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Europäische Union

Barley fordert Sperrung der EU-Gelder für Ungarn und Polen

Die EU will nicht länger hinnehmen, dass die beiden größten Nettoempfänger weiterhin Milliarden erhalten, während sie die Demokratie mit Füßen treten und queere Menschen drangsalieren.


Die frühere Bundesfamilien- und Bundesjustizministerin ist seit 2019 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (Bild: Susie Knoll)

  • 20. Juli 2021, 09:54h 12 2 Min.

Angesichts der Vorstellung des jährlichen Rechtsstaatsberichts der EU-Kommission am Dienstag fordert die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), dass EU-Gelder für Ungarn und Polen gesperrt werden. "Wichtig dabei ist, dass diese Maßnahmen in erster Linie die Regierungen treffen und nicht die Bevölkerung", sagte die ehemalige Bundesjustizministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). In beiden Staaten gebe es mit bei den demokratischen Prinzipien Defizite.

Mit Blick auf Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán sagte Barley: "Er und seine Regierung haben an allen Säulen der Demokratie so starke Veränderungen vorgenommen, dass man von demokratischen Verhältnissen in Ungarn nicht mehr reden kann." Als Beispiel nannte die 52-jährige Deutsch-Britin unter anderem das im Juni verabschiedete "Homo-Propaganda"-Gesetz. Dieses verbietet es, Bücher und andere Informationsträger Menschen unter 18 zugänglich zu machen, die Homosexualität, Transsexualität oder Geschlechtsanpassungen "darstellen" oder "propagieren". In Polen sei auch die Unabhängigkeit der Justiz gefährdet.

/ katarinabarley | Katarina Barley zitierte bereits am Wochenende einen Vorwurf an die CDU, zu freundlich mit dem Orbán-Regime umzugehen
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EU geht mit Verfahren gegen Ungarn und Polen vor

Kritiker*innen werfen sowohl der ungarischen als auch der polnischen Regierung nicht nur Staatshomophobie wie die Errichtung LGBTI-freier Zonen vor. Beide Länder übten zudem einen Einfluss auf die Justiz aus, der nicht mit EU-Standards vereinbar sei. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, im Herbst die ersten Verfahren auf den Weg zu bringen, die zu einer Kürzung der EU-Mittel für Länder wie Ungarn und Polen führen könnten (queer.de berichtete). Wenn sich herausstelle, dass Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit die finanziellen Interessen der EU beeinträchtigten oder ernsthaft zu beeinträchtigen drohten, müssten Maßnahmen ergriffen werden, sagte die CDU-Politikerin. Außerdem erklärte sie: "Europa wird niemals zulassen, dass Teile unserer Gesellschaft stigmatisiert werden: sei es wegen der Person, die sie lieben, wegen ihres Alters, ihrer politischen Meinung oder aufgrund ihres religiösen Glaubens."

In dem für Dienstag erwarteten Bericht der EU-Kommission wird systematisch der Zustand von Medienfreiheit, Demokratie und Korruptionsbekämpfung in den EU-Staaten untersucht. Er war vergangenes Jahr erstmals präsentiert worden. (dpa/dk)

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#1 AlexAnonym
  • 20.07.2021, 13:08h
  • Staaten, die die EU nur als Goldesel missbrauchen und ansonsten EU-Recht mit Füßen treten, haben in der EU nichts zu suchen.

    Das mindeste ist aber, dass solche Staaten keinen Cent mehr aus EU-Geldern bekommen und ihnen auch das Stimmrecht entzogen wird.

    Wenn nicht mehr die Milliarden fließen, können die Regierungen ja mal gucken, wie lange sie noch an der Macht sind.
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#2 MagsAnonym
  • 20.07.2021, 14:19h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Ich habe es schon oft geschrieben, und ich werde diese Meinung weiter vertreten: Es ist der falsche Weg unbequeme Staaten aus der EU zu werfen (davon abgesehen dass das nicht so einfach möglich ist).

    Es hilft den Unseren in dem betroffenen Land nicht im geringsten weiter wenn sich die dortigen Machthaber mangels Alternativen dann Russland oder sonstwem anbiedern.

    Die EU garantiert uns seit einem dreiviertel Jahrhundert Frieden.

    Ich denke den finanziellen Hebel anzusetzen ist der richtige Weg; gleichwohl werden Orban und Co das in ihrem Land sicher als Schuld der "Homopropaganda" verkaufen. Könnte also auch nach hinten losgehen der Schuss. Und von einem "durch-den-Mob-gejagt"-Szenario sind wir in diesen Ländern nicht mehr weit entfernt.

    Wichtiger als den faschistischen Strukturen das Geld zu entziehen wäre es die demokratischen Bewegungen finanziell zu unterstützen.
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#3 Ja gutAnonym
  • 20.07.2021, 17:30h
  • Antwort auf #2 von Mags
  • Prinzipiell absolut bei dir, was der richtige Hebel ist ( "Sperrung der Gelder" vs. "Finanzielle Demokratieunterstützung" ) bin ich ahnungslos!

    Was ich bei diesen "Ausschluss" Forderungen immer so absurd finde: Diejenigen die permanent nach Solidarität schreien haben scheinbar absolut kein Problem damit ihre hier lebenden Mitbürger zurück in entsprechende Staaten zu schicken!
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