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Köln

Alfred Biolek ist tot

Der Entertainer ist im Alter von 87 Jahren gestorben.


Alfred Biolek bestimmte jahrzehntelang das deutsche Unterhaltungsfernsehen mit (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Der ehemalige TV-Koch und Entertainer Alfred Biolek ist tot. Das bestätigte sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie gegenüber der Deutschen Presseagentur. Demnach sei der Fernsehstar am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Kölner Wohnung "friedlich eingeschlafen".

Der 1934 in der damaligen Tschechoslowakei geborene Biolek studierte zunächst Jura in Freiburg/Breisgau, München und Wien und mauserte sich später zu einem der beliebtesten Moderatoren im deutschen Fernsehen. Er hatte zunächst 1963 beim ZDF als Justitiar in der Rechtsabteilung gearbeitet, wandte sich dann aber redaktioneller Arbeit im Unterhaltungsbereich zu. So moderierte er im ZDF Sendungen wie "Tipps für Autofahrer" und "Urlaub nach Maß". Sein erster große Erfolg als Produzent gelang ihm 1974 mit Rudi Carrells Erfolgssendung "Am laufenden Band".

Twitter / svenlehmann | In sozialen Netzwerken wurde die Meldung von Bioleks Tod mit Bestürzung aufgenommen

Biolek wandelte sich vom konservativen Juristen, der teilweise auch das CDU-Parteibuch inne hatte, zu einer liberalen Künstlernatur. Im Februar 1978 entzückte er das Publikum mit der ersten Folge seiner Unterhaltungsshow "Bio's Bahnhof" in der ARD. Mit weiteren Shows wie "Boulevard Bio" oder "alfredissimo!" wurde der Hobbykoch schließlich zum festen Bestandteil in vielen deutschen Haushalten. Seine zurückhaltende und einfühlsame Art trafen den Geschmack des Publikums.


Biolek empfing in "alfredissimo!" viele Stars zum Kochen, so auch Hape Kerkeling (Bild: WDR)

Nach der 2006 produzierten letzten Folge von "alfredissimo!" zog sich Biolek nach jahrzehntelanger ständiger TV-Präsenz immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. 2017 erklärte er in einem Interview, dass er sich vor seinem Lebensende nicht fürchte. "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Wenn er kommt, dann kommt er. Und in meinem Alter darf der Tod auch zu mir kommen" (queer.de berichtete).

Outing 1991

Bioleks Homosexualität wurde erst Jahrzehnte nach seinem Karrierebeginn bekannt: 1991 erklärte Schwulenaktivist Rosa von Praunheim in der RTL-Krawallshow "Der heiße Stuhl": "Hape Kerkeling ist stockschwul, Alfred Biolek auch" (queer.de berichtete).

Biolek wollte die Äußerungen zunächst nicht kommentieren. Erst viel später erklärte er in einem Interview: "Das Outing war, als hätte ich einen Schlag bekommen. Der Schlag tat weh". Gleichzeitig war er Praunheim aber auch dankbar: Es habe sich "eine Verspannung gelöst", so Biolek. Seine Homosexualität habe er aber nie versteckt, sondern lediglich nicht öffentlich gelebt. So erklärte er, dass er die Presse nie auf eine falsche Fährte locken wollte, indem er etwa mit einer Alibi-Frau auf einen Ball ging. (dk)

Direktlink | Alfred Biolek in einer Talkshow 2007
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#1 StaffelbergblickAnonym
  • 23.07.2021, 10:19h
  • Es gibt wenige Menschen, bei denen mich die Nachricht vom Tod so traurig macht ... Bio gehört dazu.
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#2 TrauerAnonym
  • 23.07.2021, 10:26h
  • Er war ein toller, intelligenter, feinfühliger, charmanter Mensch.
    Auch ich bin sehr traurig.
    Möge er in Frieden ruhen und immer ein Vorbild für liebe- und respektvollen Umgang miteinander bleiben.
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#3 RobbyTippsProfil
#4 LotiAnonym
#5 goddamn liberalAnonym
  • 23.07.2021, 11:35h
  • Antwort auf #2 von Trauer
  • Ich schließe mich an.

    Er war nicht nur ein kultivierter Profi in seinem Gebiet, sondern jemand, der die be- und erdrückenden deutschen Verhältnisse von Hitler bis Adenauer und darüber hinaus, in die er schicksalhaft hineingewachsen ist, souverän überlebt hat.

    Und das, ohne wie sein ebenso souveräner Generationsgenosse Lagerfeld ins '175er Exil' nach Paris auszuweichen.

    Tiefer Respekt vor dieser Lebensleistung!
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#6 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 23.07.2021, 12:24h
  • Ein Urgestein des deutschen Fernsehens ist von uns gegangen. Ein Mann, der das deutsche Fernsehen geprägt hat, und die Lust am Kochen den Deutschen näher gebracht hat.
    Ruhe in Frieden, Alfred Biolek. Der Himmel wartet auf Dich. Denn die Hölle ist für andere reserviert.
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#7 zundermxeAnonym
  • 23.07.2021, 14:48h
  • Wie oft blödel ich mit meinem Freund in der Küche: mmmh - läääcker?!
    Erst als wir ihn vor Jahren zum Auftakt der Session auf der Nachtveranstaltung der KG Regenbogen erstmals live erleben durften, war mir klar, dass er live nochmal um Lägen witziger, unterhaltsamer und inspirierender ist.

    Die Nachricht trifft uns sehr. Unsere Generation ist mit ihm als sichtbarer Teil der bunten Welt aufgewachsen. Praunheims Outing war damals für viele Heten eine Überraschung was Hape angeht. Bei Bio war es eigentlich allen klar, die Menschen wahrnehmen (möchten). Dass Bio zur Familie gehört wusste ich bereits als Kind auf dem Dorf von meiner Mutter, ohne , dass sie je einen entsprechenden Begriff benutzt hätte (ganz in der Art der Zeit).

    Gute Reise auf dem Regenbogen lieber Bio. Wir verdanken Dir viele unvergesslich schöne Momente.
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#8 MagsAnonym
  • 23.07.2021, 17:40h
  • Eine Symbolfigur für alle LGBTQ+. Er möge auf seinem Regenbogen einen Schoppen auf uns trinken. Ich mache gerade das gleiche für ihn. Mach's gut Bio.
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#9 Alexander_FAnonym
  • 23.07.2021, 19:03h
  • Ein Ausnahmemoderator ist von uns gegangen, ohne den eine ganze Generation niemals Monty Python gekannt und ihren Humor geschärft hätte. Auch seine Begeisterung, die er in seinen späten Kochsendungen ausstrahlte, wird mir fehlen. Er wird uns aber immer in guter Erinnerung bleiben.
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