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Wien

Britischer Künstler zieht Entwurf für Homo-Mahnmal zurück

Marc Quinn sieht sich "angesichts der aktuellen globalen Lage" nicht imstande, das Denkmal in der österreichischen Bundeshauptstadt zu errichten.


Ursprünglich sollte das im Resselpark geplante Mahnmal so aussehen – jetzt müssen Künstler*innen neue Entwürfe einreichen (Bild: Marc Quinn)

Die Stadt Wien muss erneut einen Wettbewerb für ein Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer ausschreiben, das im Resselpark errichtet werden soll. Grund ist, dass Künstler Marc Quinn seinen Ausstieg aus dem Projekt bekannt gegeben hat. Er hatte vor knapp 13 Monaten den Zuschlag für das 300.000-Euro-Projekt erhalten (queer.de berichtete).

"Angesichts der aktuellen globalen Lage und im Bewusstsein, wie viele Ressourcen in die Umsetzung des Gesamtkonzepts des Kunstwerks einfließen, bin ich nicht in der Lage mit Gewissheit zu sagen, wann eine Fertigstellung möglich sein wird", erklärte der 57-jährige Künstler. "Mit Bedauern und meinem größten Respekt vor allen am Projekt beteiligten Personen ziehe ich mich zurück, damit die Stadt Wien den nächsten Schritt zur Umsetzung dieses wichtigen Denkmals setzen kann."

Kulturstadträtin äußert Verständnis für Entscheidung

Wiens parteilose Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bedauerte die Absage, sie verstehe und respektiere die Entscheidung jedoch: "Ein Kunstwerk ist immer eng mit dem ihm zugrundeliegenden künstlerischen Prozess verknüpft. Kann dieser künstlerische Prozess nicht stattfinden, aus welchen Gründen immer, dann wirkt sich das auch auf das originäre Kunstwerk aus", so Kaup-Hasler. Sie freue sich auf "viele neue künstlerische Ideen und Entwürfe für dieses wichtige Denkmal als Zeichen von Antidiskriminierung im öffentlichen Raum".

Noch ist unklar, wie lange Wien noch auf das bereits seit Jahren geplante Denkmal warten muss. Die Ausschreibungsunterlagen sollen ab Ende September veröffentlicht werden.

Bereits 2006 hatte es eine erste Ausschreibung für ein Homo-Mahnmal gegeben, das damals am Morzinplatz errichtet werden sollte. Dort stand während des Nationalsozialismus das Gestapo-Hauptquartier. Damals gewann der österreichische Künstler Hans Kupelwieser. Das Projekt scheiterte 2008 aus technischen Gründen (queer.de berichtete).

In der deutschen Bundeshauptstadt Berlin war ein entsprechendes Mahnmal im Jahr 2008 eingeweiht worden (queer.de berichtete). (dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 21.07.2021, 19:29h
  • Sorry, aber so ein Verhalten, das bereits geplante Entwürfe unmöglich macht und solche Vorhaben um Jahre verzögert, finde ich unmöglich.

    Man sollte in die Ausschreibung reinschreiben, dass alle Teilnehmer sich auch verpflichten, Entwürfe nicht nachträglich zurück zu ziehen.
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#2 oliver kbhAnonym
  • 23.07.2021, 02:34h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Er hat das nicht aus einer Laune heraus beschlossen, sondern weil es der Situation geschuldet einfach nicht mehr umsetzbar ist. Die Voraussetzungen haben sich geändert, viele Materialien kosten jetzt das 2- bis 3-fache, Arbeitskraft ist viel teurer oder gar nicht mehr verfügbar geworden, auch weil viele Handwerker pleite gegangen sind.
    Klar hätte man auch die Ausstiegsklausel aus dem Vertrag streichen können, dann ist das aber mit einem entsprechenden Preis verbunden. Das sind Steuergelder, keine Vermögen zum Verplempern.
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