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"Save our community – Save your pride"
CSD Berlin: Dragqueens achten auf Einhaltung der Coronaregeln
Rund 20.000 Menschen werden am Samstag bei der CSD-Parade in Berlin erwartet. Die Demo zieht um 13 Uhr vor der Leipziger Straße zur Urania. Es herrscht eine generelle Maskenpflicht
- 24. Juli 2021, 07:02h 3 Min.
Nach der Online-Ausgabe im vergangenen Jahr geht es zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin wieder auf die Straße: Zu dem Demonstrationszug werden am Samstag rund 20.000 Teilnehmer*innen erwartet.
Der Zug soll um 13 Uhr in der Leipziger Straße in der Nähe des Spittelmarkts beginnen (Sammeln ab 12 Uhr) und vorbei am Bundesrat und Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule ziehen. Endstation ist an der Urania in Schöneberg gegen 17 Uhr. Eine Abschlusskundgebung findet nicht statt.

Die Demo-Route (Grafik: CSD Berlin)
Die Besucher*innen haben jedoch laut CSD-Verein die Möglichkeit, im Kiez noch etwas zu verweilen. Der Regenbogenfonds stellt in Kooperation mit den Wirten im Viertel an der Motzstraße Toiletten auf, und die Polizei wird einige Straßen dafür absperren. Alternativ bietet sich nach der Parade die Möglichkeit, ab 16 Uhr an einem Regenbogensolidemopicknick für Ungarn & Polen im Gleisdreieckpark teilzunehmen.
Abstandsregeln und generelle Maskenpflicht
Wegen der Corona-Pandemie gelten bei der Parade Abstandsregeln und eine generelle Maskenpflicht. "Wir werden zu ihrer Einhaltung auch fünf PKWs mit Dragqueens und Megafonen sowie Lautsprecherwagen in die Demo integrieren", kündigte der Berliner CSD e.V. an.
Die Demo steht unter dem Motto "Save our community – Save your pride". Auf fünf Vereins-Trucks sollen mehr als 40 Reden gehalten werden, in denen es um LGBTI-Rechte geht. "Am Bundesrat werden wir für die Umsetzung der gesetzlichen Gleichstellung für LGBTTIQA* Menschen aufrufen", kündigte der CSD-Verein an. "Im Vordergrund steht hier die Änderung des Artikel 3 des Grundgesetzes." Am Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen des Nationalsozialismus ist gemeinsam mit dem LSVD eine Kranzniederlegung geplant.
Katalog von 32 Forderungen
Der Berliner CSD e.V. hat einen Katalog von 32 Forderungen aufgestellt, der allerdings recht zusammengewürfelt wirkt. Neben der Abschaffung des bundesweiten Transsexuellengesetzes und der Einführung von LGBTI-Ansprechpersonen in allen Berliner Bezirken stehen u.a. Aufforderungen an die Kosmetik-Industrie, den Begriff "Nude" nicht mehr zu verwenden, und an den Berufsverband der Deutschen Urologen, die Mitglieder für das Thema sexuelle Gesundheit von queeren Menschen zu sensibilisieren.
Reinigungskräfte der Berliner Stadtreinigung (BSR) werden dem Demonstrationszug unmittelbar folgen, damit die Route möglichst schnell wieder freigegeben werden kann. Auch das Unternehmen möchte seine Solidarität zum Ausdruck bringen: So werden die Beschäftigten speziell für den CSD produzierte T-Shirts tragen, 30 Einsatzfahrzeuge sind nach BSR-Angaben mit dem Regenbogen-Symbol geschmückt.
Zahlreiche Pride-Demonstrationen in Berlin
Bereits Ende Juni demonstrierten in der Hauptstadt unter dem Dach des alternativen "CSD Berlin Pride" mehrere Tausend Menschen in drei Protestzügen (queer.de berichtete). Vor einer Woche fand zudem zum zweiten Mal der Marzahn Pride statt (queer.de berichtete). Am Freitagabend beteiligten sich über 1.000 Menschen am inzwischen traditionellen Dyke* March. Parallel fand ein CSD-Gottesdienst statt, bei dem sich der evangelische Bischof Christian Stäblein bei queeren Menschen entschuldigte (queer.de berichtete).
In der Hauptstadt rollt seit 1. Juli auch ein Sonderzug der Linie U2 in bunten Regenbogenfarben (queer.de berichtete). Zudem setzen die Berliner Verkehrsbetriebe am Bahnhof Alexanderplatz und an anderen Haltestellen mit Regenbogenfarben ein Zeichen für Vielfalt und gegen Homophobie.
Bis auf vergangenes Jahr hatte der CSD in den Vorjahren als Parade Hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt. (cw/dpa)















