Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39457

Berlin

Zweiter CSD Marzahn steht unter dem Motto "Das bunte Miteinander"

Die von der AfD als "Propaganda" diffamierte Demo für gleiche Rechte im russischsprachigsten Teil der Bundeshauptstadt findet am Samstag zum zweiten Mal statt.


Im letzten Mal demonstrierten LGBTI-Aktivist*innen zum ersten Mal in Marzahn (Bild: Quarteera e.V.)

Die gemeinnützige und von russischsprachigen Aktivisten*innen geführte LGBTI-Organisation Quarteera führt zusammen mit dem lesbischen Verein LesLeFam am Samstag zum zweiten Mal eine Pride-Parade im Berliner Stadtteil Marzahn durch. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Marzahn – das bunte Miteinander!" auf Deutsch und Russisch. Hintergrund ist, dass sich in Marzahn die Community der Russlanddeutschen konzentriert.

Der Marzahn Pride wird um 12 Uhr am Helene-Weigel-Platz eröffnet. Dort wird unter anderem die Linkspolitikerin Dagmar Pohle eine Rede halten. Die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf ist die Schirmfrau des diesjährigen CSDs. Die Demonstration beginnt dann um 12.30 Uhr: Die Teilnehmenden sollen entlang der Allee der Kosmonauten zum Viktor-Klemperer-Platz ziehen. Um 14 Uhr findet dort eine Kundgebung statt, bei der sich mehrere Vertreter*innen der queeren Marzahner Community zu Wort melden wollen. Ab 14.30 Uhr ist ein Kulturprogramm geplant.

"Wir lachen gleich, wir weinen gleich"

Mit dem Motto "Marzahn – das bunte Miteinander" wolle Quarteera vermitteln, "dass alle – die Bezirksbewohner*innen und Berliner*innen, obgleich Migrant*innen, LSBTIQ* oder nicht – vieles Gemeinsames haben". Die Veranstalter*innen erklärten weiter: "Wir lachen gleich, wir weinen gleich. Letztendlich ist Sexualität oder Identität nur eines der Aspekte, die im Leben eine große Rolle spielen, aber es ist keines der Aspekte, welches alles andere überschattet."

Der CSD fand erstmals im vergangenen Jahr statt: Damals hatten sich rund 1.000 Teilnehmer*innen versammelt, um für gleiche Rechte zu demonstrieren – unter schriller Kritik der AfD: Gunnar Lindemann, der bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 massiv um die Stimmen von russischsprachigen Anwohner*innen geworben hatte und den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf 1 für die rechtspopulistische Partei gewinnen konnte, bezeichnete den CSD als "antirussischen Rassismus" und als "Propaganda" (queer.de berichtete). Der 51-Jährige sorgte im Anschluss immer wieder mit skurrilen Äußerungen für Schlagzeilen – so kritisierte er die Verwendung des Wortes "Fahrspurende" als "Genderwahnsinn", was ihm viel Spott einbrachte (queer.de berichtete).

Der Berliner Haupt-CSD wird eine Woche nach dem Pride in Marzahn coronabedingt als verkleinerter Protest-Zug stattfinden. Noch ist unklar, ob es im Anschluss eine Kundgebung geben wird. (dk)