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Entertainer eingeäschert

Alfred Biolek wollte nicht mehr leben

Der Adoptivsohn erzählt von den letzten Stunden des Entertainers. Alfred Biolek soll auf dem Melatenfriedhof beigesetzt werden.


Alfred Biolek, hier bei einem Empfang 2019, verstarb am vergangenen Freitag in Köln (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Der am 23. Juli verstorbene Alfred Biolek hatte vor seinem Tod nach Angaben seines Adoptivsohns Scott Biolek-Ritchie mit dem Leben abgeschlossen. "Es war seine bewusste Entscheidung, jetzt nicht mehr leben zu wollen", so der 51-Jährige gegenüber der "Bunten". Er habe bei dem 87-Jährigen am Bett gesessen, als dieser verstarb.

Demnach habe Biolek 13 Tage vor seinem Tod aufgehört zu essen und zu trinken. Die "Bunte" spricht dabei von "Sterbefasten". Der Entertainer sei dann wegen Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort habe es zunächst so ausgesehen, als ob sich sein Gesundheitszustand verbesserte. Biolek habe aber bereits mit dem Leben abgeschlossen. Sein Adoptivvater habe keine Angst vor dem Tod gehabt, so Biolek-Ritchie weiter: "Er sagte stets, er habe ein tolles Leben gehabt. Aber nun reiche es ihm."

Gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger" (Bezahlartikel) verriet Biolek-Ritchie, dass der Entertainer einen Tag vor seinem Tod noch einmal etwas Energie gehabt habe, um sich zu verabschieden: "Rückblickend war der vergangene Donnerstag ein ganz besonderer Tag. Auch wenn Alfred in letzter Zeit merklich schwächer wurde: Er war plötzlich total gut drauf und wach", so Biolek-Ritchie. "Wir haben uns gedrückt. Wir waren glücklich, zu leben. Beieinander zu sein, uns in die Augen zu schauen. Wertvolle Zeit miteinander zu verbringen. Wir hatten einfach unbeschwert Spaß."

Außerdem bestätigte Biolek-Ritchie, dass sein Adoptivvater bereits am Dienstag eingeäschert worden sei. Seine letzte Ruhestätte soll Biolek auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal finden. Dort sind auch andere prominente Kölner*innen wie Dirk Bach, Erika Berger und Willy Millowitsch begraben.

Biolek hatte seinen langjährigen Freund Scott Ritchie 2013 adoptiert. Bereits 30 Jahre zuvor hatte er mit Keith einen weiteren Mann adoptiert.

Den Grund für Scotts Adoption verriet der "afredissimo!"-Koch 2014 der Zeitung "Bild am Sonntag": "Mit der Adoption wollte ich Scott zeigen, wie wichtig er für mich ist. Und dass er nun ein Teil der Biolek-Familie ist." Aber auch schlechte Erfahrungen nach Bioleks Treppensturz im Jahr 2010 hätten zu der Entscheidung beigetragen: "Damals war Scott nicht berechtigt, mich auf der Intensivstation zu besuchen oder ärztliche Informationen über meinen Zustand zu erhalten", so Biolek. (dk)



#1 LotiAnonym
  • 29.07.2021, 13:54h
  • Danke für diesen Beitrag.
    Ich kannte einen älteren Herrn, der mir in vielerlei Hinsicht im Leben geholfen hatte. Wofür ich ihn sehr dankbar war.Zuletzt waren wir Nachbarn im gleichen Haus. Auch er schloss nach längerer Krankheit mit dem Leben ab und verweigerte die Nahrung. Das schöne war, das Krankenhaus indem er verstarb, war auch seine langjährige Arbeitsstätte gewesen.
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#2 Sukram712Anonym
  • 29.07.2021, 14:45h
  • Ich hatte Bio vor einigen Jahren mal im Exile in der Kölner Schaafenstraße gesehen. Bestimmt ein toller Mensch mit einem tollen Leben. Der Melatenfriedhof ist wunderschön und eine angemessene letzte Ruhestätte.
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#3 HobbykochAnonym
  • 29.07.2021, 15:49h
  • Das deckt sich mit meinem Eindruck, den ich in einem seiner letzten Interviews vor einigen Wochen oder Monaten hatte. (Ich glaube, das war ein gedrucktes Interview, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.) Da hat er nicht explizit gesagt, dass er sterben wolle, aber man hatte schon den Eindruck, dass es ihm jetzt reiche und dass er auf ein erfülltes Leben zurückblicke, das jetzt zu Ende gehe.

    Ich fand das schon ein wenig gruselig, weil ich selbst mir das gar nicht vorstellen kann und auch Angst davor habe. Aber wenn er das so gesehen hat, muss man das akzeptieren.

    So wie ich das mitbekommen habe, war er ja sehr aktiv, ist immer gerne gereist, war gerne einkaufen, hat gerne gekocht, sich mit Freunden getroffen, etc. Wenn man das alles irgendwann nicht mehr kann und vielleicht auch viele Freunde und Weggefährten nicht mehr da sind, hat man vielleicht wirklich keine Lust mehr. Und wenn dann vielleicht auch noch Schmerzen und Krankheiten zunehmen, wird es einem vielleicht auch irgendwann zu viel.

    Da muss ich an ein Lied von Reinhard Mey denken: "Ich möchte im Stehen sterben." Also nicht irgendwo bettlägrig oder so, sondern plötzlich und unerwartet. Aber dennoch natürlich erst im hohen Alter.

    Bei jemandem, der so in der Öffentlichkeit stand, meint man immer, ihn irgendwie zu kennen und irgendwie mitreden zu können. Aber letztendlich sind dann auch vertraute Promis einem fremd und man muss akzeptieren, dass sie auch ein Privatleben haben und ihre eigenen Entscheidungen treffen.

    Letztendlich bleibt die Erinnerung an jemanden, der sicher auf ein erfülltes Leben zurückblicken konnte und der die deutsche Medienlandschaft mit geprägt hat. Mit Sendungen wie Bios Bahnhof, Boulevard Bio und Afredissimo ist er wirklich in die Fernsehgeschichte eingegangen.

    Leben Sie wohl Herr Biolek.
    Und allen Angehörigen und Freunden mein Beileid.
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#4 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 29.07.2021, 17:07h
  • Danke für den Bericht.

    Tut gut, dass es ihm vergönnt war, in Frieden und selbstbestimmt zu gehen.
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#5 Nordic manAnonym