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Saarland
Lesbische Hochzeitsfeier aufgelöst – aus Homophobie?
Eine von der Gemeinde vorzeitig beendete Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg hat ein heftiges Nachspiel. Die Fördergemeinschaft Teufelsburg e.V. beklagt Diskriminierung, die Gemeinde Verstöße gegen Auflagen.

Die Burgruine Teufelsburg in Felsberg, einem Ortsteil der Gemeinde Überherrn im Landkreis Saarlouis, ist ein beliebtes Ausflugsziel im Saarland (Bild: Anna16 / wikipedia)
- 22. Juli 2021, 06:59h 2 Min.
An diese Hochzeit werden sich Nathalie und Rebecca vermutlich noch lange erinnern. Ihre Feier mit Familie und Freund*innen am 17. Juli auf der historischen Teufelsburg im Saarland wurde am späten Abend von Mitarbeiter*innen der Gemeinde Überherrn aufgelöst und die rund 40 Gäste nach Hause geschickt. Über die Gründe des Abbruchs gibt es sehr unterschiedliche Versionen.
Die Fördergemeinschaft Teufelsburg e.V. spricht in einer Pressemitteilung vom Mittwoch von "Homophobie", "Diskriminierung" und "Amtsmissbrauch". "Es wurde mit Vorsatz das Amt ausgenutzt, um diese Hochzeit abzubrechen", kritisierte der Vorsitzende Holger Zenner. Trotz schriftlicher Genehmigung habe man die aufwendig vorbereitete und erste gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg "auf diskriminierende Art" und ohne Vorwarnung abgebrochen. "Das Brautpaar brach zusammen und saß mit Tränen in den Augen am Boden."
Teufelsburg Felsberg: Abbruch einer Gleichgeschlechtlichen Hochzeit durch Verwaltungsangestellte. BITTE...
Posted by Teufelsburg Felsberg on Tuesday, July 20, 2021
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Gemeinde: Alle Feiern nach Einbruch der Dunkelheit verboten
Die Gemeinde Überherrn wies die Vorwürfe am Mittwoch in einer eigenen Pressemittelung "entschieden zurück". Sie seien "haltlos und entbehren jeglicher Grundlagen". Alleiniger Grund für den Abbruch der Feier sei die Nichteinhaltung von Auflagen gewesen.
In der Stellungnahme der Gemeinde heißt es: "Ausdrücklich nicht genehmigt wurde dagegen eine Feier nach Einbruch der Dunkelheit und die Übernachtung von Hochzeitsgästen auf der Teufelsburg in Mittelalterzelten. Hierauf wurde das Brautpaar als Veranstalterinnen durch die Gemeinde Überherrn mündlich und schriftlich ausdrücklich hingewiesen."
PRESSEERKLÄRUNG Vorwurf des Abbruchs einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit durch Verwaltungsbeschäftigte der Gemeinde...
Posted by Gemeinde Überherrn on Wednesday, July 21, 2021
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Grund hierfür seien "erhebliche Sicherheitsbedenken, insbesondere im Hinblick auf die Beschaffenheit der Burg, die Dunkelheit, den Alkoholkonsum und die dadurch bestehenden Gesundheitsrisiken", so die Gemeinde. "Es entspricht daher der ständigen Verwaltungspraxis private Feiern nach Einbruch der Dunkelheit sowie Übernachtungen auf der Teufelsburg nicht zu genehmigen. Insoweit wurde die vorliegende Veranstaltung genauso behandelt wie alle anderen privaten Veranstaltungen auf der Burg."
Gemeinde schaltet Anwalt ein
Der Abbruch der Hochzeitsfeier gegen 23.30 Uhr, einer Stunde nach der "Vor-Ort-Kontrolle", sei "im Einvernehmen mit dem Brautpaar" getroffen worden, so die Gemeinde.
"Herr Zenner hat offensichtlich gegenüber dem Brautpaar Zusicherungen gemacht, ohne diese vorher mit der Gemeinde abgestimmt zu haben", kritisierte Überherrns Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann (SPD). "Er versucht nun offenbar sein Fehlverhalten auf die Gemeinde abzuwälzen. Dies kann ich nicht akzeptieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich insbesondere für die Gleichberechtigung jeglicher Art und gegen jede Diskriminierung einsetze."
Die Gemeinde hat laut Pressemitteilung eine "Rechtsanwaltskanzlei zur Wahrnehmung ihrer Interessen gegenüber Herrn Zenner beauftragt". Der Förderverein wiederum kündigte für Donnerstag um 20 Uhr eine Live-Stellungnahme auf Facebook an. (cw)












Nun geht sofort das Gerangel los, wer wie was angeordnet hatte und eine SPD Bürgermeisterin spricht aus, für Gleichberechtigung zu sein. Worte. Nur Worte. Dem hätten vorher schon Taten folgen müssen. Einfach eine Unverschämtheit sondergleichen ist das. Beamtenwillkür und nichts weiter.