Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39590

Nach Tod von Callboy und Pornodarsteller

Schwuler Parteispender Ed Buck schuldig gesprochen

Mulitmillionär Ed Buck muss wohl den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen, weil er zwei schwarze Männer, die im Sexgewerbe gearbeitet hatten, mit Drogen zu Tode spritzte.


Ed Buck muss wohl den Rest seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbringen (Bild: Screenshot CBSN)

Der 66-jährige Politaktivist Ed Buck ist am Mittwoch von einem Bundesgericht in Los Angeles schuldig gesprochen worden, für den Drogentod von zwei Männern in seinem Anwesen in West Hollywood verantwortlich zu sein. Der 26-jährige Callboy Gemmel Moore war 2017 tot aufgefunden worden, 18 Monate später starb der 55-jährige Ex-Pornodarsteller Timothy Dean (queer.de berichtete).

Die Geschworenen sprachen den Multimillionär, der in den Achtzigerjahren durch einen Businessdeal reich wurde, nach nur vier Stunden Beratung in allen neun Anklagepunkten schuldig. Dazu zählten auch zwei Anklagepunkte, in denen ihm vorgeworfen wurde, den beiden Opfer die Droge Crystal Meth injiziert zu haben, was zu ihrem Tod geführt habe. Allein diese beiden Punkten verlangen eine Mindesthaftstrafe von je 20 Jahren. Buck wird damit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in Freiheit kommen. Das Strafmaß soll erst später verkündet werden.

Direktlink | Berichterstattung im Lokalfernsehen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Während des Verfahrens kam heraus, dass Buck Videoclips von seinen sexuellen Aktivitäten mit anderen Männern gesammelt hatte. Von 2.400 Clips hätten laut der Staatsanwaltschaft 1.500 Drogenkonsum enthalten. Buck habe es demnach erotisch gefunden, seine Sexpartner mit Crystal Meth zu injizieren. Mehrere Zeugen sagten aus, dass auch sie der Injektion gegen Bezahlung zugestimmt hätten. Ein Video zeigte jedoch, dass Buck den später verstorbenen Callboy Gemmel Moore injizierte, obwohl dieser dagegen protestierte. In einigen Clips war außerdem zu sehen, dass Buck bewusstlosen Männern Crystal Meth spritzte.

"Es hat ihn sexuell befriedigt, Macht über die Opfer zu haben"

Die Verteidigung hatte während des zweiwöchigen Verfahrens argumentiert, dass alle Männer freiwillig die Drogen konsumiert hätten. Staatsanwältin Lindsay Bailey erklärte jedoch in ihrem Schlussplädoyer: "Buck hat sich arme, gefährdete Opfer ausgesucht und sie dazu gedrängt, wieder und wieder Meth einzunehmen, bis sie bewusstlos waren. […] Das hat er geliebt. Es hat ihn sexuell befriedigt, Macht über die Opfer zu haben."

Die Familien der beiden Toten hatten Monate oder gar Jahre für die Verurteilung gekämpft. Sie erklärten, Buck sei zunächst nicht angeklagt worden, weil er ein reicher weißer Mann sei und seine Opfer arme schwarze Männer. Außerdem sei, so vermuteten sie, er möglicherweise wegen seiner Parteispenden geschützt worden. Buck hatte seit 2000 mindestens eine halbe Million Dollar an mehrere demokratische Politiker gespendet, darunter auch Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. (dk)