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Exponentielles Wachstum

Olympische Spiele: Mindestens 163 Mitglieder im Team LGBTI

Queere Sportler*innen verstecken sich immer weniger: Im Vergleich zur Olympiade in Rio vor fünf Jahren hat sich die Zahl der Teilnehmenden, die sich als Mitglied der LGBTI-Community identifizieren, mehr als verdoppelt. Unterdessen geht der bei der Fußball-EM ausgetragene Streit um die Regenbogenfahne weiter.


Zwei Mitglieder des Teams LGBTI: Die Amerikanerin Megan Rapinoe gilt als gegenwärtig weltbeste Fußballerin, der Brite Tom Daley konnte bereits 2012 und 2016 je eine olympische Bronzemedaille nach Hause bringen (Bild: Instagram / Rapinoe/Daley)

Bei den am Freitag offiziell beginnenden Olympischen Sommerspielen in Tokio treten laut einer Zählung des US-Portals "Outsports" 163 offen queere Athletinnen und Athleten an. Das entspricht 1,5 Prozent der über 11.000 Teilnehmenden.

Im Vergleich zu den vorhergehenden Spielen verdreifachte sich die Zahl beinahe: Bei der letzten Olympiade 2016 in Rio de Janeiro hatten sich nur 56 Sportler*innen öffentlich als LGBTI identifiziert (queer.de berichtete). 2012 waren es in London sogar lediglich 23.

Die queeren Athlet*innen stammen dieses Jahr aus 27 der 205 teilnehmenden Länder. Mit Abstand am meisten kommen aus den Vereinigten Staaten von Amerika (30), gefolgt von Kanada, Großbritannien und den Niederlanden (je 16). Aus Deutschland sind mit Judoka Jasmin Grabowski und Schützin Jolyn Beer zwei Frauen auf der Liste vertreten.

Insgesamt zeigen sich beim Team LGBTI Frauen offener: Auf einen queeren Mann kommen acht queere Frauen. Aus vielen Staaten mit LGBTI-feindlichen Regierungen – etwa aus Russland, Ungarn oder China – hat sich keine einzige teilnehmende Person geoutet.

Instagram / alison_van_uytvanck | Zu den offen lesbischen Athletinnen gehört die belgische Tennisspielerin Alison Van Uytvanck (re.), die hier mit ihrer Freundin Greet Minnen zu sehen ist
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Erstmals nimmt mit der Neuseeländerin Laurel Hubbard auch eine offen transsexuelle Frau an den Spielen teil (queer.de berichtete). Die 43-jährige Gewichtheberin aus Auckland hatte sich 2012 einer Geschlechtsanpassung unterzogen.

Politische Konflikte bahnen sich an

Wie schon bei der Fußball-Europameisterschaft, bei der die UEFA durch ein Teil-Verbot der Regenbogenwerbung und ein Verbot der Regenbogen-Stadionbeleuchtung für Empörung sorgte, geht auch bei Olympia der Streit um queere Sichtbarkeit weiter: So war lange unklar, ob die deutsche Hockey-Kapitänin Nike Lorenz wie gewünscht eine Regenbogen-Kapitänsbinde tragen durfte. Schließlich stimmte das Internationale Olympische Komitee am Donnerstag einem entsprechenden Antrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Hockey-Bundes zu. Die 24-jährige Lorenz wird damit zum deutschen Auftaktspiel gegen die Auswahl Großbritanniens und Nordirlands am Sonntagmorgen um 2.30 Uhr (MESZ) mit einer bunten Spielführerbinde an den Stutzen auflaufen.

"Es fühlt sich unglaublich gut an, meinen Mitspielerinnen den Raum auf dem Spielfeld verschafft zu haben, den sie sich verdienen. Jeder einzelne Charakterzug von uns hat jetzt offiziell seinen Platz. Love always wins", so Lorenz laut einer Mitteilung des Deutschen Hockey-Bundes.

Ein weiterer Streitpunkt war das Niederknien von Fußballer*innen als Zeichen gegen Rassismus. Auch dies erlaubte das IOC erstmals. Zuvor waren derartige Gesten als verbotene "politische Demonstration" aufgefasst worden.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio werden sich Sportler*innen bis 8. August in 33 Sportarten und insgesamt 339 Wettkämpfen messen. Die Spiele finden wegen der Corona-Krise erstmals vor fast leeren Rängen statt. (cw)



#1 YannickAnonym
  • 23.07.2021, 13:28h
  • --- Zuvor waren derartige Gesten als verbotene "politische Demonstration" aufgefasst worden. ---

    Wer Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Homo- und Transhass als "verbotene politische Demonstration" ansieht, hat offenbar nichts kapiert und ist letztlich ein Mitläufer, der solche Faschisten indirekt unterstützt.
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#2 WiebkeHAnonym
  • 23.07.2021, 17:24h
  • Bei der 0:3 Niederlage der USA gegen Schweden, sah die "weltbeste" Spielerin übrigens ziemlich alt aus. Habs gesehen. Fußball begann bereits vor der Eröffnung.
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#3 MagsAnonym
#4 676fuuAnonym
  • 24.07.2021, 05:45h
  • Naja, kein Wunder, dass Frauen im Team "out as LGBTQ" überrepräsentiert sind, sind sie doch zahlreich in Mannschaftssportarten wie Fußball zu finden.

    Es gibt offenbar eine Disbalance zwischen Männern und Frauen. Solange sich Männer acht Mal weniger häufig outen, ist bei offenem Schwulsein unter Athleten leider kein großer Fortschritt festzustellen.

    Nur ein sehr geringe zweistellige Zahl hat sich bei den Männern geoutet.
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#5 rehbfgcdAnonym
  • 24.07.2021, 08:23h
  • Insgesamt rund 1,44 % der Athleten sind offen LGBT.

    Aber differenziert nach geschlecht ergibt sich eine erschreckende Erkenntnis.

    Denn während 2,64 % der weiblichen Athleten offen LGBT sind,

    sind nur 0,31 % der männlichen Athleten offen LGBT.

    Ich finde das ist markant und lässt den Schluss zu, dass Profisport immer noch extrem schwulenfeindlich ist. Das Problem der Homophobie im Profisport ist also eher ein Problem der Schwulenfeindlichkeit.

    Gleichzeitig wäre es aber so WICHTIG, wenn Schwule im Profisport sich outen würden, um die Sichtbarkeit und Repräsentanz von Schwulen im Profisport zu erhöhen.

    Coming Outs als schwul sind die einzig nachhaltig wirksame Waffe gegen Homophobie im Profisport und außerhalb des Profisports. Nur durch die mutigen Coming Outs von Schwulen in der Vergangenheit haben wir rechtliche Gleichstellung in westlichen Ländern erreicht. Und nur mit Coming Outs wird man auch Akzeptanz von Schwulen im Profisport nachhaltig erhöhen können.

    Nur Mut kann Veränderung bewirken.
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#6 nickAnonym
  • 26.07.2021, 21:49h
  • nicht vergessen werden darf aber, dass das IOC zunächst seine Mitarbeiter*innen angewiesen hatte, auf Presseaussendungen und Social-Media-Posts Regenbogenbinden und BLM-kniedende Sportler*innen nicht zu zeigen
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