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USA

NHL-Eishockey-Spieler Luke Prokop outet sich

Der Kanadier ist der erste offen schwule Profi in der nordamerikanischen Liga NHL.


Prokop im letzten Dezember

Luke Prokop hat sich als erster in der nordamerikanischen Liga NHL unter Vertrag stehende Eishockeyprofi öffentlich als schwul geoutet. Er habe "keine Angst" mehr zu zeigen, "wer ich bin", schrieb der 19 Jahre alte Verteidiger der Nashville Predators am Montag in sozialen Netzwerken. "Heute bin ich stolz, öffentlich allen zu sagen, dass ich schwul bin." Ein Coming-out eines Spielers in der besten Eishockey-Liga der Welt hatte es bislang nicht gegeben – auch nicht wie in manch anderen Ligen von Spielern nach Ende der Karriere.

Er habe lange gebraucht, um an diesen Punkt in seinem Leben zu kommen, schrieb Prokop, der noch am Beginn seiner Karriere steht. Jetzt könne er aber kaum glücklicher sein. "Schon in jungen Jahren habe ich davon geträumt, ein NHL-Spieler zu werden, und ich glaube, dass mein authentisches Leben es mir ermöglichen wird, mein ganzes Selbst auf die Eisbahn zu bringen und meine Chancen zu verbessern, meine Träume zu erfüllen."

Er sei nun "neu in der Community", aber "begierig, mehr über die starken und gegen Widerstände kämpfenden Menschen zu erfahren, die vor mir kamen, und den Weg ebneten, damit ich mich heute sicherer fühlen kann." Er könne diesen Schritt nicht ohne seine Familie, Freunde und Agenten machen, die ihm auf jeden Schritt des Weges unterstützten. Prokop betonte, er hoffe, dass seine Botschaft dabei helfe, dass der Sport für alle da sei.

In Interviews sagte der Spieler weiter, die eingeschränkte letzte Saison aufgrund von Covid-19 habe den Schritt zum Coming-out beschleunigt: "Ich lag eines Nachts im Bett, hatte gerade zum vierten oder fünften Mal eine Dating-App gelöscht und war extrem frustriert, weil ich nicht mein wahres authentisches Ich sein konnte", sagte er zu ESPN. "In diesem Moment meinte ich: 'Genug ist genug. Ich akzeptiere, wer ich bin. Ich möchte so leben, wie ich es möchte, und ich möchte mich selbst als schwuler Mann akzeptieren.'"

So habe er im Frühjahr 2020 begonnen, sich bei der Familie und Freunden zu outen und dann bei seinem Teammanagement. Auch habe er mit dem NHL-Agenten Bayne Pettinger, der sich im letzten Jahr outete, gesprochen. Die ersten positiven Coming-outs bei Mitspielern seien dann sehr befreiend gewesen.

Von seinem Club und NHL-Boss Gary Bettman erhielt der Youngster am Montag sofortige Rückendeckung. "Im Namen der National Hockey League sind wir stolz auf Luke Prokop für die heutige Erklärung und ich möchte ihm dafür danken, dass er seine Wahrheit teilt und so mutig ist", so Bettman.

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Club-Präsident Sean Henry verkündete, die Predators seien "stolz auf Lukes Mut, den er mit seinem Coming-out zeigt. Wir werden ihn in den kommenden Tagen, Wochen und Jahren unterstützen, während er sich weiter entwickelt. Ein Ziel unserer Organisation ist die Gleichberechtigung für alle, einschließlich der LGBTQ-Community. Es ist wichtig, dass Luke sich wohlfühlt, während er in seiner Karriere Fortschritte macht."

Die Predators hatten Prokop im letzten Jahr im Draft in der dritten Runde ausgewählt, als er in der höchsten kanadischen Juniorenliga WHL bei den Calgary Hitmen spielte. Erst vor wenigen Wochen hatte sich mit Carl Nassib der erste aktive Profi in der US-Football-Liga NFL geoutet (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 AlexAnonym
  • 20.07.2021, 12:50h
  • Gut so.

    Wahre sportliche Idole stehen zu sich, statt sich selbst zu verleugnen und zu verstecken.

    Da geht es nicht nur um die Vorbild-Wirkung für andere, sondern gerade auch um die Leute selbst, weil so eine Selbstverleugnung langfristig nicht ohne Folgen für die eigene seelische und körperliche Gesundheit bleibt.
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