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Alfred Biolek bestimmte jahrzehntelang das deutsche Unterhaltungsfernsehen mit (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)
- 23. Juli 2021, 08:05h 2 Min.
Der ehemalige TV-Koch und Entertainer Alfred Biolek ist tot. Das bestätigte sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie gegenüber der Deutschen Presseagentur. Demnach sei der Fernsehstar am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Kölner Wohnung "friedlich eingeschlafen".
Der 1934 in der damaligen Tschechoslowakei geborene Biolek studierte zunächst Jura in Freiburg/Breisgau, München und Wien und mauserte sich später zu einem der beliebtesten Moderatoren im deutschen Fernsehen. Er hatte zunächst 1963 beim ZDF als Justitiar in der Rechtsabteilung gearbeitet, wandte sich dann aber redaktioneller Arbeit im Unterhaltungsbereich zu. So moderierte er im ZDF Sendungen wie "Tipps für Autofahrer" und "Urlaub nach Maß". Sein erster große Erfolg als Produzent gelang ihm 1974 mit Rudi Carrells Erfolgssendung "Am laufenden Band".
/ svenlehmann | In sozialen Netzwerken wurde die Meldung von Bioleks Tod mit Bestürzung aufgenommenEr war ein Menschenfreund wie es sie selten gibt.
Sven Lehmann MdB (@svenlehmann) July 23, 2021
RIP #AlfredBiolek und Danke für alles! https://t.co/LwpoaC3f4a
Biolek wandelte sich vom konservativen Juristen, der teilweise auch das CDU-Parteibuch inne hatte, zu einer liberalen Künstlernatur. Im Februar 1978 entzückte er das Publikum mit der ersten Folge seiner Unterhaltungsshow "Bio's Bahnhof" in der ARD. Mit weiteren Shows wie "Boulevard Bio" oder "alfredissimo!" wurde der Hobbykoch schließlich zum festen Bestandteil in vielen deutschen Haushalten. Seine zurückhaltende und einfühlsame Art trafen den Geschmack des Publikums.

Biolek empfing in "alfredissimo!" viele Stars zum Kochen, so auch Hape Kerkeling (Bild: WDR)
Nach der 2006 produzierten letzten Folge von "alfredissimo!" zog sich Biolek nach jahrzehntelanger ständiger TV-Präsenz immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. 2017 erklärte er in einem Interview, dass er sich vor seinem Lebensende nicht fürchte. "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Wenn er kommt, dann kommt er. Und in meinem Alter darf der Tod auch zu mir kommen" (queer.de berichtete).
Outing 1991
Bioleks Homosexualität wurde erst Jahrzehnte nach seinem Karrierebeginn bekannt: 1991 erklärte Schwulenaktivist Rosa von Praunheim in der RTL-Krawallshow "Der heiße Stuhl": "Hape Kerkeling ist stockschwul, Alfred Biolek auch" (queer.de berichtete).
Biolek wollte die Äußerungen zunächst nicht kommentieren. Erst viel später erklärte er in einem Interview: "Das Outing war, als hätte ich einen Schlag bekommen. Der Schlag tat weh". Gleichzeitig war er Praunheim aber auch dankbar: Es habe sich "eine Verspannung gelöst", so Biolek. Seine Homosexualität habe er aber nie versteckt, sondern lediglich nicht öffentlich gelebt. So erklärte er, dass er die Presse nie auf eine falsche Fährte locken wollte, indem er etwa mit einer Alibi-Frau auf einen Ball ging. (dk)
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