innen. 30 der Events findet hautnah auf der Bühne im Filmforum NRW statt, außerdem gibt es drei weitere in der Online-Lesereihe #allabendlichqueer. Diese virtuellen Veranstaltungen werden vom Kooperationspartner, den Literatunten, live aus Köln als Videokonferenz gesendet. Aufgrund der eingeschränkten Kapazitäten vor Ort werden Mitte August Videoaufzeichnungen sowie Podcasts der Lesungen und anschließenden Publikumsgespräche online veröffentlicht, sodass das Litfest homochrom nachträglich und zeitlich unbeschränkt überregional erlebbar wird.

Über 120 Bewerbungen von Künstler*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden waren für das Litfest homochrom eingegangen. Im äußerst vielfältigen Programm finden sich bekanntere Autor*innen wie z.B. Mirjam Müntefering, Jobst Mahrenholz und der mittlerweile in Südafrika lebende Lutz van Dijk, Debütant*innen wie Nora Eckert, Thomas Pregel oder Armin Wühle, Selbstverleger*innen wie Saskia Diepold, aber auch vielversprechende Neulinge, die es zu entdecken gilt. Mit 17 Jahren ist Sophie Mrotzeck die jüngste Teilnehmerin, während der mehrfach publizierte Historiker Prof. Dr. Jörgen Bracker bereits vor dem zweiten Weltkrieg geboren wurde. "Besonders freuen wir uns darüber, dass wir mit dem Kölner Johannes Lemm sowie Miss Tiffany Sterling aus Düsseldorf auch Besucher*innen des früheren Filmfests homochrom, welches das zweitgrößte von zwei Dutzend queeren Filmfestivals in Deutschland war, auf die Lesebühne des Litfests homochrom bringen dürfen", so die Organisator*innen.

Die Schriftsteller*innen werden ihre eigenen Texte präsentieren: Monologe, Kurzgeschichten sowie Auszüge aus unveröffentlichten Manuskripten und verlegten Romanen, beziehungsweise im Falle von Nora Eckert eine Autobiografie. Dabei versprechen die Veranstalter*innen Viefalt: Die Autor*innen "nehmen das Publikum mit in vertraute oder fremde Alltagssituationen, zu Partys, auf die Kirmes, in den Knast, zu einer Beerdigung, aber auch auf eine wilde Drogentour, entführen an ferne Orte wie Istanbul, Kampala oder Nordschweden, in ein U-Boot der deutschen Wehrmacht, ins Mittelalter wie auch in fantastische Welten von Meerjungfrauen und Gedankenlesern". Allen Texten des Litfests homochrom ist gemein, dass sie von genderqueeren, homo-, bi-, trans- und/oder pansexuellen Themen beziehungsweise Figuren handeln – wobei einige der Autor*innen dies aus ihrer heterosexuellen Perspektive tun.

Das komplette Programm des Litfest homochrom steht fest. Stöbert mal rein.

Posted by homochrom on Saturday, July 10, 2021
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Der Eintritt bzw. Zugang zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Litfests homochrom ist kostenlos und Karten sind unter homochrom.de/litfest erhältlich. Auf dieser Seite ist auch das Programm mit allen Information zu finden.

Besucher*innen können über Publikumspreis abstimmen

Die anwesenden Besucher*innen haben die Gelegenheit, über die Chromies, die undotierten Publikumspreise, abzustimmen. Diese sollen in drei Kategorien vergeben werden: Erstens, ein Preis für einen veröffentlichten (oder unter Vertrag stehenden) Roman. Zweitens, einen Preis für eine veröffentlichte (oder zur Veröffentlichung anstehenden) Kurzgeschichte. Und drittens der Newcomer-Preis für unveröffentlichte Texte. Die abstimmenden Besucher*innen können zudem an einer Bücherverlosung teilnehmen.

Die Größe des Publikums und die Einlassbedingungen werden abhängig von der Inzidenzstufe Anfang August sein. Außerdem ist noch unklar, ob die Stadt Köln auf eine Sonderregelung jenseits der Verordnung des Landes NRW bestehen wird. Zusätzlich versucht das Litfest homochrom, einige Signierstunden zu ermöglichen, die jedoch bei Zustandekommen erst kurzfristiger bekannt gegeben werden können.

Litfest homochrom wird im Rahmen des Programms "Neustart Kultur" der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. gefördert.

homochrom war die Zehnerjahre über eine wichtige queere Konstante der Filmkultur in Nordrhein-Westfalen mit einer monatlichen Filmreihe in sechs der größten Rhein-Ruhr-Städte sowie dem jährlichen Filmfest homochrom in Köln und Dortmund. Dort wurden viele Deutschlandpremieren gezeigt. Das zweitgrößte queere Filmfestival Deutschlands hatte zudem das Zeitzeug*innen-Projekt "Couchgespräche" ins Leben gerufen. Ende 2018 gab homoochrom wegen mangelnder Förderung den Betrieb ein (queer.de berichtete). (cw)


(Bild: homochrom)