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"Santa Fu" wird bunter

Regenbogen­fahne weht erstmals vor Hamburger Gefängnis

Zwischen Schwarz-Rot-Gold und der Hamburg-Fahne vor dem Hamburger Gefängnis weht nun auch eine dritte Flagge.


Erstmals beflaggt die Hansestadt Hamburg auch ihre Justizvollzugsanstalt (Bild: Nan Palmero / flickr)

  • 23. Juli 2021, 07:33h 12 2 Min.

Erstmals ist vor einem Hamburger Gefängnis zum Christopher Street Day die Regenbogen­fahne gehisst worden. Ein Justizvollzugsbeamter zog sie am Freitagmorgen in "Santa Fu", der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel, neben der Deutschland- und der Hamburg-Fahne hoch. Damit solle ein Zeichen für die Rechte von queeren Menschen gesetzt und an die Geschichte erinnert werden, sagte Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne).

"Lange Zeit wurden Homo­sexuelle hierzulande strafrechtlich verfolgt. Allein wegen ihrer sexuellen Orientierung wurden sie verhaftet und auch in Hamburg ins Gefängnis und ins KZ gebracht." Der Paragraf 175 stellte Homosexualität seit 1872 unter Strafe und "war noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Weltkrieg ein dunkles Kapitel im Strafgesetzbuch", sagte sie. Die Erinnerung an dieses Unrecht müsse wachgehalten werden. "Diese Erinnerung ist ein wirksames Gegengift gegen Ausgrenzung, Ungleichbehandlung und Intoleranz gegenüber LSBTIQ."

Nazis inhaftierten Homosexuelle in Fuhlsbüttel

Die Ausrottung der Homosexualität habe zu den Zielen des Nationalsozialismus gehört, erklärte der Leiter der Stiftung Hamburger Gedenkstätten, Detlef Garbe. Auch lesbische Frauen seien unter dem Vorwurf des Anormalen beziehungsweise der Asozialität einem hohen Verfolgungsdruck ausgesetzt gewesen. Homosexuelle seien in Hamburg oft zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. "Fast alle von ihnen wurden im Gefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert. Im dort ebenfalls untergebrachten KZ wurden Homosexuelle schwer misshandelt, in großer Zahl auch in die Emslandlager und in die Konzentrationslager Sachsenhausen und später Neuengamme überstellt. Viele überlebten die Torturen nicht", sagte er.

Zum Auftakt der Hamburger Pride Week sollte am Mittag auch das Rathaus mit der Regenbogenfahne beflaggt werden. Außerdem war ein virtueller Senatsempfang geplant, bei dem die Gleichstellung und rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien im Mittelpunkt stehen sollte.

Die offizielle Eröffnung des CSDs findet am Freitagabend mit der Pride Night auf Kampnagel in Winterhude statt. Dort wird die WDR-Journalistin Georgine Kellermann mit dem Pride Award 2021 geehrt (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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Queere Menschen im Regenbogenlicht
-w-

#1 felix-baerlinAnonym
  • 23.07.2021, 11:40h
  • Nicht jede Beflaggung in Regenbogenfarben sollte bejubelt werden.

    Der Sinn dieser Aktion erschließt sich mir nicht ganz. Schön wäre es, wenn in dem Gefängnis etwas für LSBTI-Gefangene getan wird oder mit dieser Beflaggung auf die besonderen Knastbedingungen hingewiesen werden soll.
    Die Begründung, die hier angeführt wird, ist doch arg dünn und konstruiert. Ich finde, wir sollten langsam mal diskutieren, ob und von wem eine Beflaggung Sinn macht. Die vermeintliche Vereinnahmung durch Querdenker war ein Warnschuss.
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#2 Ja gutAnonym
  • 23.07.2021, 12:15h
  • Antwort auf #1 von felix-baerlin
  • Gelten Gefängnisse nicht als staatliche Institutionen? Ich war im ersten Moment auch eher irritiert belustigt, aber wenn man die Flagge auch als Symbol für Menschenrechte ansehen soll ist das vllt gar nicht so ne schlechte bzw kuriose idee.... Gefängnisse sind ja in ner merkwürdigen Form auch ein "Treffpunkt", was außerhalb der mauern existiert, existiert ja auch innerhalb der mauern + ein Großteil der Insassen werden ja auch irgendwann wieder frei gelassen.

    Aber ja, es mutet ein wenig strange an....
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#3 FlaggenfanAnonym
  • 23.07.2021, 13:32h
  • So Ihr "kritischen" Schwestern. Ihr habt vermutlich noch nicht gesessen oder dort gearbeitet.

    Deutsche Gefängnisse bilden bei den Insassen oft die Struktur der Aussenwelt ab.

    Daher ist es sehr schön und klug auch dort die Flagge zu hissen.

    Sie symbolisiert die Präsenz und das Angagement "unseres" Teils der Gesellschaft und "unseren" Stolz ab.
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