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US-Fernsehpreise

Die Emmys schreiben weiter queere TV-Geschichte

Queere Geschichten und queere Schauspieler*innen stehen weiter hoch im Kurs – erstmals wurde etwa eine trans Frau als beste Hauptdarstellerin nominiert.


Mj Rodriguez ist die erste trans Frau in der 72-jährigen Emmy-Geschichte, die einen der Hauptpreise ergatttern könnte (Bild: FX)

Bei der diesjährigen Emmy-Verleihung können sich viele queere Schauspieler*innen Hoffnungen auf den begehrtesten TV-Preis der Welt machen. Mit Mj Rodriguez wurde erstmals eine trans Frau als beste Hauptdarstellerin für ihre Leistungen in der Dramaserie "Pose" nominiert, wie die Academy of Television Arts & Sciences am Dienstag bekanntgab. Auch Billy Porter kann sich nach seinem historischen Sieg 2019 erneut Hoffnung auf einen Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie machen. "Pose" ist zudem neben Erfolgsreihen wie "Bridgerton" eine von acht Kandidatinnen für die beste Dramaserie.

Direktlink | Schauspielunterricht mit Mj Rodriguez
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Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisation GLAAD, feierte Rodriguez' Nominierung als "Durchbruch für trans Frauen in Hollywood". "Pose" habe "ohne Zweifel viel für die trans Sichtbarkeit im Fernsehen getan und verändert, wie das Publikum in aller Welt die trans Community versteht", so Ellis. In Deutschland ist die Serie auf Netflix zu sehen.

Twitter / sarahkateellis
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Als historisch wird auch die Nominierung des schwulen Komikers Bowen Yang als bester Nebendarsteller in einer Comedyserie bezeichnet. Yang ist seit 2019 in der Sketchshow "Saturday Night Live" dabei, allerdings nicht im Hauptcast, sondern nur als "featured" Darsteller, also sozusagen in Probezeit. In der 46-jährigen SNL-Geschichte war noch nie ein "featured" Darsteller für einen Emmy nominiert worden. Yang stellt in der Sketchreihe oft sehr campe Figuren dar.

Direktlink | Comedy-Sketch mit Bowen Yang und RuPaul
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Ebenfalls für SNL nominiert ist "Schitt's Creek"-Star Dan Levy, der als Gast-Moderator durch eine Folge führte (Kategorie "bester Gastdarsteller in einer Comedyserie"). Auch die lesbische SNL-Veteranin Kate McKinnon, die unter anderem eine verspielte Comedyversion von Angela Merkel darstellt, erhielt eine Nominierung als beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie.

In derselben Kategorie wie McKinnon ist auch die offen bisexuelle Schauspielerin Hannah Einbinder nominiert. Sie spielt eine Hauptrolle in der TV-Serie "Hacks". Mit Carl Clemons-Hopkins ist auch eine nichtbinäre Person für die Leistung in "Hacks" nominiert, allerdings in der männlichen Kategorie bester Hauptdarsteller.

Für die britische Netflix-Serie "The Crown" wurde auch die nichtbinäre Emma Corrin als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie nominiert. Die bisexuelle britisch-amerikanische Schauspielerin Gillian Anderson erhielt für "The Crown" eine Nominierung als beste Nebendarstellerin. Auch die lesbische Schauspielerin Samira Wiley kann sich in der selben Kategorie für ihre Leistung in der dystopischen Serie "The Handmaid's Tale – Der Report der Magd" Chancen auf einen Emmy ausrechnen. Der schwule Darsteller Jonathan Groff ist in der Kategorie des besten Nebendarstellers in einer Mini- oder Anthologieserie nominiert. Er hatte König Georg III. in "Hamilton" gespielt.

Die britische HBO-Serie "I May Destroy You" (in Deutschland bei Sky) kann sich Hoffnungen auf einen Emmy als beste Miniserie machen. Ebenfalls nominiert ist Paapa Essiedu, der den schwulen Kwame spielt.

Auch RuPaul ist wieder in der Nominiertenliste dabei: Die bekannteste Dragqueen der Welt erhielt die sechste Nominierung in Folge als bester Moderator einer Reality- oder Wettbewerbsshow für "RuPaul's Drag Race". Die letzten drei Jahre konnte der 60-Jährige den Preis gewinnen. In der gleichen Kategorie sind unter anderem auch die Fab5 der Netflix-Realityreihe "Queer Eye" nominiert. "RuPaul's Drag Race" hat Chancen auf den Titel "beste Realityshow" sowie auf Preise in mehreren Nebenkategorien wie "beste Regie in einer Realityshow". Insgesamt bringt es "Drag Race" auf elf Nominierungen, "Queer Eye" auf sechs.

Twitter / RuPaulsDragRace

Twitter / QueerEye
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Am meisten Nominierungen haben "The Crown" und der "Krieg der Sterne"-Ableger "The Mandalorian" mit je 24 Chancen auf einen Preis, gefolgt von "WandaVision" (23), "The Handmaid's Tale" und "Saturday Night Live" (je 21).

Bereits im letzten Jahr schrieben die Emmys Geschichte, als die letzte Staffel von "Schitt's Creek" als großer Sieger hervorging (queer.de berichtete).

Die Hauptpreise werden am 19. September in einer großen Galaveranstaltung im Microsoft Center von Los Angeles vergeben und live im Fernsehen übertragen. (dk)



#1 LotiAnonym
  • 14.07.2021, 10:00h
  • Sehr wohl verdient. In weiser Vorahnung kaufte ich mir ein Poster zu Pose und bin mächtig stolz drauf. Miss Rodriguez sieht zauberhaft darauf aus. Gratulation.
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#2 Anonyma
  • 14.07.2021, 12:51h
  • Na endlich! :-) Niemand hätte den Emmy als beste Hauptdarstellerin mehr verdient als die absolut großartige Mj Rodriguez! <3
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#3 LotiAnonym
#4 trans naysayerAnonym
  • 14.07.2021, 15:15h
  • Antwort auf #3 von Loti
  • Für den Fall, dass Du mich meinst: Ich bin kein "Fan" von Pose. - Es ist meine Geschichte.

    Ballroom is my community. My family.

    Pose ist unsere Geschichte, unser Erbe und unser Vermächtnis. - Ballroom was made out of survival!

    Rinse. Repeat. Educate. Inspire. Intentionalize. Live. Love. Rise. History makes you smarter.

    Leiomy Maldonado - MJ's ehemalige Hausmutter - ist stolz auf sie. Leiomy hat nicht weniger als das von ihr erwartet.
    Leiomy ist auch die Choreographin der ballroom-scenes in Pose und spielt den Charakter Florida Ferocity.

    Michaela Jaé! My beloved badass sister, my daughter, my baby girl! She deserved it!
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#5 LotiAnonym
#6 trans naysayerAnonym
#7 SöderAnonym
  • 16.07.2021, 07:22h
  • Klasse, sie soll den Emmy heimholen!
    Unabhängig von trans oder nicht: Mj Rodriguez ist einfach eine großartige Schauspielerin.
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#8 trans naysayerAnonym
  • 16.07.2021, 11:16h
  • Antwort auf #7 von Söder
  • "Unabhängig von trans oder nicht: Mj Rodriguez ist einfach eine großartige Schauspielerin."

    DAS ist der Schlüsselsatz!

    Es geht nicht um "trans" oder "cis". Das war nur die Einstiegs-Strategie, um trans Frauen jenseits der alten Narrative in Hollywood in unserer tatsächlichen Authentizität sichtbar zu machen. - Und mittlerweile spielt MJ ja auch Rollen, die einfach cis Frauen darstellen...und Dominique Jackson, Indya Moore und Angelica Ross auch längst. Es wäre schlimm, als trans Frau nur auf trans Rollen festgelegt zu werden und das war von Anfang an nicht Teil des Plans.

    www.youtube.com/watch?v=OxYIP62jO_4
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