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Berlin

Zehntausende Menschen beim CSD Berlin

Erheblich mehr Menschen als erwartet beteiligen sich an der CSD-Parade in Berlin. Abstandsregeln werden teilweise nicht eingehalten, nicht alle Teilnehmenden tragen die vorgeschriebenen Masken.


Wenig Abstand, nicht alle tragen Masken: Menschenmassen in der Leipziger Straße (Bild: RegBerlin / facebook)

Ausgelassen und bunt verkleidet haben sich in Berlin-Mitte am Samstag zehntausende Menschen zum Christopher Street Day versammelt. Trotz Alkoholverbots und strenger Sicherheitsauflagen wegen der Corona-Pandemie feierten und tanzten die Menschen am Samstag zu Techno-Bässen von mehreren Lastwagen und demonstrierten für LGBTI-Rechte im In- und Ausland. Nach späteren Angaben der Polizei vom frühen Samstagabend beteiligten sich rund rund 65.000 Menschen an der Demonstration unter dem Motto "Save our community – save your pride". Eröffnet wurde sie von Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke), der unter Jubel des Publikums vorschlug, Berlin zur "queeren Freiheitszone" auszurufen.

Die meisten Feiernden trugen Mund-Nasen-Schutz, viele in Regenbogenfarben, doch nicht immer wurden die Coronaregeln eingehalten. "Krass voll an der Ecke Leipziger/Friedrichstraße – und man muss ehrlich sagen, dass nicht alle Maske tragen", schrieb der "Queerspiegel" auf Twitter. In sozialen Medien äußerten sich Menschen besorgt über ein mögliches "Superspreader-Event". Ein User schrieb: "Haben die Gays in Berlin Corona besiegt oder was ist da los?".

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Polizei soll bereits mit Abbruch gedroht haben

Immer wieder riefen die Organisator*innen über Lautsprecher dazu auf, die Maskenpflicht sowie Abstände einzuhalten. Auch die Polizei machte die Teilnehmenden unter anderem über Twitter auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam. Laut "Queerspiegel" soll sie mit einem Abbruch der Demonstration gedroht haben, sollten es weiterhin Verstöße geben. Zu größeren Zwischenfällen kam es jedoch nicht. Teilnehmende äußerten Verständnis für die Maßnahmen und lobten den friedlichen Ablauf des Umzugs.

Twitter / PolizeiBerlin_E
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Die Polizei rechnete zunächst mit rund 20.000 Teilnehmenden – es kamen jedoch erheblich mehr. "Durch die Pandemie wird die diesjährige Demonstration ihren Fokus auf eine nahezu reine Demo mit Protestzug-Charakter legen", hatten die Veranstalter*innen zuvor angekündigt. Der Zug setzte sich am frühen Samstagnachmittag in der Leipziger Straße in Bewegung und zog zunächst in Richtung Potsdamer Platz. Die Route geht vorbei am Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule und soll an der Urania in Schöneberg enden (queer.de berichtete). Zur Entzerrung fahren die fünf Lastwagen mit deutlichem Abstand voneinander. Von ihnen gibt es abwechselnd zu Musik Redebeiträge; auf eine Abschlusskundgebung wurde verzichtet.

Aufgrund der Sicherheitsabstände zog sich der Aufzug laut Polizei sehr in die Länge. Während die Spitze des Zugs gegen 15 Uhr bereits das Ziel erreicht hatte, hatten hintere Teile gerade erst das Brandenburger Tor passiert. Die Polizei setzte deshalb zur besseren Übersicht einen Hubschrauber ein.

Müller ruft zu Solidarität mit Queers in aller Welt auf

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief anlässlich des CSD zur Solidarität mit verfolgten LGBTI auf. Zwar sei das heutige Berlin "weltoffen und liberal", jedoch sei auch in der "Regenbogenhauptstadt Europas" homophobes Denken und Handeln ein Problem, erklärte Müller am Samstag. "Dem müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen."

In vielen anderen Ländern weltweit sei die Situation für die LGBT-Community deutlich schwieriger als hierzulande, selbst in Europa, fuhr Müller fort. Daher müsse auch an diejenigen Menschen gedacht werden, die bei ihrem Engagement für Gleichstellung und Respekt "in Kauf nehmen müssen, ausgegrenzt, verfolgt oder inhaftiert zu werden".

Bereits Ende Juni demonstrierten in der Hauptstadt unter dem Dach des alternativen "CSD Berlin Pride" mehrere Tausend Menschen in drei Protestzügen (queer.de berichtete). Vor einer Woche fand zudem zum zweiten Mal der Marzahn Pride statt (queer.de berichtete), am Freitagabend beteiligten sich über 1.000 Menschen am inzwischen traditionellen Dyke* March. In Kreuzberg beteiligten sich am Samstagnachmittag geschätzt über 1.000 Menschen an einem "Internationalistischen Queer Pride", der unter anderem von Gruppen aus der antisemitischen BDS-Bewegung organisiert wurde. Dabei wurden auch antisemitische und antiisraelische Plakate gezeigt und entsprechende Parolen skandiert. (cw/dpa/AFP)

Wöchentliche Umfrage

» Sind CSDs mit Zehntausenden Menschen in der Pandemie verantwortungsvoll?
    Ergebnis der Umfrage vom 26.07.2021 bis 02.08.2021
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CSD Berlin 2021
132 Bilder


#1 LotiAnonym
  • 24.07.2021, 17:36h
  • Darf ich hier ganz vorsichtig auch darauf aufmerksam machen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Teilnehmer*innen bereits zweimal geimpft worden sind? In Berlin gab es eine hohe Anzahl an Impfwillige, die all die Angebote in den jeweiligen Bezirken genutzt haben. Ich persönlich bin erst einmal geimpft und somit blieb ich der Demonstration fern.
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#2 MagsAnonym
  • 24.07.2021, 18:04h
  • Auch wenn viele geimpft sind, eine Veranstaltung in der Größe in dieser Zeit ist nicht gerade vernünftig. Und wenn dann die Infektionszahlen ordentlich ansteigen, dann wars die LGBTQ+-Community. Ob das dann für einen positiven Eindruck sorgt möge jeder für sich entscheiden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 svenAnonym
#4 ZahlenspielAnonym
#5 MillionenAnonym
#6 trans naysayerAnonym
  • 24.07.2021, 19:27h
  • Antwort auf #2 von Mags
  • "Auch wenn viele geimpft sind, eine Veranstaltung in der Größe in dieser Zeit ist nicht gerade vernünftig."

    Lernt, mit dem Virus zu leben - es geht nicht mehr weg und es gibt keine "Zeit nach Corona". Es geht längst um grössere Themen und Herausforderungen und sie hängen alle zusammen. Auch sie gehen nicht mehr weg. Covid 19 wird nicht die letzte Zoonose sein, die Delta-Variante nicht die letzte Mutante und ist eine unmittelbare Folge der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.
    Spätestens nach Pandemie und klimabedingten Flutkatastrophen ist es Zeit, sich in Deutschland von seinem bräsigen "Sicherheitsgefühl" auf einer vermeintlichen Insel zu verabschieden und der "Hoffnung auf den Staat", der das alles regelt und herstellt.

    Lernt, mit Unsicherheit zu leben und vergesst dabei nicht zu LEBEN. Das ewige grosse Thema: Eigenverantwortung.

    "Und wenn dann die Infektionszahlen ordentlich ansteigen, dann wars die LGBTQ+-Community. Ob das dann für einen positiven Eindruck sorgt..."

    Ohja...das A und O in Deutschland: Immer für einen "guten Eindruck" sorgen. ;-)

    Die Infektionszahlen steigen bereits jetzt auch in Deutschland massiv an und werden wieder exponentielles Wachstum erreichen. Dazu braucht es keinen Pride.

    Das super-spreading-event war und ist in Deutschland die Arbeitswelt! Sie wurde nie hinsichtlich des Infektionsschutzes reguliert. Reguliert wurde in Deutschland immer nur das "Privatleben".

    Immerhin hat Deutschland und der deutsche Staat wider besseren Wissens darüber, was Viren nun mal so tun, weil es Viren sind, damit klar gemacht, wo seine Prioritäten liegen.

    Wir leben in einer globalisierten Welt - Viren schon lange.
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#7 AlexAnonym
  • 24.07.2021, 19:41h
  • Das Motto des CSD heißt Save our community - save our pride. Ich habe mir die 32 Forderungen durchgelesen. Diese unterstütze ich 100%ig und halte sie für sehr, sehr wichtig! Ein wichtiger Punkt fehlt m. E. allerdings: Seit 16 Monaten sind Community und Pride massiv von den Corona-Maßnahmen bedroht und werden erst gerettet werden können, wenn die Maßnahmen beendet worden sind. Das scheint aber nicht zu passieren, weil es ja ganz danach aussieht, dass die Maßnahmen trotz Impfung der Risikogruppen bleiben werden werden. Das zeigt sich beispielsweise schon jetzt an der unsinnigen Regel, dass selbst Geimpfte im Freien Maske tragen müssen. Mir scheint, dass die Community ehrlicherweise im Grunde ein Ende der Maßnahmen fordern müsste, wenn sie wirklich den Pride und sich sich selbst dauerhaft retten will. Wenn das nicht bald passiert, dann wird es düster werden ... und ich bin auch deshalb so pessimistisch, weil das Ende der Maßnahmen an völlig unrealistische Impfquoten gekoppelt wurde, die nicht erreicht werden können (auch mit Impfpflicht nicht), und Jens Spahn schon jetzt von "Basismaßnahmen" sprach, die trotz Impfung gelten werden. Darunter würde ich mindestens Abstand, Maske, Kontaktverfolgung verstehen. Unter diesen Bedingungen (z. B. begrenze Personenzahl) können viele Einrichtungen nicht wirtschaftlich betrieben werden.
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#8 andyAnonym
#9 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 24.07.2021, 22:54h
  • Vielerorts keine, oder nachlässig getragene Masken. Auch der Mindestabstand wurde, trotz Ermahnungen des Teams, oft nicht eingehalten.
    Hoffe, es rächst sich nicht!
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#10 DramaQueen24Ehemaliges Profil