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Polizeibericht

Berlin: Schwules Paar in U-Bahn attackiert

Zwei Vorfälle vor dem CSD: Am Freitag griff ein 18-Jähriger in der U1 einen 51-Jährigen und seinen 50-jährigen Partner an. Die Gedenktafel für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung wurde erneut beschädigt.


Der Angriff auf das schwule Paar ereignete sich in einem Zug am U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof (Bild: Michael F. Mehnert / wikipedia)

Es ist vermutlich kein Zufall: Jedes Jahr rund um den CSD werden in Berlin mehr Straftaten mit einem mutmaßlich queerfeindlichen Hintergrund gemeldet. Am Freitag kam es laut Polizeibericht vom Samstag zu zwei Vorfällen.

Die erste Tat ereignete sich am Nachmittag in einem U-Bahnwaggon in Kreuzberg. Gegen 17.15 Uhr saß ein schwules Paar in einem Wagen der U1, als es während der Fahrt von einem zunächst Unbekannten angesprochen, bedroht und schwulenfeindlich beleidigt wurden. An der Station Görlitzer Park schlug der Angreifer dann den 51-Jährigen mehrfach mit der Faust. Andere Fahrgäste konnten ihn von seinem Opfer wegziehen.

Der 18-jährige Angreifer wurde gefasst

Am Bahnhof Schlesisches Tor verließ der Angreifer den Zug und flüchtete. Alarmierte Einsatzkräfte konnten den 18-Jährigen jedoch in der Nähe stellen und nahmen ihn mit zum Polizeiabschnitt. Nach den polizeilichen Maßnahmen konnte er die Dienststelle wieder verlassen.

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Der attackierte 51-Jährige erlitt leichte Verletzungen, lehnte aber eine medizinische Versorgung ab. Sein ein Jahr jüngerer Partner blieb unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung übernommen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden wie bei Erstmeldungen üblich im Polizeibericht nicht gemacht.

Gedenktafel zum wiederholten Mal beschädigt

Der zweite Vorfall betrifft die im Magnus-Hirschfeld-Ufer aufgestellte Gedenktafel für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung. Die Besatzung einer Polizeistreife stellte gegen 18.30 Uhr fest, dass Teile der auf dem Denkmal abgebildeten Gesichter ausgebrannt wurden. Zu sehen sind dort die LGBTI-Aktivisten Anita Augspurg (1857-1943), Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) und Magnus Hirschfeld (1868-1935). Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung übernommen.


Die Gedenktafel nach einer früheren Beschädigung (Bild: Sara Rigotti / LSVD Berlin-Brandenburg)

Die Gedenktafel war bereits in den vergangenen Jahren mehrfach beschädigt oder verbogen worden, zuletzt im Mai 2021 und im April 2021. Weitere Vandalismus-Fälle wurden von der Polizei im August 2019, im Oktober 2018 und im August 2017 gemeldet.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)



#1 LotiAnonym
  • 24.07.2021, 11:40h
  • Die beiden Opfer sollten unbedingt eine gesicherte Anzeige stellen, sonst verläuft sich das ganze Geschehen noch im Sande. Ich weiß wovon ich hier berichte.
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#2 LotiAnonym
  • 24.07.2021, 11:55h
  • Antwort auf #1 von Loti
  • Anmerkung dazu. Auch einen Anwalt hinzuziehen halte ich für sehr ratsam. Der Täter ist erst 18 Jahre alt und muß unbedingt mal mit aller Härte vor ein Gericht in seine Schranken verwiesen werden. Sonst gibt es mit Sicherheit wieder nur ein Du,Du,Du und das wars dann auch schon.
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#3 gastAnonym
  • 24.07.2021, 12:02h
  • Die Anzeigen die hoffentlich gestellt werden, sind vermutlich ein Fall "für die Katz". Die Justiz in der Hauptstadt kommt schon mit dem alltäglichen Schreibkram kaum hinterher - und ein 18 Jähriger "Bengel" wird höchstens - wenn überhaupt - Bewährung und /oder Sozialstunden aufgebrummt bekommen.
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#4 seb1983
  • 24.07.2021, 13:36h
  • Die Überlastung der Justiz ist tatsächlich ein überall vorherrschendes Problem.
    Auf der einen Seite sind durch das Internet eine wahre Flut an Straftaten neu hinzugekommen und auch privat wird heute viel schneller mal geklagt, Wirtschafts- und Bandenkriminalität ist vermutlich aufwendiger und nur mit entsprechend mehr Personalaufwand zu verfolgen etc...
    Auf der anderen Seite wurde 20 Jahre lang gespart dass es kracht, in Berlin möglicherweise noch mehr als anderswo und das bei ansteigender Bevölkerung.
    Ob damit dann noch eine angemessene Strafverfolgung und Verurteilung möglich ist sei mal dahingestellt, die Signalwirkung unter den Tätern dürfte entsprechend sein
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#5 FiBuAnonym
  • 24.07.2021, 14:32h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • "Auf der anderen Seite wurde 20 Jahre lang gespart dass es kracht, in Berlin möglicherweise noch mehr als anderswo und das bei ansteigender Bevölkerung."

    Und genau diejenigen die die Justiz in Berlin gegen die Wand gefahren haben, werden immer und immer wieder gewählt. Scheinbar ist der Zustand in Berlin so gewollt.
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#6 marcocharlottenburgAnonym
  • 24.07.2021, 18:35h
  • Antwort auf #5 von FiBu
  • Nur muss man aber feststellen, dass eine liberale oder konservative Linie der Justiz wenig mit Spardiktat zu tun hat. Berlin ist auf dem Gebiet des Strafens schon immer eher liberal, als konservativ. Leider. Wer Straftaten begeht, gehört nicht getätschelt, sondern der Tat entsprechend abgeurteilt. Stichwort muss die Generalprävention sein, Urteile müssen auch abschreckende Wirkung haben, sonst kann man es gleich ganz sein lassen.
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#7 PhileasAnonym
  • 25.07.2021, 00:01h
  • Antwort auf #5 von FiBu
  • Der Exkurs in die Geschichte ist wohl nötig.
    Es war ein CDU-geführte Senat der Berlin so richtig in die Scheiße geritten hat. Das Sparen war die Konsequenz aus der Großmannssucht eines Herrn Diepgen (damals regierender Bürgermeister, CDU) und eines Herr Landowsky (damals Vorstandsvorsitzender BerlinHyp, CDU).
    Die verantwortliche Partei wird also gerade nicht immer und immer wieder gewählt und so wird es hoffentlich noch lange bleiben!
    Und ja, es war eine CDU-SPD-Regierung aber 95 und 99 jeweils mit rund 40% CDU und 20% SPD.
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#8 LotiAnonym
  • 25.07.2021, 09:22h
  • Antwort auf #7 von Phileas
  • Danke Dir für diese Klarstellung. All diejenigen die immer wieder nur auf die sPD einhauen, sei ans Herz gelegt, die CDU hat diese schöne Stadt erst so richtig in den finanziellen Ruin getrieben. Das vergessen die echten Berliner nicht. Ich auch nicht. Deshalb wird es auch im September KEINE Koalition mit dieser Schmachpartei geben.
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