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Corona-Jahr 2

Berlin: Lesbisch-schwules Stadtfest auch 2021 abgesagt

Das Fest im Nollendorf-Kiez soll im nächsten Jahr zurückkehren. Derweil bereitet sich die Szene auf den CSD am 24. Juli vor.


Eindruck vom Motzstraßenfest 2014 (Bild: LesbischSchwules.Stadtfest.Berlin / facebook)

Mit mehr als 350.000 Besuchern gilt es als das größte seiner Art in Europa: das zweitägige lesbisch-schwule Stadtfest mit Bühnen und Ständen rund um den Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg. Nach Angaben der Veranstalter vom Donnerstag fällt das Fest, das schon 27 Mal stattfand, auch 2021 wegen Corona aus. Aufgrund der unberechenbaren Pandemie-Situation mit verschiedenen Virusvariationen müsse man die Reißleine ziehen, hieß es vom Verein Regenbogenfonds der schwulen Wirte gegenüber dem Magazin "Siegessäule".

Laut der aktuellen Corona-Beschränkungen in Berlin sind Großveranstaltungen nur mit bis zu 25.000 Teilnehmenden erlaubt, allerdings auch nur unter Bedingungen wie Impfnachweis oder negativer Schnelltest. Das gesamte Stadtfest-Areal in einem Wohngebiet rund um den schon in den 1920ern bei queeren Menschen populären Nollendorfplatz abzusperren, sei organisatorisch unmöglich.

Früher fand das Fest an einem Wochenende im sogenannten Pride-Monat Juni statt, dann im Juli. Diesmal war es erst optimistisch auf September und dann auf den 2. und 3. Oktober geschoben worden. Nun kündigen die Veranstalter das 28. Fest, das auch gerne von Politiker*innen und Promis besucht wird, für den 16. und 17. Juli 2022 an.

CSD ohne Abschlusskundgebung

Die diesjährige Parade zum CSD Berlin soll derweil unter dem Motto "SAVE OUR COMMUNITY – SAVE YOUR PRIDE" am 24. Juli mit fünf Trucks und insgesamt 76 Fußgruppen stattfinden. Es wird außerdem mit 20.000 Teilnehmern gerechnet, wie der veranstaltende Verein am Mittwoch mitteilte. Bevor der CSD im vergangenen Jahr coronabedingt ausfiel, waren 2019 rund eine Million Teilnehmende und Besucher*innen gezählt worden.

Ein Sprecher des Vereins begründete die geringe erwartete Teilnehmerzahl damit, dass die Corona-Maßnahmen viele Menschen abschreckten und der Verein abrate, aus anderen Städten anzureisen. Außerdem sei der CSD diese Jahr eine politischere Veranstaltung – "ohne 80 Trucks wie sonst üblich".

Eine Abschlusskundgebung ist nicht geplant – auf den Trucks soll es eine Mischung aus 50 Prozent Reden und 50 Prozent Musik geben. Die Demonstration beginnt um 13.00 Uhr in der Leipziger Straße zwischen Charlottenstraße und Axel-Springer Straße und soll gegen 17.00 Uhr nach dem Weg über Potsdamer Platz, Brandenburger Tor und Siegessäule an der Urania im Stadtteil Schöneberg enden. Die Eröffnungsrede hält Kultursenator Klaus Lederer (Linke).

#AlleInfosZumCSD ? Teil 1 ? Official CSD Berlin Pride ? am 24. Juli 2021! Liebe Community! Wir laden euch alle herzlich...

Posted by CSD Berlin – Berlin Pride on Wednesday, July 14, 2021
Facebook / CSD Berlin – Berlin Pride
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Organisatorisch unabhängig vom "großen" CSD ist an dessen Vorabend am 23. Juli der Dyke* March Berlin geplant und bereits an diesem Samstag der zweite Marzahn Pride. In den letzten Wochen fand bereits ein Trans Pride und der Sternmarsch-CSD-Berlin-Pride statt. (dpa/afp/nb)



#1 MephalaAnonym
  • 16.07.2021, 06:59h
  • Erwartbar hat sich der Berliner 'große CSD' wieder selbst demaskiert und diskreditiert. Meinte doch einer der Veranstalter, die Route bzw. deren Ende sei so gelegt, daß 'wir' denjenigen, die 'unter der Pandemie am meisten gelitten haben' 'etwas zurückgeben':

    Den Bars.

    'Save our community' heißt also 'rettet Unternehmer und ihre zahlungskräftige Kundschaft'. Nur zu, sollen letztere doch erstere retten.

    Was ist mit denen, die sich Saus & Braus nicht leisten können - Mehrfach-Diskriminierung, Ausgrenzung, Armut? Die Bars haben ja mehr gelitten als sie. Klar.

    Demzufolge können sich die Veranstalter ihre 'gesellschaftspolitischen Erklärungen' in ihre schicken Frisuren schmieren. Der blanke Hohn.

    Da müssen die wirklich Marginalisierten eben ihre eigenen Prides auf die Beine stellen. Ein Anfang ist gemacht.

    Denn für wen der Berliner CSD da ist, zeigt sich zuverlässig jedes Jahr.

    Naja - wer cis weiblich ist, kann ja am Tag vorher schon anfangen auf dem dyke Sternchen march und sich fröhlich mit den TERFs verschwistern.

    Ein Gutes hat jeder Berliner CSD: Ende Juli ist er vorbei.
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#2 Kassandra MarxAnonym
  • 16.07.2021, 09:49h
  • Antwort auf #1 von Mephala
  • Die Personen, die in der Gastronomie und den Bars arbeiten, sind oftmals selbst die Angehörigen von marginalisierten Gruppen und gehören überwiegend nicht gerade zu den Besserverdienenden. Das dort unter Corono sehr gelitten wurde und oft die berufliche Existenz vernichtet wurde, ist doch nun unbestritten. Warum so ignorant und hetzerisch?
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#3 TvSteglitzAnonym
  • 16.07.2021, 13:35h
  • @Straßenfest-Orga: Wenn man es wirklich wollen würde, dann könnte man es 2021 auch tun. Immer wieder erleben wir in Berlin, dass Straßenzüge und Viertel wegen Blindgängerfunden spontan abgesperrt werden. Eine derartige Absperrung des Straßenfestbereichs mit einhergehendem Zugang für GGG sowie Anwohner mit Ausweis wäre meines Erachtens möglich, wobei sicher das übliche Areal nicht 1:1 belegt werden kann. Falls zu kompliziert, müsste es doch auch möglich sein, das Straßenfest in eine Flanierbereich (mit Regeln wie für einen Wochenmarkt, also ohne GGG, ggf. aber noch mit Maskenpflicht) und einen Eventbereich (abgetrennte Flächen vor Bühnen mit GGG-Zugang) aufzusplitten. Auch andere Varianten wären sicherlich möglich. Sollte der Regenbogenfonds mehrere Durchführungsvarianten vorgebracht haben und diese allesamt von den politisch Verantwortlichen abgeblockt worden sein, so sollte dies auch öffentlich kommuniziert werden. Ohne diese Mitteilung kommt es mir so vor, als ob es einen anderen ausschlaggebenden Absagegrund für die Straßenfest-OrganisatorInnen gegeben hat als die unmögliche Umsetzung der politischen Vorgaben. Ich hoffe, dass dieser andere Absagegrund nicht falsch verstandene "Vorsicht und Verantwortlichkeit" ist. Denn dann würde ich die Frage zu bedenken geben, was aus pandemischer Sicht 2022 ff. anders sein soll als im Oktober 2021? SarsCov2 wird uns nicht mehr verlassen, und die Zahl der Geimpften wird ohne Impfpflicht im Herbst 2022 nicht signifikant höher liegen als im Herbst 2021. Wer seine Entscheidungen auf die Maxime baut, dass es durch das Ausrichten einer Veranstaltung nicht auch nur eine einzige Covid19-infektion geben darf, der macht im Prinzip den Deckel auf alles drauf. Endgültig. Dann war das Motzstraßenfest 2019 das letzte von allen. Was viel trauriger wäre als Infektionen von Menschen, die sich frei dafür entschieden haben, sich nicht impfen zu lassen.
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#4 cis moabitAnonym
  • 16.07.2021, 14:05h
  • Antwort auf #3 von TvSteglitz
  • ich kann es nicht nachvollziehen, wie jemand angesichts von toten oder unter long covid leidenden menschen dermaßen langatmig darüber lamentieren kann, dass nicht gefeiert werden soll.

    das orga-team des stadtfestes hat eine vorbildliche entscheidung getoffen. nichts anderes ist wahr.
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#5 LotiAnonym
#6 TvStAnonym
  • 19.07.2021, 13:35h
  • Antwort auf #4 von cis moabit
  • Deine Antwort gibt genau das wieder, was ich mit "falsch verstandener Verantwortlichkeit" meinte. Für geimpfte Menschen stellt Covid-19 keine tödliche Krankheit mehr da. Das Long Covid-Syndrom ist eine unangenehme Sache, allerdings selten und durch Reha-Maßnahmen gut therapierbar. Es heißt übrigens auch nicht ohne grund Long Covid, und nicht Eternal Covid. Dass vor Vor diesem medizinischen Hintergrund erwachsene Menschen wie du anderen erwachsenen Menschen deren Lebensqualität einschränken wolle n, ist nicht maßstabsgericht. Zum einen gab es noch nie eine Pflicht zum Besuch von Strßenfesten und wird auch von niemandem eingefordert, und zum anderen ließen sich Veranstaltungen dieser Art dann auch mit der Begründung absagen, dass dort geraucht wird und Besucher dort nicht vor krebserregenden, im schlimmsten Fall tödlichen Stoffen geschützt sind. Dazu kommen Alkoholkonsum, Sonnenstich-, Panik-, Terrorismus- und allgemeine Unfallgefahr. Immer heißt es gut abzuwägen, ob man an einer Veranstaltung teilnimmt oder sie selbst organisiert. Diese Abwägung durch ein Totschlagwort wie "Long Covid" abzuwürgen und sich dabei gleichzeitig als klug, informiert und wissend darzustellen gegenüber jenen, die man als dumm, ungebildet und unvorsichtig darstellt, ist vermessen. Auch die individuelle Abwägung eines jeden Einzelnen, die naturgemäß zu individuell unterschiedlichen Ergebnissen kommt, verdient zunächst einmal Respekt. Noch einmal möchte ich abschließend die Frage stellen, was aus Sicht derer, die ein Motzstraßenfest 2021 für unverantwortbar bzw. dessen Absage für vernünftig halten, in Bezug auf die Corona-Pandemie passieren müsste, um diese traditionsreiche Veranstaltung nicht für immer zu Grabe zu tragen? Ach, und was du als "langatmig" bezichnest, tannte man in den Zeiten vor Twitter noch "argumentative Herleitung" und war einmal eine Tugend.
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