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TV-Star

Tommy Dorfman outet sich als trans

Bei "Tote Mädchen lügen nicht" stellte sie noch einem zickigen schwulen Schüler dar. Jetzt bewirbt sich Tommy Dorfman für weibliche Rollen.


Tommy Dorfman outet sich im Alter von 29 Jahren (Bild: Instagram / Tommy Dorfman)

Der aus der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" bekannte US-Star Tommy Dorfman hat sich in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Time" als trans geoutet. Sie bevorzuge weibliche Personalpronomen, so Dorfman. Sie stelle sich mit dem Interview als Frau vor, so Dorfman weiter, "da ich meine medizinische Transition hinter mir habe". Ferner erklärte die 29-Jährige: "Das Coming-out wird immer als große Enthüllung zelebriert, aber ich war nie nicht out. Heute geht es um die Klarstellung: Ich bin eine trans Frau."


Dorfman spielte Ryan Shaver in der US-Teenieserie "13 Reasons Why" alias "Tote Mädchen lügen nicht" (Bild: Netflix)

Die 1992 in Atlanta geborene Schauspielerin hatte sich bereits 2017 als nicht-binär geoutet. Damals erklärte sie, sie bevorzuge die geschlechterneutralen Personalpronomen they/them. Das Personalpronomen "they", das eigentlich im Plural verwendet wird, wird in englischsprachigen Ländern vermehrt als Einzahlpronomen für Menschen verwendet, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen. Eine entsprechende, allgemein anerkannte deutschsprachige Version dieses Pronomens gibt es bislang nicht.

Bereits in den letzten Jahren hatte Dorfman mehrere Fotos ihrer Transition in sozialen Medien veröffentlicht. Sie habe aber lange mit dem offiziellen Coming-out gewartet: "Ich habe eine andere Version von Coming-out: Ich fühlte mich nicht sicher genug, es zu sagen, also habe ich es einfach gezeigt. Transition ist wunderschön. Warum die Welt nicht sehen lassen, wie diese aussieht?" Auf ihrer Instagram-Seite habe sie ihren Körper gezeigt, "der in einem eher fluiden Raum lebt".

Sie freue sich nun darauf, weibliche Rollen zu übernehmen. Freilich habe sie auch Angst gehabt, dass ein Coming-out als trans ihrer Karriere Schaden zufügen könne: "Ich werden am meisten erkannt, weil ich einen zickigen schwulen Poeten in einer Seifenoper gespielt habe. Ich befürchtete, dass eine Transition in meinem Privatleben dazu führt, dass ich eine Karriere verlieren könnte, die – so wird mir gesagt – mir bevorsteht." Manchmal, so Dorfman, müsse man aber einfach sagen: "Nein, ich bin einfach, wer ich verdammt nochmal bin."

Keine Änderung des Vornamens geplant

Ihren allgemein als männlich geltenden Vornamen wolle sie bewusst behalten: "Ich wurde nach dem Bruder meiner Mutter benannt, der einen Monat nach meiner Geburt gestorben ist. Ich fühle eine Verbindung mit diesem Namen – er steht für einen Onkel, der mich gehalten hat, als er im Sterben lag."

Dorfman spielte in 18 Folgen der umstrittenen Serie "Tote Mädchen lügen nicht" den offen schwulen Schüler Ryan Shaver, der in der ersten Staffel der achte Grund für Hannahs Selbstmord war. Der Grund in der Seifenoper: Er hatte ohne ihre Einwilligung ein Gedicht von ihr anonym veröffentlicht. Dorfman spielte außerdem in kleineren Rollen in anderen TV-Serien mit, darunter etwa "Jane the Virgin", "Insatiable" und "Love, Victor". Außerdem war sie 2020 Gastjurorin in einer Folge der fünften Staffel von "RuPaul's Drag Race All Stars". (cw)

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#1 RuntAnonym
  • 24.07.2021, 01:16h
  • Es ist - ich finde leider kein weniger abgegriffenes Wort - "berührend", die beiden Bilder von Tommy Dorfman vor und nach ihrer Transition zu sehen. Auf dem früheren sehe ich einen attraktiven femininen Mann auf dem andern eine attraktive maskuline Frau. Und im "Time"-Interview sehr ich ein charmantes, schüchterndes Lächeln, dass einfach nur schön ist.

    Tommy Dorfmann hat sich entschieden, dass ihre Rolle im Leben eine Frau ist. Auf allen Wegen - den Wegen auf der Bühne, auf denen man alle Geschlechter haben kann, die man will (= absolute Freiheit!) - und auf den Wegen im Leben, wo man sich meist für ein Geschlecht (m/w/d) entscheiden soll, wünsche ich viel Glück und Gelassenheit.
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#2 lunarAnonym
  • 24.07.2021, 06:22h
  • Antwort auf #1 von Runt
  • Ich kann deinem Kommentar in großen Teilen zustimmen, aber sie hat sich nicht "entschieden" eine Frau zu sein.

    Genauso wenig habe ich mich entschieden, cis zu sein. Zu sagen, "sie hätten sich entschieden trans zu sein" invalidiert die Existenz von trans Menschen, weil es impliziert sie könnten sich ohne Not auch wieder "umentscheiden".

    Ich möchte dir nicht unterstellen, dass das deine Intention bei diesen Kommentar war, aber die Formulierung ist in diesem Fall einfach unzutreffend
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#3 RuntAnonym
  • 24.07.2021, 11:09h
  • Antwort auf #2 von lunar
  • Danke für Deinen Hinweis. Ich hatte es bewusst etwas anders formuliert, ich bezog mich auf die "Entscheidung für eine Rolle im Leben", also die Entscheidung, eine Transition durchzuführen, weibliche Kleidung zu tragen, das Pronomen zu wechseln - also das Rollenverhalten einer Frau auch äußerlich anzunehmen. Aber es kann trotzdem missverständlich gewesen sein und es ist gut, darüber zu sprechen.

    Es gibt übrigens eine spannende Frage, die Tommy in dem Interview aufwirft, die cis und transgeschlechtliche Menschen doch etwas verbinden oder ins Gespräch bringen kann.

    Sie sagte, dass sie sich überlegte, als welchen Menschen sie sich mit 60 Jahren imaginierte und sie habe da nur eine Frau gesehen "was auch immer das bedeutet". heißt: Auch wenn man erkannt hat, was man "ist" (Mann oder Frau oder Genderfluid) heißt das noch nicht, dass man weiß, was es "bedeutet", ein Mann, eine Frau oder Genderfluid zu sein.

    Ich habe mich wie du nie entschieden, cis zu sein, aber ich musste und muss immer wieder entscheiden, was für mich im sozialen Leben zum Mann-sein gehört und was nicht und ob und wie ich das nach außen deutlich mache.

    Zu einem stabilen sozialen Geschlecht ist es immer ein Weg, der für transgeschlechtliche Menschen aber oft ungleich schwerer und komplizierter sein kann.
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