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Saarland

Lesbische Hochzeitsfeier aufgelöst – aus Homophobie?

Eine von der Gemeinde vorzeitig beendete Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg hat ein heftiges Nachspiel. Die Fördergemeinschaft Teufelsburg e.V. beklagt Diskriminierung, die Gemeinde Verstöße gegen Auflagen.


Die Burgruine Teufelsburg in Felsberg, einem Ortsteil der Gemeinde Überherrn im Landkreis Saarlouis, ist ein beliebtes Ausflugsziel im Saarland (Bild: Anna16 / wikipedia)

An diese Hochzeit werden sich Nathalie und Rebecca vermutlich noch lange erinnern. Ihre Feier mit Familie und Freund*innen am 17. Juli auf der historischen Teufelsburg im Saarland wurde am späten Abend von Mitarbeiter*innen der Gemeinde Überherrn aufgelöst und die rund 40 Gäste nach Hause geschickt. Über die Gründe des Abbruchs gibt es sehr unterschiedliche Versionen.

Die Fördergemeinschaft Teufelsburg e.V. spricht in einer Pressemitteilung vom Mittwoch von "Homophobie", "Diskriminierung" und "Amtsmissbrauch". "Es wurde mit Vorsatz das Amt ausgenutzt, um diese Hochzeit abzubrechen", kritisierte der Vorsitzende Holger Zenner. Trotz schriftlicher Genehmigung habe man die aufwendig vorbereitete und erste gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg "auf diskriminierende Art" und ohne Vorwarnung abgebrochen. "Das Brautpaar brach zusammen und saß mit Tränen in den Augen am Boden."

Teufelsburg Felsberg: Abbruch einer Gleichgeschlechtlichen Hochzeit durch Verwaltungsangestellte. BITTE...

Posted by Teufelsburg Felsberg on Tuesday, July 20, 2021
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Gemeinde: Alle Feiern nach Einbruch der Dunkelheit verboten

Die Gemeinde Überherrn wies die Vorwürfe am Mittwoch in einer eigenen Pressemittelung "entschieden zurück". Sie seien "haltlos und entbehren jeglicher Grundlagen". Alleiniger Grund für den Abbruch der Feier sei die Nichteinhaltung von Auflagen gewesen.

In der Stellungnahme der Gemeinde heißt es: "Ausdrücklich nicht genehmigt wurde dagegen eine Feier nach Einbruch der Dunkelheit und die Übernachtung von Hochzeitsgästen auf der Teufelsburg in Mittelalterzelten. Hierauf wurde das Brautpaar als Veranstalterinnen durch die Gemeinde Überherrn mündlich und schriftlich ausdrücklich hingewiesen."

PRESSEERKLÄRUNG Vorwurf des Abbruchs einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit durch Verwaltungsbeschäftigte der Gemeinde...

Posted by Gemeinde Überherrn on Wednesday, July 21, 2021
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Grund hierfür seien "erhebliche Sicherheitsbedenken, insbesondere im Hinblick auf die Beschaffenheit der Burg, die Dunkelheit, den Alkoholkonsum und die dadurch bestehenden Gesundheitsrisiken", so die Gemeinde. "Es entspricht daher der ständigen Verwaltungspraxis private Feiern nach Einbruch der Dunkelheit sowie Übernachtungen auf der Teufelsburg nicht zu genehmigen. Insoweit wurde die vorliegende Veranstaltung genauso behandelt wie alle anderen privaten Veranstaltungen auf der Burg."

Gemeinde schaltet Anwalt ein

Der Abbruch der Hochzeitsfeier gegen 23.30 Uhr, einer Stunde nach der "Vor-Ort-Kontrolle", sei "im Einvernehmen mit dem Brautpaar" getroffen worden, so die Gemeinde.

"Herr Zenner hat offensichtlich gegenüber dem Brautpaar Zusicherungen gemacht, ohne diese vorher mit der Gemeinde abgestimmt zu haben", kritisierte Überherrns Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann (SPD). "Er versucht nun offenbar sein Fehlverhalten auf die Gemeinde abzuwälzen. Dies kann ich nicht akzeptieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich insbesondere für die Gleichberechtigung jeglicher Art und gegen jede Diskriminierung einsetze."

Die Gemeinde hat laut Pressemitteilung eine "Rechtsanwaltskanzlei zur Wahrnehmung ihrer Interessen gegenüber Herrn Zenner beauftragt". Der Förderverein wiederum kündigte für Donnerstag um 20 Uhr eine Live-Stellungnahme auf Facebook an. (cw)



#1 LotiAnonym
  • 22.07.2021, 09:29h
  • Gratulation ersteinmal dem Brautpaar. Trotz aller Widrigkeiten.
    Nun geht sofort das Gerangel los, wer wie was angeordnet hatte und eine SPD Bürgermeisterin spricht aus, für Gleichberechtigung zu sein. Worte. Nur Worte. Dem hätten vorher schon Taten folgen müssen. Einfach eine Unverschämtheit sondergleichen ist das. Beamtenwillkür und nichts weiter.
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#2 lotosblueteAnonym
  • 22.07.2021, 10:01h
  • Zum konkreten Geschehen kann ich nichts sagen. Die Teufelsburg jedoch kenne ich gut: Ich bin selbst in meiner Jugend einige Male dort gewesen und herumgeklettert und ich kann daher sagen, dass es lebensgefährlich ist, sich bei Dunkelheit auf dem Burggelände aufzuhalten.
    Die Teufelsburg ist eine Spornburg und steht unmittelbar an einem Abhang. Wenige Meter neben dem schmalen Zugangsweg und am Rande des kleinen Plateaus geht es direkt ca. 50-80 Meter in die Tiefe.
    Das gesamte Gelände ist nicht nennenswert gesichert - nur einige Holzbalken auf Pfosten als Zaun - der Abgrund beginnt gleich hinter der kleinen Wiese.
    Die Frage, die sich mir jetzt stellt ist: Welche Seite hat welche Vereinbarung nicht eingehalten?
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#3 SakanaAnonym
  • 22.07.2021, 10:16h
  • Antwort auf #2 von lotosbluete
  • Ich war letztins auch auf einer Hochzeit, die vom Veranstaltungsort (in dem Fall Hochklasse-Restaurant) auch um 22:30 Uhr beendet wurde, zum einen wegen der etwas gelockerten Corona-Auflagen, und zum anderen, weil das Restaurant sich in den Weinreben am Berg befand und Leute sich auch leicht hätten verirren hätten können.

    Wenn ich mir die Bilder der Felsburg so anschaue, würde ich mich da auch nicht länger als notwendig aufhalten, besonders nicht im Dunkeln, wenn man laut deiner Schilderung nach leicht abstürzen kann. In dem Falle hat die Gemeindeverwaltung ihre Fürsorgepflicht für das Brautpaar wahrgenommen. Was der Verein dem Brautpaar im Vorfeld versprochen hat, kann ich auch nicht einschätzen. Mein Grundprinzip ist da immer, dass persönliche Sicherheit da immer Vorrang hat, egal, wie schön die Location auch sein mag.
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#4 Ja gutAnonym
  • 22.07.2021, 10:24h
  • Antwort auf #1 von Loti
  • ?? Die Annahme beruht auf welchen Teil des Artikels? @ "Beamtenwillkür".... noch weiß man zu wenig, aber sollten ansonsten feiern nach Einbruch der Dunkelheit erlaubt seien müsste sich das ja sehr leicht belegen lassen ! Ansonsten seh ich hier schlicht organisatorisches Versagen....
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#5 userer
#6 LotiAnonym
  • 22.07.2021, 13:45h
  • Nachdem das Geschrei über meinen Post hereingebrochen ist, ziehe ich meine etwas überzogene Anmerkung zum Bürokratismus zurück. Bei 40 Personen scheint es mir durchaus möglich auch dort zw. einer mittelalterlichen Burg eine Feier abhalten zu können. Oder geht ihr grundsätzlich hier davon aus, das sich die Hochzeitsgäste dermaßen volllaufen lassen um durch u.an der Burg herumzuirren? Sehr fragwürdige Ansichten sind das hier.
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#7 SakanaAnonym
  • 22.07.2021, 13:53h
  • Antwort auf #6 von Loti
  • Entscheidend ist der Absatz im obigen Artikel:

    "In der Stellungnahme der Gemeinde heißt es: "Ausdrucklich nicht genehmigt wurde dagegen eine Feier nach Einbruch der Dunkelheit und die Übernachtung von Hochzeitsgästen auf der Teufelsburg in Mittelalterzelten. Hierauf wurde das Brautpaar als Veranstalterinnen durch die Gemeinde Überherrn mundlich und schriftlich ausdrucklich hingewiesen.""

    Da vermutlich schriftliche Verträge über die Nutzung der Location im Vorfeld mit der Gemeinde Überherrn durch das Brautpaar in spe abgeschlossen wurden, waren sie sich schon im Vorfeld darüber bewusst, was möglich war und was nicht. Das gleiche Prozedere galt auch für die Hochzeit, an der ich zuletzt teilgenommen hatte, weil das Brautpaar auch dort schriftliche Verträge im Vorfeld mit der Location hatte. Es geht um die beiderseitige juristische Absicherung im Schadensfall und die Einhaltung von Auflagen, insbesondere in Corona-Zeiten, um Superspreader-Events zu verhindern.
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#8 Ja gutAnonym
  • 22.07.2021, 14:04h
  • Antwort auf #6 von Loti
  • "Geschrei" ??? Sry, wenn du haltlose Behauptungen in den Raum haust und darauf angesprochen wirst ist das kein "Geschrei", es ist eher Reaktion auf dein "Geschrei" !

    Und ja klar, Hochzeiten sind oft und gerne feucht fröhlich.... Und "wäre möglich" lässt sich ohne weitere Informationen wie Haftbarkeit schwer beurteilen !
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#9 LegatProfil
  • 22.07.2021, 14:31hFrankfurt am Main
  • Da hier im Moment ja so einiges vermutet wird, steuere ich auch nochmal was bei:

    Vielleicht liegen ja der Verein und die Gemeinde schon lange im Zwist und der Verein sieht dies nun als gute Gelegenheit, um der Gemeinde an den Karren zu fahren und die Hochzeitsgesellschaft sind dafür nur willkommene Spielfiguren?

    Jedenfalls wäre das eine mindestens genauso gehaltvolle Vermutung, wie alle anderen die hier gerade kursieren.
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#10 LegatProfil