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"Leider ist das keine Seltenheit"

Nach ZDF-Auftritt: Morddrohungen gegen Riccardo Simonetti

Der LGBTI-Sonderbotschafter des EU-Parlaments co-moderierte am Sonntag den ZDF-"Fernsehgarten". Danach hätten ihn "zahlreiche Morddrohungen" erreicht, berichtet Simonetti.


Riccardo Simonetti begrüßte am Sonntagmittag mit Regenbogenschuhen und einem bunten Outfit die langjährige "Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel (Bild: Screenshot / ZDF)

  • 20. Juli 2021, 09:12h 23 2 Min.

Entertainer und Influencer Riccardo Simonetti hat nach seinem Auftritt in der ZDF-Unterhaltungssendung "Fernsehgarten" Morddrohungen erhalten. Das berichtet der 28-Jährige auf Instagram. Simonetti war am Sonntagmittag – wie bereits mehrere Male zuvor – neben Andrea Kiewel Co-Moderator der live aus Mainz-Lerchenberg ausgestrahlten Sendung. Laut GfK verfolgten 1,82 Millionen Menschen die 130-minütige Show in Deutschland.

"Leider gibt es auch ein paar Regenwolken, die sich über diesen schönen Tag legen", so Simmonetti in einem Instagram-Eintrag vom Montag. "Nach meinem Auftritt im [Fernsehgarten] haben mein Management und mich zahlreiche [Morddrohungen] erreicht, die sehr explizit und grausam waren. Leider ist das keine Seltenheit und eigentlich nur ein trauriges Armutszeugnis, mit dem man als geschminkter Mann heute auch noch leben muss." Ihm es sei es wichtig zu betonen, "dass all diese Nachrichten mit homophoben Absichten geschrieben wurden", erklärte Simonetti weiter. "In jeder Nachricht ging es darum, dass Schwule generell vergast oder schlimmeres gehören. Die Details erspare ich euch."

Simonetti kündigte an, alle Drohnachrichten zur Anzeige zu bringen. "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und die Handlungen, die man hier unternimmt, haben auch im echten Leben Konsequenzen", so der Entertainer. Er stellte klar, dass diese Handlungen strafbar seien.

Für seinen Eintrag erhielt er viel Unterstützung. "Kein Platz für dumme Menschen", schrieb etwa Dragqueen Bambi Mercury als Reaktion in der Kommentarspalte. Moderator Ralph Morgenstern sendete dem 28-Jährigen drei Applaus-Emojis.

AfD-Politikerin wirft Simonetti "Homo-Propaganda" vor

Aber auch aus der Politik muss sich Simonetti gegen diskriminierende Äußerungen wehren. Keine zwölf Stunden nach der Ausstrahlung des "Fernsehgartens" kritisierte etwa die AfD-Bundestagskandidatin Christina Baum Simonettis Kinderbuch "Raffi und sein pinkes Tutu" auf ihrer Facebookseite und sprach dabei von "Homo-Propaganda" (queer.de berichtete).

Simonetti war zunächst als Blogger bekannt geworden und arbeitete später unter anderem als Model und Moderator; seit 2017 läuft etwa seine Fernsehsendung "Riccardo's Dream Date" im Pay-TV-Sender E! Entertainment. Zusätzlich war er in vielen Unterhaltungssendungen wie "Shopping Queen" oder "Genial daneben" zu sehen. Auf Instagram folgen ihm mehr als 300.000 Menschen. Im Februar dieses Jahres wurde er außerdem zum ersten LGBTI-Sonderbotschafter des Europäischen Parlaments ernannt und soll so die Öffentlichkeitsarbeit des EU-Organs unterstützen (queer.de berichtete).

Bereits mehrfach hatte sich die "German Personality of 2020" gegen Online-Hass gewehrt. Vor einem halben Jahr erklärte er etwa, dass ihn nicht nur "Schwuchtel und Co."-Beleidigungen erschreckten, sondern besonders Anfeindungen, die "pseudo-höflich" formuliert würden und eine "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber..."-Mentalität an den Tag legten (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 20.07.2021, 11:48h
  • Wer vor etwas Angst hat, reagiert aggressiv. Wer Homosexuelle mit Mord droht, kennt zum einen wohl nicht die Gesetzeslage, und zum anderen will er dadurch wohl seine eigenen homosexuellen Anteile, bzw. die eigene Homosexualität verleugnen.
    Zu Herrn Simonetti:
    Gute Moderation, hübsches Gesicht, nur, ich würde ihm empfehlen, den Bart etwas stylischer zu verändern.
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#2 finkenfanAnonym
  • 20.07.2021, 12:00h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • "zum anderen will er dadurch wohl seine eigenen homosexuellen Anteile, bzw. die eigene Homosexualität verleugnen."

    Dazu möchte ich den Blogger fink zitieren, der kürzlich twitterte:

    "Vorschlag: Damit aufhören, jedem homophoben Hetzer oder Gewalttäter reflexhaft zu unterstellen, dass er doch bestimmt heimlich "selbst schwul, höhö" ist. Einfach mal die kühne Idee zulassen, dass hundertprozentig heterosexuelle Männer queerfeindliche Arschlöcher sein können.
    Queerfeindliche Gewalt ist kein Problem, das sich queere Menschen nur untereinander bereiten. Sie entsteht nicht nur dort, wo jemand queer ist. Also framed es bitte auch nicht so. Das Problem ausschließlich auf die Opfergruppe zu verschieben ist extrem kontraproduktiv."

    twitter.com/der_zaunfink

    Des weiteren würde mich Deine Qualifikation interessieren, die es Dir erlaubt, Anderen ungefragt Tipps bezüglich ihres Aussehens zu geben. Ich glaube, Riccardo weiß ganz gut selbst, wie er seinen Bart tragen möchte und braucht da keine Nachhilfe.

    ***

    Zu den Morddrohungen: Wenn ich noch einmal höre "Was wollt ihr denn noch? Ihr habt doch jetzt alles erreicht!", springe ich im Fünfeck. Lieber Riccardo, bitte fühle Dich umarmt und unterstützt! Wir brauchen Dich, und wir lieben Dich!
  • Direktlink »
#3 kuesschen11
  • 20.07.2021, 12:20hFrankfurt
  • Die latente Homophobie sollte genauso aufgedeckt werden wie die offene Homophobie.

    Alles muss strafrechtlich zur Anzeige gebracht werden.

    Danke an Riccardo Simonetti für seinen guten und vorbildlichen Einsatz.
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