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"Save our community – Save your pride"

CSD Berlin: Dragqueens achten auf Einhaltung der Coronaregeln

Rund 20.000 Menschen werden am Samstag bei der CSD-Parade in Berlin erwartet. Die Demo zieht um 13 Uhr vor der Leipziger Straße zur Urania. Es herrscht eine generelle Maskenpflicht


Der Berliner CSD in der Vor-Corona-Zeit (Bild: Vollformat Berlin / flickr)

Nach der Online-Ausgabe im vergangenen Jahr geht es zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin wieder auf die Straße: Zu dem Demonstrationszug werden am Samstag rund 20.000 Teilnehmer*innen erwartet.

Der Zug soll um 13 Uhr in der Leipziger Straße in der Nähe des Spittelmarkts beginnen (Sammeln ab 12 Uhr) und vorbei am Bundesrat und Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule ziehen. Endstation ist an der Urania in Schöneberg gegen 17 Uhr. Eine Abschlusskundgebung findet nicht statt.


Die Demo-Route (Grafik: CSD Berlin)

Die Besucher*innen haben jedoch laut CSD-Verein die Möglichkeit, im Kiez noch etwas zu verweilen. Der Regenbogenfonds stellt in Kooperation mit den Wirten im Viertel an der Motzstraße Toiletten auf, und die Polizei wird einige Straßen dafür absperren. Alternativ bietet sich nach der Parade die Möglichkeit, ab 16 Uhr an einem Regenbogen­soli­demo­picknick für Ungarn & Polen im Gleisdreieckpark teilzunehmen.

Abstandsregeln und generelle Maskenpflicht

Wegen der Corona-Pandemie gelten bei der Parade Abstandsregeln und eine generelle Maskenpflicht. "Wir werden zu ihrer Einhaltung auch fünf PKWs mit Dragqueens und Megafonen sowie Lautsprecherwagen in die Demo integrieren", kündigte der Berliner CSD e.V. an.

Die Demo steht unter dem Motto "Save our community – Save your pride". Auf fünf Vereins-Trucks sollen mehr als 40 Reden gehalten werden, in denen es um LGBTI-Rechte geht. "Am Bundesrat werden wir für die Umsetzung der gesetzlichen Gleichstellung für LGBTTIQA* Menschen aufrufen", kündigte der CSD-Verein an. "Im Vordergrund steht hier die Änderung des Artikel 3 des Grundgesetzes." Am Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen des Nationalsozialismus ist gemeinsam mit dem LSVD eine Kranzniederlegung geplant.

Katalog von 32 Forderungen

Der Berliner CSD e.V. hat einen Katalog von 32 Forderungen aufgestellt, der allerdings recht zusammengewürfelt wirkt. Neben der Abschaffung des bundesweiten Transsexuellengesetzes und der Einführung von LGBTI-Ansprechpersonen in allen Berliner Bezirken stehen u.a. Aufforderungen an die Kosmetik-Industrie, den Begriff "Nude" nicht mehr zu verwenden, und an den Berufsverband der Deutschen Urologen, die Mitglieder für das Thema sexuelle Gesundheit von queeren Menschen zu sensibilisieren.

Reinigungskräfte der Berliner Stadtreinigung (BSR) werden dem Demonstrationszug unmittelbar folgen, damit die Route möglichst schnell wieder freigegeben werden kann. Auch das Unternehmen möchte seine Solidarität zum Ausdruck bringen: So werden die Beschäftigten speziell für den CSD produzierte T-Shirts tragen, 30 Einsatzfahrzeuge sind nach BSR-Angaben mit dem Regenbogen-Symbol geschmückt.

Zahlreiche Pride-Demonstrationen in Berlin

Bereits Ende Juni demonstrierten in der Hauptstadt unter dem Dach des alternativen "CSD Berlin Pride" mehrere Tausend Menschen in drei Protestzügen (queer.de berichtete). Vor einer Woche fand zudem zum zweiten Mal der Marzahn Pride statt (queer.de berichtete). Am Freitagabend beteiligten sich über 1.000 Menschen am inzwischen traditionellen Dyke* March. Parallel fand ein CSD-Gottesdienst statt, bei dem sich der evangelische Bischof Christian Stäblein bei queeren Menschen entschuldigte (queer.de berichtete).

In der Hauptstadt rollt seit 1. Juli auch ein Sonderzug der Linie U2 in bunten Regenbogenfarben (queer.de berichtete). Zudem setzen die Berliner Verkehrsbetriebe am Bahnhof Alexanderplatz und an anderen Haltestellen mit Regenbogenfarben ein Zeichen für Vielfalt und gegen Homophobie.

Bis auf vergangenes Jahr hatte der CSD in den Vorjahren als Parade Hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt. (cw/dpa)



#1 GodzillaAnonym
  • 24.07.2021, 11:27h
  • Die Forderung "Nude" zu streichen muss man mir Mal bitte erklären. Heißt doch übersetzt einfach nackt, oder steh ich auf'm Schlauch?
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#2 LotiAnonym
#3 Anonyma
  • 24.07.2021, 12:40h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Keine Bange, es geht dabei nicht um Angst vor Nacktheit auf der Demo, sondern darum, dass die Kosmetik-Industrie den Begriff "Nude" als Farbton (im Sinne von "nude-coloured" = "hautfarben") noch immer fast ausschließlich für helle Hautfarben verwendet.
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#4 LotiAnonym
#5 trans naysayerAnonym
  • 24.07.2021, 13:10h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • In der Kosmetikindustrie gilt immer noch nude = hautfarben = weiss.

    Die Kosmetikindustrie betrachtet weisse Menschen immer noch als unhinterfragten Standard. "Haut ist weiss". Alle anderen kommen in diesem Denken nicht vor.

    ...Was sich dann auch in den angebotenen Produkten niederschlägt. Es gibt i.d.R. nur Produkte für weisse und sehr helle Hauttypen.

    Ich bin überrascht. Irgendjemand beim Pride Berlin hat dieses Problem und diese Diskriminierung und die Auslöschung der Existenz von Women of Color verstanden.
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#6 MoKiAnonym
  • 24.07.2021, 14:06h
  • Puh, in meiner Brust schlagen heute zwei Herzen. So ein CSD ist grundsätzlich eine unterstützenswerte Sache, aber wenn ich mir die Bilder im Netz anschaue, besipielsweise von der Ecke Leipziger Str./Friedrichstr., dann wird mir mulmig. So viele Leute, kein Abstand, keine Maske. Wenn wir uns damit mal keinen Bärendienst erweisen. Die Querdenker kritisieren wir für ihre Demos und verantwortungsloses Handeln. Bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Man kann tausende Leute nicht lenken und die Einhaltung von Hygiene-Standards garantieren. Ich habe kein gutes Gefühl.....
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#7 GodzillaAnonym
  • 24.07.2021, 14:57h
  • Nude steht in erster Linie für nackt aber stimmt, den Begriff sieht man nur bei weißen, letzteres hatte ich nicht auf dem Schirm. Wie könnte man das Problem lösen? Indem man den Begriff streicht/ersetzt oder auch bei nicht-weißen verwendet? Ich tendiere zu ersetzen oder letzterem aber ich würde gern wissen, wie das Betroffene sich wünschen würden.
    Das erinnert mich an die Diskussion die ich an anderer Stelle hatte bezüglich Buntstifte.

    Die Menschenmassen heute sehe ich auch kritisch. Ich halte den Großteil für vernünftig und ich denke auch, dass so gut es geht darauf hingewiesen wird aber es sind nun Mal nicht nur ein paar wenige, sondern es werden 20.000 Teilnehmer*innen vermutet und dann auch noch die fast 30° heute...
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#8 LotiAnonym
#9 WahrheitIstRelativAnonym
  • 26.07.2021, 07:50h
  • Nude:
    Die Erwachsenen haben keinen Schimmer und sind obendrein wohl farbenblind. Da erzählen sie einem als Kind, es gäbe schwarze, weiße, rote und gelbe Menschen und du stellst erstmal enttäuscht fest, dass es weit weniger bunt zugeht. Es gibt nämlich nur dunkel-, mittel-, hell - und ganz hellbraune (sagen wir mal beigefarbene) Menschen.
    " Haste' mal Hautfarbe?" fragt man in der Schule und meint einen beige-lachsfarbenen Stift, der der eigenen Hautfarbe am ehesten entspricht. Man weiß auch nicht, wie man diese Farbe sonst nennen soll, aber verwendet sie halt immer um (helle) Haut zu malen. Da diesen Buntstift aber die wenigsten Klassenkameraden zur Verfügung haben, kommt die Antwort : " Nimm rosa!"
    Ich will doch kein Schweinchen malen! Mir scheint braun am geeignetsten. Will man einen beigefarbenen Menschen malen, muss man halt gaaaanz wenig drücken. Der braune Stift ist also der beste für Hautfarbe, wenn man nicht gerade lauter extravagante Stifte im Mäppchen hat.
    Dann stellt man als Kind noch fest, dass der sogenannte weiße Mensch der " Farbige" ist! Auf hell sieht man nämlich alles am besten: Grüne Adern, blaue Flecken, rosa Pickel... Sogar "Rothäute" gibt es betont unter den "Weißen"! Manche haben Bluthochdruck, manche sind verliebt, wütend, beschämt oder besoffen!
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#10 LotiAnonym
  • 26.07.2021, 09:36h
  • Antwort auf #9 von WahrheitIstRelativ
  • Hierzu gerne noch mal eine schöne Lektion von den Ureinwohnern Australiens:
    Titel: Coloured
    Dear White Fella
    Couple things you should
    know -
    When i born, i black
    When i going Sun, i black
    When i cold, i black
    When i scared, i black

    You white Fella
    When you Born you pink
    When you grow up, you white
    When you going to sun, you red
    When you cold, you blue
    When you scared, you yellow
    When you sick, you green
    And when you die, you grey
    And when you have the cheek
    You call me coloured?

    Ist zwar schon recht alt, doch hat es immernoch seine Gültigkeit und trifft voll auf den Punkt.
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