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Bundestagswahl 2021

AfD beklagt "Homo-Propaganda"

Eine AfD-Kandidatin auf einem wohl sicheren Listenplatz warnt vor einer "äußerst aggressiven und lautstarken Minderheit" von Homosexuellen, die eine "Diktatur der Minderheiten" errichten wollten.


Mit derartigen Werbekampagnen versucht die AfD, die Stimmen von Menschen, die Homosexuelle hassen, auf sich zu vereinigen (Bild: Facebook / Christina Baum)

Die AfD verwendet im Bundestagswahlkampf nun auch offen das Kampfwort "Homo-Propaganda": Die baden-württembergische Listenkandidatin Christina Baum, die mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten Bundestag einziehen wird, veröffentlichte am späten Sonntagabend auf ihrer Facebook-Seite ein Wahlkampfbild mit der Botschaft: "Ich lehne jede Form von Homo-Propaganda und Frühsexualisierung ab. Wäre Homosexualität normal, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben."

Als Anlass für ihre Tirade nannte die 65-Jährige die "Homo-Werbung für Kinder bei Fast-Food-Kette McDonalds". Sie verlinkte dazu einen Artikel eines rechtspopulistischen österreichischen Magazins, in dem darüber berichtet wird, dass Riccardo Simonettis Kinderbuch "Raffi und sein pinkes Tutu" im Kindermenü "Happy Meal" enthalten sei. Das 2019 veröffentlichte Buch handelt von Raffi, der gerne Fußball spielt, aber auch seine Lieblingspuppe und sein pinkes Tutu liebt. Das Buch soll Kindern beibringen, Vielfalt anzuerkennen und niemanden auszugrenzen (queer.de berichtete).

Jetzt im Happy Meal: Raffi und sein pinkes Tutu! ?? "Ich hoffe sehr, dass ein Buch, das Toleranz, Anderssein und...

Posted by McDonald's Minden on Friday, June 25, 2021
Facebook / McDonald's Minden | Derartige Aufrufe zur Toleranz sind der AfD ein Dorn im Auge
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Autor Simonetti ist der erste LGBTI-Botschafter des Europarparlaments und war am Sonntag Co-Moderator im ZDF-"Fernsehgarten". Nach dem Auftritt berichtete er davon, dass er aus Homophobie motivierte Morddrohungen erhalten habe (queer.de berichtete).

In einem wuterfüllten Text erklärte Baum auf Facebook weiter, dass Kinder ein Recht auf "Schutz ihrer Intimsphäre" hätten, "damit sie ihre Sexualität selbstbestimmt herausbilden können". Sie verschweigt jedoch, dass im kritisierten Buch das Thema Sex überhaupt nicht angesprochen wird.

"Bewusste Manipulation zur Irritation der Kinder"

Die Zahnärztin erklärte, dass sie nichts gegen weniger sichtbare Homosexuelle habe ("Homosexualität gab es schon immer und sie betrifft einen relativ kleinen Teil der Gesellschaft, der Sexualität in 'Abweichung von der Norm' lebt."). Einschränkend erklärte sie dann: "Eine äußerst aggressive und lautstarke Minderheit dieser Personen möchte jedoch ihre Lebensweise dominierend der Mehrheitsgesellschaft aufzwingen und wird dabei immer penetranter. Das bezeichne ich als 'Diktatur der Minderheiten', die ich nicht akzeptieren werde. Und Kinder schon ganz früh mit einer abweichenden Sexualität zu konfrontieren, bevor sie sich überhaupt für dieses Thema interessieren, stellt eine bewusste Manipulation zur Irritation der Kinder dar." Dies schade "der körperlichen und seelischen Entwicklung von Kindern und [muss] unterbunden werden".

Baum ist auf dem achten Platz der AfD-Landesliste Baden-Württemberg gewählt worden und zieht damit mit großer Wahrscheinlichkeit ins Berliner Bundesparlament ein. Bei der letzten Wahl 2017 hatten elf AfD-Kandidat*innen aus Baden-Württemberg den Sprung in den Bundestag geschafft. Da der nächste Bundestag wegen der ausgebliebenen Wahlrechtsreform wahrscheinlich erheblich größer werden wird, braucht die AfD wohl dieses Jahr weniger Wählerstimmen, um die selbe Anzahl an Parlamentarier*innen zu erhalten.

Baum ist eine Wiederholungstäterin

Bereits mehrfach hatte Baum, die dem völkischen AfD-Flügel zugerechnet wird, gegen LGBTI-Rechte gewütet. Als der Bundestag etwa 2017 das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aufhob, schrieb sie auf Facebook: "Gute Nacht, Deutschland" und behauptete, die anderen Parteien trieben damit die "Zerstörung der traditionellen Familie" voran. Außerdem brachte sie in diesem Text die Ehe für alle mit sexuellem Missbrauch von Kindern in Zusammenhang ("Wer Pädophilie nicht konsequent entgegentritt, ebnet durch die Aufweichung der traditionellen Ehe Wege, die weiterführen[,] als wir uns das derzeit vorstellen mögen").

Vergangenen Monat forderte Baum sogar ein generelles Verbot, für LGBTI-Rechte auf die Straße zu gehen. Damals schrieb sie auf Facebook: "Zum Schutz unserer Kinder: Ich fordere ein Verbot des Christopher Street Day" (queer.de berichtete).

Die AfD führt dieses Jahr Wahlkampf unter dem Motto "Deutschland. Aber normal". Dabei macht sie gezielt Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Der innerparteilich als gemäßigt geltende Parteichef Jörg Meuthen beklagte etwa kürzlich die angeblich um sich greifende "LGBT-Ideologie" (queer.de berichtete). (dk)



#1 SakanaAnonym
  • 20.07.2021, 11:30h
  • Wenigstens macht sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube und reißt ihrer Partei auch noch den letzten Rest vorgeheuchelter Homofreundlichkeit vom braunen Gesichte... sie war schon im BW-Landtag unausstehlich mit ihren Ausfällen und würde es auch im Bundestag nicht besser machen... sowohl die Partei wie auch die Kandidatin selbst sind für mich absolut indiskutabel und inakzeptabel.
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#2 Taemin
  • 20.07.2021, 11:32h
  • Boah... der dümmste und älteste Spruch wird zum millionsten Mal aufgekocht... wenn alle so wären, würde die Menschheit aussterben... das ist eine so ranzige und stinkige Suppe, man wundert sich doch immer wieder, dass denen so gar nix besseres einfällt.
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#3 DramaQueen24Profil
  • 20.07.2021, 11:44hBerlin
  • Sagen wir es mal so: An meinen Zähnen dürfte sie nicht herumdoktern. Wer Hass säet, wird Sturm ernten!
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#4 AlteUnkeAnonym
#5 FüchsleinAnonym
  • 20.07.2021, 11:57h
  • Es gibt 1500 Tierarten bei denen Homosexualität bekannt ist.
    Mehr "normal" geht nicht.

    Menschen sind allerdings die einzige Art mit Homophobie - die ist nicht normal.
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#6 LeashProfil
  • 20.07.2021, 12:03hHamburg
  • Oh man Christina, so funktioniert das doch aber nicht. Lies doch mal ein Buch! z.B. "Raffi und sein pinkes Tutu", anspruchsvolle Lektüre sicher, aber es ist nie zu spät seinen Horizont zu erweitern.
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#7 euqumanAnonym
  • 20.07.2021, 12:16h
  • Wäre Homosexualität normal , wäre die Menschheit schon längst ausgestorben...
    wohl nicht! Denn Homosexualität bedeutet nicht Fortpflanzungsunfähigkeit.Homosexuelle Menschen erschaffen Co-Elternschaft Familien oder auch Co-Parenting Familien genannt oder Queer -Familien dort tun sich ein homosexuelles Männerpaar mit einem homosexuellen Frauenpaar fortpflanzen ,und das ohne Sex ganz natürlich . Es gibt nämlich zwei natürliche Fortpflanzungsmethoden nämlich Geschlechtsverkehr und man kann Samenflüssigkeit in die Scheide der Frau einführen was auch zur Schwangerschaft führt.Würde es nur noch Homosexuelle Mneschen geben , so wäre die Menschheit homosexuell und es gäbe lauter homosexuelle Singles , homosexuelle Männerpaare und homosexuelle Frauenpaare , also ein homosexuelles Frauenpaar kann sich dann mit einem homosexuellen Männerpaar fortpflanzen, die Menscheit stirbt überhaupt nicht aus , wenn jeder Mensch homosexuell wäre. Und warum soll die Natur beim Menschen nur eine Fortpflanzungsmethode erschaffen haben?In der Tierwelt gibt es ganz viele verschiedene Fortpflanzungsmethoden die alle natürlich sind.

    Zudem ist diese Fortpflanzungsmethode, bei der man Samenflüssigkeit in die Scheide der Frau einführen tut bis jetzt sicherer als Vaginalsex . Denn bei Vaginalsex kann die Frau einen Scheidenriss bekommen , der für die Frau tödlich enden kann und Mann und Frau können durch Vaginalsex einen Vaginalkrampf bekommen.

    Siehe:
    Die Menschheit stirbt nicht durch Homosexualität aus:

    www.aerzteblatt.de/studieren/forum/131649
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#8 SakanaAnonym
  • 20.07.2021, 12:33h
  • Antwort auf #7 von euquman
  • An Familienmodellen und
    Verwandschaftsbeziehungen gibt es weltweit wahrlich mehr als genug, wo auch LSBTTIQ*-Familien gut ihren Platz finden können:

    de.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaftsbeziehung

    de.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaftssystem

    und mein Lieblingsbeispiel mit der chinesischen Volksgruppe der Moso, die das Modell der "Besuchsväter" kennen und folgendes Beziehungsmodell pflegen: "Lediglich Frauen im gebärfähigen Alter haben das Recht auf einen eigenen Schlafraum. Die Mosuo kennen keine Ehe zwischen Frau und Mann, bei der das verheiratete Paar zusammenlebt; diese wird als unnatürlich betrachtet und als Gefahr für die Familie. Sie pflegen vielmehr die Besuchsehe bzw. Besuchsbeziehung (auch visiting marriage oder walking marriage genannt). Sowohl Frauen als auch Männer dürfen mit mehreren
    (gegengeschlechtlichen) Partnern oder Partnerinnen nebeneinander oder nacheinander sexuelle Beziehungen pflegen, die keinerlei Bestätigung von dritter Seite brauchen und auch von jeder der beiden Seiten ohne Umstände und jederzeit aufgelöst werden können. Die Männer besuchen dabei als Geliebte (azhu) die Frauen in der Nacht und kehren am Morgen in den Haushalt ihrer Großfamilie zurück."

    de.wikipedia.org/wiki/Mosuo


    Frau Baum ist da auf einem sehr wurmzerfressenen Holzweg unterwegs, was ihre Vorstellung von "Familie" und Familienmodellen anbetrifft. Für eine Frau mit (medizinischem) Doktortitel geradezu schändlich.
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#9 euqumanAnonym
#10 OnkelDoktorAnonym
  • 20.07.2021, 12:40h
  • Für jemand, der einen Dr. Titel in einem medizinnahen Fachgebiet führt, ist sie aber erschreckend inkompetent... oder wie erklärt sie uns, dass Pilze, die gar keinen Sex haben, noch immer nicht ausgestorben sind.

    Spaltpilze, wie die AfD, gedeihen geradezu "prächtig".

    Zum Glück will sie Vollzeitpolitiker werden/bleiben. Man stelle sich vor, sie behandle lebende Patienten: "Also diese weißen Dinger in Ihrem Mund... ich weiß ja auch nicht, am besten machen wir die mal raus..."
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