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Statistisches Landesamt

Thüringen: Ein Prozent der Scheidungen gleichgeschlechtlich

Nach der Ehe-Öffnung schoss die Zahl der gleichgeschlechtlichen Hochzeiten in die Höhe. Inzwischen steigt auch die Zahl der Scheidungen von Schwulen und Lesben.


Auch in homosexuellen Haushalten gibt es immer mehr dieser Ordner (Bild: Tim Reckmann / flickr)

  • 16. Juli 2021, 12:34h, noch kein Kommentar

Das Thüringer Landesamt für Statistik hat am Freitag einen Rückgang der Scheidungen im Jahr 2020 gemeldet, aber gleichzeitig einen Anstieg der Scheidungen unter gleichgeschlechtlichen Paaren. Insgesamt seien letztes Jahr 3.419 Scheidungen gemeldet worden – und damit 1,3 Prozent weniger als 2019.

Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Scheidungen habe aber zugenommen: von zehn im Jahr 2019 auf 33 im Jahr 2020. Damit stieg der Anteil der gleichgeschlechtlichen Scheidungen von 0,3 Prozent auf 1,0 Prozent.

Der Anteil dürfte in den nächsten Jahren noch weiter steigen, da die gleichgeschlechtliche Eheschließung erst seit dem 1. Oktober 2017 möglich ist und nach Angabe des Statistikamtes die meisten Ehescheidungen zwischen dem dritten und zwölften Ehejahr stattfänden. Im Gegensatz zu 2019, als die meisten Ehescheidungen nach dem "verflixten" 7. Jahr vollzogen wurden (209 Scheidungen), haben sich demnach 2020 die meisten Ehepaare bereits nach dem 6. Ehejahr scheiden lassen (202 Ehescheidungen). Fast ein Fünftel der geschiedenen Paare hätte bei ihrer Scheidung aber bereits Silberhochzeit gefeiert und somit mindestens 25 Ehejahre miteinander verbracht. Eine im vergangenen Jahr geschiedene Ehe hielt in Thüringen im Durchschnitt 15,1 Jahre.

Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen ist nach einem ersten Hype 2017 und 2018 zuletzt wieder zurückgegangen. Das Statistische Landesamt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen meldete etwa für 2020, dass 2,8 Prozent aller Eheschließungen von Paaren gleichen Geschlechts durchgeführt worden seien (queer.de berichtete). Im Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 3,6 Prozent, 2018 sogar bei 8,5 Prozent. Damals hatten allerdings kurz nach der Ehe-Öffnung besonders viele verpartnerte Paare ihren Familienstand in "verheiratet" geändert. (pm/dk)