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Studio Responsibility Index

Seit 2016 keine einzige trans Figur in Hollywood-Blockbustern

Mehr Hollywood-Filme zeigen laut einer neuen Studie queere Figuren – allerdings gibt es laut queeren Aktivist*innen noch viel zu tun.


In der Komödie "Like a Boss" (alberner deutscher Titel: "Lady Business") spielte Billy Porter den schwulen Barrett (Bild: Paramount Pictures)

Im Kinojahr 2020 hat der Anteil queerer Figuren bei Hollywood-Blockbustern leicht zugenommen. Insbesondere seien mehr queere Frauen und mehr nichtweiße Figuren gezählt worden, heißt es im "Studio Responsibility Index" (PDF), der jährlich von der amerikanischen LGBTI-Organisation GLAAD herausgegeben wird. Auf der anderen Seite sei dieses Jahr erneut keine einzige identifizierbare trans Person in einem Hollywood-Blockbuster vorgekommen.

Insgesamt hätten 22,7 Prozent der von den acht großen Hollywood-Studios herausgebrachten Filme queere Figuren gehabt. Das bedeutet einen Anstieg um 4,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019 (queer.de berichtete).

GLAAD merkte jedoch an, dass 2020 wegen der Corona-Krise ein ungewöhnliches Kino-Jahr gewesen sei. So seien nur 44 Filme USA-weit von den großen Studios veröffentlicht worden, im Vorjahr waren es 118 gewesen. GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis erklärte, derzeit finde ein großer Umschwung in Hollywood statt: "Dies ist eine große Chance, um die Akzeptanz von queeren Geschichten zu steigern, neue Wege zu betreten und in queeres und trans Talent zu investieren, um dem Publikum spannende Geschichten zu geben", so Ellis. Hollywood müsse beweglicher, kreativer und offener werden.

Benedict Cumberbatch spielte letzte nichtbinäre Figur

Insbesondere die Abwesenheit von trans oder nichtbinären Charakteren sei aber besorgniserregend. Zum letzten Mal meldete der GLAAD-Report eine derartige Figur im Filmjahr 2016. Damals spielte Benedict Cumberbatch in "Zoolander 2" die nichtbinäre Figur All (queer.de berichtete). Mit der Darstellung war GLAAD allerdings nicht zufrieden. "Diese Figur existierte wieder einmal nur für eine Pointe", hieß es damals im Bericht. All sei eine "cartoonhafte Darstellung einer non-binären Person, die nur existiert, um sich über Menschen mit nicht traditionellen Geschlechtsrollen lustig zu machen".


Benedict Cumberbatch als All in "Zoolander 2" (Bild: Paramount Pictures)

GLAAD hatte bereits vor drei Jahren von den großen Studios gefordert, dass 20 Prozent der Filme bis 2021 mindestens eine queere Figur enthalten sollten – dieser Wert wurde nach dem neuesten Report bereits 2020 erreicht. Bis 2024 müsse dieser Anteil aber auf 50 Prozent steigen. Zudem sollten die Rollen für eine faire Darstellung auch zentraler Bestandteil der Geschichten sein, aber nicht ausschließlich durch ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität definiert werden. Ziel sei, mit einer verbesserte Sichtbarkeit von queeren Figuren in Blockbustern auch die Akzeptanz im echten Leben zu verbessern. (dk)