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"Homophobie ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen"

Bezirksbürgermeisterin entsetzt über Angriff auf CSD-Teilnehmende

Nach mehreren offenbar queerfeindlich motivierten Attacken am Rande des CSDs in Berlin werden Konsequenzen gefordert.


Angelika Schöttler ist seit 2011 Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg (Bild: SPD Berlin)

Die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg, die SPD-Politikerin Angelika Schöttler, hat mit Erschütterung auf eine offenbar homophob motivierte Attacke am Viktoria-Luise-Platz reagiert. Am Samstagabend hatte einer Gruppe junger Menschen drei CSD-Teilnehmende zwischen 39 und 51 Jahren homophob beleidigt und mit Schlägen verletzt (queer.de berichtete). Drei männliche Tatverdächtige zwischen 18 und 21 Jahren wurden vorläufig in Polizeigewahrsam genommen.

"Als Bezirksbürgermeisterin vertrete ich einen weltoffenen und vielfältigen Bezirk Tempelhof-Schöneberg und habe dafür selbst am CSD-Umzug teilgenommen", so Schöttler (SPD) gegenüber der Berliner "Morgenpost" (Bezahlartikel). Sie bezeichnete es als erschütternd, dass "Menschen aus der LGBTQIA+-Community" angegriffen wurden. Um derartige Angriff in Zukunft zu verhindern, müsse verstärkt über die Rechte queerer Minderheiten aufgeklärt werden. Zudem sei es wichtig, die Taten zu ahnden, "denn Homophobie ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen".

Der heutige CSD Berlin hat queeres ? Leben in seiner bunten Vielfalt sichtbar gemacht. Es war toll, ein Teil der großen...

Posted by Angelika Schöttler on Saturday, July 24, 2021
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Mehrere weitere Zwischenfälle

Bei dem Übergriff in Schöneberg handelt es sich nicht um den einzigen offensichtlich queerfeindlich motivierten Zwischenfall zum Berliner CSD. So wurde am Freitag in Kreuzberg ein schwules Paar in der U-Bahnlinie U1 attackiert. Der 18-jährige Angreifer konnte nach Polizeiangaben gestellt werden. Auch die Gedenktafel für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer wurde am gleichen Tag erneut beschädigt (queer.de berichtete). Im Bezirk Mitte wurde zudem in der Nacht von Samstag auf Sonntag der 21-jährige Jan Luca W. von einem Unbekannten von hinten getreten und mit der Faust ins Gesicht geschlagen (queer.de berichtete). Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer war der Anlass für den Angriff, dass der junge Aktivist eine Regenbogenfahne mit Aufschrift der queeren Sozialdemokrat*innen bei sich getragen hatte. Laut Medienberichten erlitt W. einen Kieferbruch und weitere schwere Verletzungen.

"Dieses Mal war unsere Fahne der Auslöser, aber es hätte auch ein T-Shirt, Fetischkleidung, Drag oder irgendeine andere als queer gelesene Kleidungs- der Ausdrucksform sein können, die einen Täter dazu motiviert zuzuschlagen", so reagierte Oliver Strotzer, der Co-Bundesvorsitzende von SPDqueer, auf die Attacke in Mitte. Er forderte Konsequenzen: "Es reicht nicht, diese Taten nur statistisch zu Erfassen und die Täter vor Gericht zu stellen. Wir müssen endlich an die Wurzeln dieses Hasses, um zu verhindern, das queere Menschen immer wieder zu Opfern werden. Ein nationaler Aktionsplan gegen LSBTIQ*-Feindlichkeit wäre ein Anfang." Derartige Aktionspläne wurden mit Ausnahme von Bayern bereits in allen Ländern eingeführt, aber bislang nicht auf Bundesebene.

Berlin hat "Pflicht, auf Hasskriminalität zu reagieren"

Das queere Antigewaltprojekt Maneo kritisierte am Montag das "Schweigen" in der Berliner Politik nach den Attacken: "Berlin will Regenbogenhauptstadt Europas sein", erklärte Seyran Ateş, die prominente Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, die einen Sitz im Maneo-Beirat inne hat. Berlin habe "nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Pflicht, auf Hasskriminalität zu reagieren, egal welchen Hintergrund die Täter haben. Es muss eine ehrliche und menschliche Politik zum Schutz der Opfer unter den demokratischen Parteien uneingeschränkter Konsens sein", so Ateş.

++ Warum schweigt das politische Berlin zu den Angriffen auf LSBTI* in Berlin?? ++ Am Samstag fand der CSD Berlin -...

Posted by MANEO on Monday, July 26, 2021
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GayChurch plant Andacht

Die GayChurch Berlin und Veranstalter*innen des EastPride Berlin rufen nach den Übergriffen zu einer Andacht und Protestkundgebung auf, um ein Zeichen gegen die "zunehmende queerfeindliche" Gewalt" in der Bundeshauptstadt zu setzen. Die Veranstaltung soll im James-Simon-Park am 31. Juli um 20.30 Uhr stattfinden. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 27.07.2021, 13:49h
  • Frau Schöttler,

    Sie brauchen jetzt gar keine Krokodilstränen zu weinen und sich wahlkampfgerecht betroffen zu zeigen.

    1. In Berlin häufen sich seit Jahren Übergriffe auf LGBTI. Wo war ihre Betroffenheit da? Ach ja, da war nicht Wahlkampft.

    2. Ihre Partei, die SPD, trägt doch ganz maßgeblich zu steigendem Hass gegen LGBTI bei. Z.B. indem sie gemeinsam mit der Union volle rechtliche Gleichstellung blockieren, was ein deutliches Zeichen an die Gesellschaft wäre. Ebenso wie die SPD gemeinsam mit der Union einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie verhindert.

    Also hören Sie bitte auf, uns für ihren Wahlkampf zu missbrauchen.
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#2 Daniel NeuburgAnonym
#3 PetterAnonym
  • 27.07.2021, 14:19h
  • Antwort auf #2 von Daniel Neuburg
  • "Na ja, wenigstens wird Interesse gezeigt."

    Aber wie bereits von mir erläutert, wird dieses Interesse von der SPD immer nur zu Wahlkampfzeiten gezeigt. (siehe meinen Punkt 1)

    Mal ganz abgesehen davon, dass die SPD kritisiert, wofür sie selbst mit verantwortlich ist (siehe meinen Punkt 2)

    Insofern ist wohl eher diese Heuchelei "unangebracht", aber weniger meine Kritik daran.

    Aber in Deutschland war man immer schon groß darin, den Kritiker einer Tat für schlimmer zu erachten als den Urheber der Tat. Das hat schon Tucholsky erkannt.
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#4 SakanaAnonym
  • 27.07.2021, 14:32h
  • Antwort auf #3 von Petter
  • Frau Schöttler ist überparteiliche Behördenleiterin des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg und vertritt den gesamten Bezirk nach innen und außen. Ihre Parteizugehörigkeit darf in der Ausübung ihres Amtes keine Rolle spielen, weil sie auch mit den Stadträt:innen von den GRÜNEN, der UNION und anderer Parteien auf Bezirksebene zusammenarbeitet.

    Es gibt eine Beauftragte für queere Lebensweisen und gegen Rechtsextremismus im Bezirksamt, die sich um solche Angelegenheiten hauptamtlich kümmert.

    www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltun
    g/beauftragte/queere-lebensweisen-und-rechtsextremismus/


    Ich würde dir dringend raten, dich mit Verwaltungsrecht und -strukturen auch auf lokaler Ebene auseinanderzusetzen, ehe du wieder gegen eine bestimmte Partei hetzest. Diese Unkenntnis ist nicht aushaltbar für mich.
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#5 SakanaAnonym
  • 27.07.2021, 14:40h
  • Antwort auf #3 von Petter
  • Hier ist übrigens die Gesamtaufstellung des Bezirksamts zu deiner Kenntnisnahme:

    www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltun
    g/bezirksamt/das-kollegium/


    Die SPD stellt Bezirksbürgermeisterin und Schulstadtrat, die GRÜNEN Vizebürgermeister (Stadtentwicklung und Bauen) und die Stadträtin für Bürgerdienste und Grünflächen und die CDU stellt den Stadtrat für Soziales. Sie alle bilden das Bezirksamtskollegium. Der GRÜNE Vizebürgermeister ist im Nollendorfkiez schon mal negativ aufgefallen, als er einige Bars wie Tom's Bar wegen Brandschutzverordnungen fast dicht gemacht hätte (keine Darkroomfluchtwege).
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#6 PetterAnonym
  • 27.07.2021, 14:45h
  • Antwort auf #4 von Sakana
  • Dass sie als Behördenleiterin keine Parteimeinung vertritt, ändert aber nichts an den Fakten. Z.B. daran, dass ich bisher von ihr nichts zu den unzähligen Gewaltakten gegen LGBTI in der Vergangenheit gehört habe.
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#7 SakanaAnonym
#8 AlexAnonym
  • 27.07.2021, 15:04h
  • Antwort auf #4 von Sakana
  • Auch wenn sie ihre Aussagen im Rahmen ihres Amtes tätigt und nicht als Vertreterin ihrer Partei, so bleibt doch dennoch Fakt, dass sie Mitglied einer Partei ist, die die von ihr kritisierten Umstände mit verantwortet hat.

    Auf diesen Widerspruch muss man doch wohl hinweisen können. Egal in welcher Funktion sie die Aussagen tätigt.
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#9 na jaAnonym
  • 27.07.2021, 15:57h
  • "Die GayChurch Berlin ... rufen nach den Übergriffen zu einer Andacht ... auf, um ein Zeichen gegen die "zunehmende queerfeindliche" Gewalt" in der Bundeshauptstadt zu setzen."

    ich finde es schon skurril, wenn religiöse "gläubige" gegen gewalt protestieren, die in erster linie durch ihre "religion" geschürt wird. für mich ist das gelebte schizophrenie.
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#10 NicknuckAnonym