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Berlin

Evangelische Kirche entschuldigt sich bei queeren Menschen

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bittet am Vorabend des CSD in einer von Bischof Stäblein unterzeichneten Erklärung um Vergebung für Diskriminierung und Ausgrenzung von LGBTI.


Christian Stäblein ist seit November 2019 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Bild: Andreas Beckermann / wikipedia)

Für jahrelange Diskriminierung queerer Menschen hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz um Vergebung gebeten. LGBTI seien ausgegrenzt und diskriminiert worden, heißt es in einem am Freitag in Berlin am Vorabend des Christopher Street Days verbreiteten Text. "Wir benennen mit dieser Erklärung öffentlich, dass Entscheidungen Irrtümer waren und Verletzungen und Verwundungen bewirkten", so das von Bischof Christian Stäblein unterschriebene Papier.

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In der Vergangenheit gab es immer wieder auch führende Kirchenvertreter*innen, die für Ausgrenzung und Diskriminierung in Bezug auf Homosexualität um Vergebung gebeten haben. Dieser Begriff stelle jedoch "auf dem Kenntnisstand heutiger Forschung einen verengenden Sprachgebrauch" dar, heißt es in der Erklärung. "Das Gesagte betrifft lesbische, schwule, bi*, trans* und inter* Personen. Wir denken an alle Menschen, die queer sind und leben; wir nutzen in diesem Sinne hier die Rede von queeren Menschen, LSBTIQ."

Queeren Menschen wurde "Respekt und Anerkennung verweigert"

"Obwohl es auch ein Ringen um theologische Klarheit und um die Aufhebung von Ungleichbehandlung gab, haben in den Kirchenleitungen der vergangenen Jahrzehnte Verantwortliche Diskriminierung an queeren Menschen geschehen lassen, vor allem aber ausgeübt", heißt es. Queere Menschen seien mit Befragungen konfrontiert worden, seien gekündigt oder aus dem Dienst entfernt worden. "Gemeindeglieder, die in gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen lebten, mussten schmerzlich erfahren, dass ihnen Respekt und Anerkennung verweigert wurden." Befördert worden sei dies durch eine Theologie, die queeren Menschen eine Gottebenbildlichkeit abgesprochen oder diese in Frage gestellt habe.

Marcus Urban wurde beim CSD-Gottesdienst getauft

Die Erklärung wurde zum traditionellen multireligiösen CSD-Gottesdienst veröffentlicht, der seit 2012 in der Berliner St. Marienkirche stattfindet. Im Rahmen des Gottesdienstes taufte Bischof Stäblein auch den ehemaligen Profi-Fußballer Marcus Urban. Urban ist Sportbeauftragter im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte und wurde durch seine Biografie "Versteckspieler" bekannt, die von Homophobie im Fußball handelt.

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Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist eine von 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ende 2020 waren gut 890.000 Menschen in Berlin, Brandenburg und Sachsen Mitglied. (cw/dpa)



#1 Meleg29Profil
#2 GodzillaAnonym
  • 24.07.2021, 11:31h
  • Ach bitte, die können mir viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Taten zählen und da sehe ich eher nichts. Zumal es doch auch wieder bezeichnend ist, dass es direkt einen Tag vorm CSD passiert.
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#3 g_kreis_adventProfil
  • 24.07.2021, 14:32hBerlin-Prenzlauer Berg
  • Das es am Vorabend zum Berliner CSD geschah war volle Absicht, weitsichtig geplant.
    Aber es gibt eine Vorgeschichte wie es zu dieser Erklärung kam:
    Eine kleine Rückblende:
    Pfarrer Mark Pockrandt und die Lektorin Uta Motschmann haben 2017/2018 gemeinsam für die Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der Immanuelkirche geforscht. In den Akten von Pfarrer Johannes Schwartzkopff sind sie auf den Namen und das Schicksal von Pf. Friedrich Klein aufmerksam geworden. - Seit dem Anfang 2018 das Schicksal von Pf. Friedrich Klein bekannt geworden war kämpfte der Gesprächskreis Homosexualität der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg gemeinsam um die Rehabilitierung aller wegen Homosexualität aus dem Dienst entfernten Mitarbeiter der evangelischen Kirche.

    Am 21. November 2018 kam es bei der Einweihung der Gedenktafel für Pfarrer Schwarzkopf zu einer Kontroverse zwischen Pfarrerin Gardei (Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO), die die Gedenkworte sprach, und Lothar Dönitz vom Gesprächskreis Homosexualität. Auf der Gedenktafel wird an den Pfarrer Klein erinnert und an dessen Verurteilung nach § 175. Lothar Dönitz beklagte vehement das Fehlen des Hinweises auf den Fall des homosexuellen Pfarrers Klein. Mit Pfarrerin Gardei entstand seitdem ein verständnisvoller Dialog, der im Fall Pf. Klein zur Rehabilitierung führte. Der Dialog fand seine Fortsetzung bis zu dieser Erklärung der EKBO. - DANKE!

    Der Dialog mit Pfarrerin Gardei und Frau Wodinski wird am 10. August 2021 fortgesetzt.

    Ausführlicher auf:
    www.kirchengemeinde-am-friedrichshain.de/page/72/gesprächskr
    eis-homosexualität
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#4 CyrisAnonym
  • 24.07.2021, 18:59h
  • Nett und vollkommen bedeutungslos.

    Wenn man sich auf sein 2000 Jahre altes Christentum beruft, dann hat man auch 2000 Jahre Entwürdigung, Verfolgung und Ermordung von Lgbt/Queers aufzuarbeiten.

    Andernfalls sind das nichts als warme Worte.
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#5 TrekieAnonym
  • 26.07.2021, 10:51h
  • Zu wenig, zu spät. Davon ab glaube ich eher das dies sih sofort wieder anders überlegen, sobald der wind sich wieder i eine menschenfreundlichere Richtung (also für die Kirchen günstiger) dreht.
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