https://queer.de/?39550
Lebenspartnerschaftsgesetz
Montenegro: Erstmals homosexuelles Paar amtlich anerkannt
In Budva haben sich zwei junge Frauen als erstes gleichgeschlechtliches Paar Montenegros verpartnert. Die für Verwaltung zuständige Ministerin wünschte auf Twitter "viel Glück und Liebe".

Symbolbild: Zum ersten Mal gaben sich zwei Frauen in Montenegro offiziell das Ja-Wort (Bild: digitalsofia / unsplash)
- 26. Juli 2021, 04:54h 2 Min.
Im Balkan- und Adrialand Montenegro ist erstmals eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft amtlich registriert worden. Das berichtete am Sonntagabend das montenegrinische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen Tweet der Ministerin für Verwaltung, Digitales und Medien, Tamara Srzentic. Regionalen Presseberichten gaben sich zwei junge Frauen, die im Ausland leben, in Budva das Ja-Wort.
"Heute ist ein bedeutender Tag für die LGBTIQ-Community in der Flagge von Montenegro und ich bin stolz, dass in unserem Land die erste Lebenspartnerschaft von Menschen des gleichen Geschlechts geschlossen wurde", schrieb Srzentic. "Ich freue mich, dass die Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes offiziell begonnen hat und wünsche
dem Paar viel Glück und Liebe für sein gemeinsames Leben.
/ TamaraSrzenticDanas je znaajan dan za LGBTIQ zajednicu u i ponosna sam to je u naoj zemlji zakljueno prvo ivotno partnerstvo osoba istog pola. Raduje me to je primjena Zakona o ivotnom partnerstvu i zvanino poela i elim sreu i puno ljubavi partnerkama u zajednikom ivotu.
Tamara Srzenti (@TamaraSrzentic) July 25, 2021
|
Das Gesetz trat am 15. Juli in Kraft
Das Gesetz, das gleichgeschlechtliche Partner mit der Ehe zwischen Mann und Frau nahezu gleichstellt, war im Juli 2020 gegen massiven Widerstand der Serbisch-Orthodoxen Kirche vom Parlament in Podgorica beschlossen worden (queer.de berichtete). Am 15. Juli trat es in Kraft. Die Adoption von Kindern bleibt gleichgeschlechtlichen Paaren verwehrt.
Wie in den Nachbarländern Bosnien-Herzegowina und Serbien gibt es auch unter der montenegrinischen Bevölkerung noch viele Vorbehalte gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, auch wenn gleichgeschlechtlicher Sex mit einem einheitlichen Schutzalter seit 1977 legalisiert ist.
Seit 2010 EU-Beitrittskandidat
Der pro-westliche Präsident Milo Djukanovic sowie Ministerpräsident Zdravko Krivokapic versuchen das Nato-Land Montenegro auf Westkurs zu halten. Die kleine ehemalige jugoslawische Teilrepublik mit 650.000 Einwohner*innen ist seit Dezember 2010 Beitrittskandidat zur Europäischen Union.
In den letzten Jahren hatte die Regierung den Schutz von LGBTI erheblich verbessert – so gibt es seit 2010 ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, seit 2014 sind sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in einem Gesetz gegen Hassverbrechen erfasst. Allerdings gibt es noch immer ein ausdrückliches Ehe-Verbot für Lesben und Schwule in der Verfassung und trans Menschen sind zur Änderung des Geschlechtseintrags zu einer geschlechtsangleichenden Operation, Sterilisation und ggf. Scheidung verpflichtet. (cw/dpa)















