Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39470

Mann mit PKW angefahren

Homophobe Attacke im Kölner Szene-Viertel

Ein Feiernder ist in der Schaafenstraße offenbar aus Hass von einem PKW angefahren worden. Nun soll die Straße teilweise für den Autoverkehr gesperrt werden.


Nachts ist Köln gewalttätiger, als es die Stadt wahrhaben möchte (Bild: Rob Oo / flickr)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es in Köln nach Polizeiangaben zu einer möglicherweise homophob motivierten Attacke im einem der beliebtesten Szene-Viertel der Domstadt gekommen. Gegen 2.45 Uhr soll es demnach auf der Schaafenstraße zu einem verbalen Streit zwischen einem 34-jährigen Feiernden und zwei Unbekannten in einem grauen PKW gekommen sein. Die Männer, die laut Zeug*innen zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen seien, hätten den 34-Jährigen und andere homophob beleidigt. Danach habe der Autofahrer den Wagen zurückgesetzt und sei gegen den Feiernden gefahren. Zur Verletzung des Mannes wurde keine Angabe gemacht. Nach der Attacke seien die beiden PKW-Insassen mit dem Wagen schnell weggefahren. Die Polizei ermittle wegen gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs.

Die Boulevardzeitung "Express" zitierte einen 37-jährigen Zeugen mit den Worten: "Ein Peugeot fuhr einem der dort feiernden Personen gezielt und mit voller Absicht mit Vollgas im Rückwärtsgang in den Rücken, so dass die Person zu Boden geschleudert wurde. Danach verließ der Fahrer mit seinem Fahrzeug mit quietschenden Reifen die Unfall- bzw. Anschlagsstelle und flüchtete."

"Die Stadt kann da nicht weiter weg sehen"

Ein Gastronom, der anonym bleiben wollte, erklärte außerdem, dass verbale Angriffe auf Homosexuelle im Szene-Viertel zunehmen würden. Daher müsse die Stadt handeln: "Die Stadt kann da nicht weiter weg sehen. Auf der einen Seite werden die Logos der Stadt in den sozialen Medien in Regenbogen gefärbt, 'Ach sind wir tolerant', und auf der anderen Seite werden die Hilferufe des größten LGBTIQ-Schutzraumes der Stadt ignoriert." So forderte er etwa, die Straße am Wochenende abends und nachts für den Autoverkehr zu sperren.

Innenstadt-Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) erklärte, alle 19 Abgeordnete der Bezirksvertretung hätten eine Dringlichkeitsentscheidung unterzeichnet, um die Sperrung der Straße zu ermöglichen. Nun müsse die Verwaltung reagieren. Die Stadt will laut einem Sprecher außerdem am Wochenende Absperrgitter zur Verfügung stellen.

Aus der Schaafenstraße, an dem sich eine queere Kneipe an die nächste reiht, gibt es immer wieder Berichte über Übergriffe. 2016 führte die Szene deshalb zum Karneval "Sicherheits"-Bändchen ein (queer.de berichtete). Beim CSD 2020 wurde die Aidshilfe-Aktivistin und damalige Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) auf der Schaafenstraße von einem Postzusteller begrapscht, als sie gerade Kondome verteilte. Der 34-jährige Grapscher wurde im April diesen Jahres zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.600 Euro verurteilt (queer.de berichtete).

Auch die Polizei stand wiederholt in der Kritik, weil sie während der Corona-Krise wegen Nichteinhaltung der Abstandsregeln die Schaafenstraße und andere Viertel mehrfach räumen ließ (queer.de berichtete). Das Verhältnis zwischen Szene und Polizei hat sich in letzter Zeit auch abgekühlt, nachdem immer mehr Details über einen gewalttätigen Übergriff von diensthabenden Polizisten auf einen CSD-Besucher bekannt wurden (queer.de berichtete). (dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 16.07.2021, 18:34h
  • Wenn man Menschen vorsätzlich mit dem Auto anfährt, sollte das als Mordversuch verfolgt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FiBuAnonym
  • 17.07.2021, 08:39h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Ja, genau wie Messerangriffe und Tritte vor den Kopf, insbesondere wenn Personen schon am Boden liegen.
    Aber wir wären nicht in Deutschland, wenn sich nicht doch noch ein strafmaßreduzierender Grund finden würde.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AutumnRiverProfil
  • 17.07.2021, 15:01hKöln
  • Im Artikel steht nicht, ob sich jemand das Autokennzeichen merken konnte. Wie ist es damit?
    Ansonsten wird die Ermittlung wohl ziemlich aussichtslos sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AnniAnonym
#5 SeliAnonym
  • 22.07.2021, 01:16h
  • War auch an dem Abend da und habe es mit eigenen Augen gesehen. Ich war einfach komplett geschockt. Vorallem wie der Typ dann einfach abgehauen ist.... Der Typ sollte echt mal drüber nachdenken was der gemacht hat. Und hoffentlich bekommt er seine gerechte Strafe!
  • Antworten » | Direktlink »