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Heimkino

Jim Parsons als Daddy eines genderfluiden Kindes

Fußball oder Krönchen? Trans Regisseur Silas Howard zeigt in seinem hochkarätig besetzten Film "Ein Kind wie Jake" zwei Eltern, die sich über die Erziehung ihres queeren Kindes verständigen müssen.


Greg Wheeler (Jim Parsons) unterstützt sein vierjähriges Kind Jake (Leo James Davis), das Geschichten über Prinzessinnen liebt (Bild: Koch Films)

Der Film heißt zwar "Ein Kind wie Jake", im Film ist das Kind jedoch kaum zu sehen (ganz im Gegensatz zum Trailer). Aber als Eltern, Verwandte und Kita bemerken, dass Jake genderfluid sein könnte, sprechen alle viel über Jake. Das Drehbuch folgt einem gleichnamigen Theaterstück, was dem Film leider durchgehend anzumerken ist.

Jake ist vier Jahre alt, trägt gerne fluffige Ballettröckchen und ist von den Geschichten der Disney-Prinzessinnen Arielle und Cinderella begeistert. Um das smarte und phantasiebegabte Kind geht es in dem Film aber nicht, sondern um Jakes Eltern. Zwei Serienstars aus der ersten Riege spielen diese Eltern: Jim Parsons ("The Big Bang Theory") gibt den Vater Greg und Claire Danes ("Homeland") die Mutter Alex.

Niemand zweifelt daran, dass Jake genderfluid ist


"Ein Kind wie Jake" ist Ende Juni 2021 auf DVD, Blu-ray und digital erschienen

Was positiv auffällt: Von Beginn an ist klar, dass Jake gender non-conforming ist, und niemand zweifelt ernsthaft daran. Diese erfreuliche Annäherung vermeidet das oberflächliche Drama, das mit Jakes Geschichte auch einhergehen könnte. Der Zugang kommt nicht von ungefähr, hat doch Regisseur Silas Howard bereits in gendersensiblen Projekten wie "Pose" oder "This is US" mitgearbeitet. In "Transparent" war er außerdem der erste trans Regisseur einer Episode.

Howard fokussiert auf die Eltern, wie sie versuchen, einen gemeinsamen Ansatz zur Erziehung ihres queeren Kindes zu finden. Greg als Psychotherapeut und softer Daddy findet es nicht schlimm, wenn sich Jake (Leo James Davis) zu Halloween als Rapunzel verkleiden will. Alex hingegen, ehemalige Anwältin und erschöpfte Vollzeitmutter, ist sich nicht so sicher. Zwar blockt sie Jakes Wünsche nicht ab und liest Abend für Abend die geliebten Gute-Nacht-Geschichten über Prinzessinnen vor. Aber tief in ihr sitzt die Hoffnung, dass es nur eine Phase sei, die vorbeigeht. Ihr Wunsch: Kein Stress für Jake, aber auch nicht noch mehr Stress für sie selbst, also Fußball statt Krönchen.

Die Krise klopft an, als sie sich für eine Schule für Jake entscheiden müssen. Um die Chancen an der Wunschschule zu erhöhen, schlägt eine Erzieherin (starbesetzt mit Octavia Spencer) vor, die "Diversity"-Karte zu spielen. Jetzt wird es also ernst, und die Eltern müssen eine Entscheidung treffen. Wie Alex und Greg darauf reagieren und vor allem interagieren, sind Szenen einer Ehe und das eigentliche Zentrum des Films.

Ein Film, der die richtigen Fragen stellt

Claire Danes spielt das, was wir aus "Homeland" von ihr kennen: immer knapp vor dem Nervenzusammenbruch. Jim Parsons kämpft als Schauspieler natürlich gegen die Bilder von Sheldon Cooper in unseren Köpfen an. War er als Fiesling in der Netflix-Serie "Hollywood" dabei erfolgreich, gewinnt er in diesem Film nicht immer. Seine zurückhaltende Art und sein gar nicht machohaftes Auftreten tun der Rolle des Vaters aber dennoch gut.

"Ein Kind wie Jake" macht vom Konzept her Sinn und stellt auch die richtigen Fragen über Gender Identity. Es schimmern jedoch immer die guten Absichten durch, was den Gesamteindruck trübt. Ständig erhofft man einen scharfen Zugriff auf das Thema, er bleibt jedoch aus. Europäische Filme wie "Tomboy" sind damit bereits ein Stück weiter.

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Infos zum Film

Ein Kind wie Jake. Originaltitel: A Kid like Jake. Komödie. USA 2018. Regie: Silas Howard. Darsteller: Claire Danes, Jim Parsons, Octavia Spencer, Priyanka Chopra, Amy Landecker, Ann Dowd. Laufzeit: ca. 90 Minuten. Sprache: Deutsch, Englisch. Untertitel: Deutsch (optional). Extras: Featurette, Trailer. FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung. Koch Films
Galerie:
Ein Kind wie Jake
6 Bilder


#1 durchschnittAnonym
  • 24.07.2021, 20:33h
  • Auch wenn ich Sheldon Cooper sehr mochte, Jim Parson kann nur den hetero normative Freak - siehe Big Bang Theory oder auch Judging Amy. Bei Boys in the Band sah ich nur Sheldon Cooper ... .
    Darunter leidet auch dieser Film aus 2018
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ja gutAnonym