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Lebenspartnerschaftsgesetz

Montenegro: Erstmals homosexuelles Paar amtlich anerkannt

In Budva haben sich zwei junge Frauen als erstes gleichgeschlechtliches Paar Montenegros verpartnert. Die für Verwaltung zuständige Ministerin wünschte auf Twitter "viel Glück und Liebe".


Symbolbild: Zum ersten Mal gaben sich zwei Frauen in Montenegro offiziell das Ja-Wort (Bild: digitalsofia / unsplash)

Im Balkan- und Adrialand Montenegro ist erstmals eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft amtlich registriert worden. Das berichtete am Sonntagabend das montenegrinische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen Tweet der Ministerin für Verwaltung, Digitales und Medien, Tamara Srzentic. Regionalen Presseberichten gaben sich zwei junge Frauen, die im Ausland leben, in Budva das Ja-Wort.

"Heute ist ein bedeutender Tag für die LGBTIQ-Community in der Flagge von Montenegro und ich bin stolz, dass in unserem Land die erste Lebenspartnerschaft von Menschen des gleichen Geschlechts geschlossen wurde", schrieb Srzentic. "Ich freue mich, dass die Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes offiziell begonnen hat und wünsche
dem Paar viel Glück und Liebe für sein gemeinsames Leben.

Twitter / TamaraSrzentic
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Das Gesetz trat am 15. Juli in Kraft

Das Gesetz, das gleichgeschlechtliche Partner mit der Ehe zwischen Mann und Frau nahezu gleichstellt, war im Juli 2020 gegen massiven Widerstand der Serbisch-Orthodoxen Kirche vom Parlament in Podgorica beschlossen worden (queer.de berichtete). Am 15. Juli trat es in Kraft. Die Adoption von Kindern bleibt gleichgeschlechtlichen Paaren verwehrt.

Wie in den Nachbarländern Bosnien-Herzegowina und Serbien gibt es auch unter der montenegrinischen Bevölkerung noch viele Vorbehalte gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, auch wenn gleichgeschlechtlicher Sex mit einem einheitlichen Schutzalter seit 1977 legalisiert ist.

Seit 2010 EU-Beitrittskandidat

Der pro-westliche Präsident Milo Djukanovic sowie Ministerpräsident Zdravko Krivokapic versuchen das Nato-Land Montenegro auf Westkurs zu halten. Die kleine ehemalige jugoslawische Teilrepublik mit 650.000 Einwohner*innen ist seit Dezember 2010 Beitrittskandidat zur Europäischen Union.

In den letzten Jahren hatte die Regierung den Schutz von LGBTI erheblich verbessert – so gibt es seit 2010 ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, seit 2014 sind sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in einem Gesetz gegen Hassverbrechen erfasst. Allerdings gibt es noch immer ein ausdrückliches Ehe-Verbot für Lesben und Schwule in der Verfassung und trans Menschen sind zur Änderung des Geschlechtseintrags zu einer geschlechtsangleichenden Operation, Sterilisation und ggf. Scheidung verpflichtet. (cw/dpa)



#1 Taemin
  • 26.07.2021, 09:05h
  • Wenn ein Eheverbot in der Verfassung verankert ist, wird man es angesichts des hohen Mehrheitserfordernisses (in der Regel zwei Drittel des Parlaments oder wenigstens der teilnehmenden Abgeordneten) kaum je abschaffen können. Da ist tatsächlich eine weitgehend inhaltsgleiche Partnerschaft die einzige Möglichkeit. Begrüßenswert, dass sich das Parlament von der Kirche nicht abhalten ließ. In allen anderen Fällen habe ich kein Verständnis, dass statt einer Gleichstellung im Eherecht immer noch minderrangige Partnerschaften eingeführt werden.
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#2 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 26.07.2021, 11:16h
  • Ein Fortschritt in dem Balkanland, sicher. Aber es wird nicht so bleiben. Wie Serbien, Bulgarien und Bosnien (alles Balkanländer), so werden auch die Menschen in Montenegro stark von dem dort vorherrschendem Machismo und der Kirche beeinflusst.
    Und ich bin sicher, dass dort der Gegenwind nicht lange auf sich warten lassen wird.
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#3 Ja gutAnonym
  • 26.07.2021, 17:45h
  • Antwort auf #2 von DramaQueen24
  • Bei einem Land mit laut Artikel 650.000 Einwohnern stehen die Chancen docj ziemlich gut dass das Thema jetzt durch ist!

    Ich denke einfach das aufgrund der Größenordnung Extremen schneller als eben das erkannt werden und auch sonst die Einflüsse als solches überschaubarer sind weil "man sich ja kennt"...

    Bin da egtl recht positiv.... oder naiv , zeigt die Zeit!
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#4 Taemin
  • 26.07.2021, 18:34h
  • Antwort auf #3 von Ja gut
  • Von der Bevölkerungszahl her entspricht Montenegro etwa Luxemburg. Man mag den Luxemburgern zu Recht unterstellen, dass bei ihnen Homohass keine große Chance mehr hat. Das allein wegen der gleichen Einwohnerzahl auf Montenegro zu übertragen, erscheint aber sehr gewagt.
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#5 Ja gutAnonym
  • 26.07.2021, 18:57h
  • Antwort auf #4 von Taemin
  • Hmm, ich hab ausgeführt warum ich imho denke das die Chancen gut stehen.

    Und außerdem: weil Montenegro ja der EU voll beitreten will.... und wenn so ein Gesetz erstmal länger in Kraft ist wird die Kontroverse doch auch oft immer kleiner!

    Was meinst denn mit "gewagt"? Find das jetzt nicht so unwahrscheinlich dass das Thema jetzt durch ist!
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#6 Taemin
  • 27.07.2021, 14:38h
  • Antwort auf #5 von Ja gut
  • Es ist keine Voraussetzung, Schwule und Lesben in irgendeiner Weise gesellschaftlich zu akzeptieren und rechtlich gleichzustellen, um Mitglied der EU zu sein. In der EU gibt es mehrere Staaten, die massiv homofeindlich eingestellt sind. Aber Dein eigentlicher Punkt war ja die geringe Bevölkerungszahl - und mir bleibt ein Rätsel, wieso ein Land mit 650.000 Einwohnern eben darum homofreundlicher sein soll als eines mit sagen wir zehnmal so hoher Bevölkerungszahl.
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#7 Ja gutAnonym
  • 27.07.2021, 14:52h
  • Antwort auf #6 von Taemin
  • Das hab ich doch ausgeführt.... ?? Und nochmal darauf hingewiesen.... 650.000 sind was Einwohner angeht ne überschaubare Gruppe, da fallen extremen eher auf und lässt sich einfacher, da konkreter, Gegensteuern. Und doch, ich glaube das 2021 nochmal mehr auf Menschenrechte geschaut wird wenn es um EU Beitritt geht. Das diese nicht alleinig ausschlaggebend sind stimmt aber wohl schon, sonst gäbe es keine EU bzw hätte diese keine Mitglieder.... !

    Aber egal, ich gönn dir deinen Pessimismus, muss ihn ja nicht teilen, dazu ist des Leben dann doch zu kurz und zu geil!
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