https://queer.de/?39520
CSD Hamburg
Georgine Kellermann erhält Pride Award 2021
Der Pride-Verein in Hamburg vergibt dieses Jahr erstmals seinen Preis an eine Person des öffentlichen Lebens. Erste Preisträgerin ist eine WDR-Journalistin.

Georgine Kellermann arbeitet seit den Achtzigerjahren für den Westdeutschen Rundfunk und outete sich vor zwei Jahren als trans (Bild: WDR)
- 22. Juli 2021, 11:02h 2 Min.
Der Verein Hamburg Pride zeichnet die WDR-Journalistin Georgine Kellermann mit dem Pride Award 2021 aus. Der Preis wird an diesem Samstag im Rahmen der Pride Night im Veranstaltungsort Kampnagel im Stadtteil Winterhude überreicht. Die Pride Night ist die Eröffnungsveranstaltung für die CSD-Wochen in der Hansestadt, die bis zum 8. August andauern werden.
Die Auszeichnung bedeutet eine Abkehr vom bisherigen Konzept des Preises: Der CSD-Verein vergibt den Pride Award in diesem Jahr erstmals an eine Person des öffentlichen Lebens. Mit ihm sollen künftig einmal im Jahr Menschen gewürdigt werden, die Vorbildcharakter für die LGBTI-Community und die Gesellschaft in Deutschland haben. Zusätzlich wird es weiterhin den Pride Award für ehrenamtliches Engagement in Hamburg geben, der seit bereits zehn Jahren verliehen wird.
/ GeorgineKellerm | Auf Twitter ist Georgine Kellermann privat unterwegsEin Foto, das einmal mehr zeigt, warum Frauen unser Land regieren sollten pic.twitter.com/aY1aHtET9u
Georgine Kellermann (@GeorgineKellerm) July 18, 2021
|
Kellermann hatte sich 2019 mit 62 Jahren als trans Frau geoutet und damit ein bundesweites Medienecho hervorgerufen. Sie war zuvor vom öffentlich-rechtlichen Publikum in der Berichterstattung u.a. aus Paris, Washington und Bonn stets als Mann wahrgenommen worden. Seit ihrem Coming-out arbeitet Georgine Kellermann weiter als Leiterin des WDR-Studios Essen, auch vor der Kamera (queer.de berichtete).
In drei Tagen geht's los!? Mit der Pride Night auf Kampnagel starten wir offiziell in die Pride Weeks. Hier geht's zum...
Posted by Hamburg Pride – CSD Hamburg on Wednesday, July 21, 2021
|
"Das ist eine wirkliche Besonderheit im deutschen Fernsehalltag und ein Stück Sichtbarkeit, die hierzulande weitgehend fehlt", erklären Nicole Schaening und Stefan Mielchen, die Vorsitzenden des CSD-Vereins. "Der Schritt von Georgine Kellermann hat Mut erfordert, aber er macht auch Mut: all jenen in der trans Community, deren Alltag heute weit weniger selbstverständlich verläuft, die Diskriminierungen erfahren und unter den Zumutungen des Transsexuellengesetzes leiden." Dass es Georgine Kellermann gelungen sei, ihre Identität nach Jahrzehnten des Versteckens öffentlich zu leben, "ist vor allem für sie ein großes Glück", so die CSD-Organisator*innen weiter. "Aber auch für uns, die wir dieses Glück teilen dürfen. Denn es zeigt, was in unserer Gesellschaft möglich sein kann. Und es ist ein Fingerzeig an den Gesetzgeber, endlich ein echtes Selbstbestimmungsrecht für trans Menschen zu schaffen."
Die Pride Night auf Kampnagel findet im Rahmen der Feiern zum 40. CSD-Jubiläum statt, die im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen mussten (queer.de berichtete). Sie werden nun als Jubiläum 40+1 nachgeholt. Der Abend wird ab 20 Uhr über die Facebook- und YouTube-Kanäle von Hamburg Pride e.V. live gestreamt. (pm/cw)
Links zum Thema:
» Homepage CSD Hamburg















