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Amerikanische Umfrage

Immer mehr Menschen kennen trans Personen

Laut einer US-Umfrage hat sich die Sichtbarkeit von trans oder nichtbinären Menschen in den letzten Jahren erhöht. Das könnte Auswirkungen auf die Akzeptanz von geschlechtlichen Minderheiten haben.


Noch ist es ein langer Weg für Trans-Rechte (Bild: Ted Eytan / flickr)

Mehr Menschen in Amerika haben heute persönlichen Kontakt mit trans oder nichtbinären Personen als noch vor ein paar Jahren. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Umfrageergebnissen des in Washington ansässigen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center hervor. Insgesamt wurden über 10.000 Menschen zwischen dem 14. und 27. Juni befragt.

Demnach erklärten 42 Prozent, sie würden eine trans Person persönlich kennen. 2017 hatten diese Frage nur 37 Prozent mit "ja" beantwortet. Zudem gaben 26 Prozent an, ihnen sei eine Person mit einem geschlechtsneutralen Personalpronomen (they/them) bekannt. 2018 hatten dies nur 18 Prozent angegeben.

Große Unterschiede bei diesen Fragen gibt es in verschiedenen Altersgruppen und zwischen den Anhänger*innen der beiden großen US-Parteien. Eine Mehrheit der 18- bis 29-Jährigen kennt etwa bereits eine trans Person. Bei den über 65-Jährigen sind es dagegen weniger als ein Drittel. Den Fans der Demokratischen Partei von Präsident Joe Biden ist außerdem viel eher eine trans Person bekannt als Anhänger*innen der Republikaner von Ex-Präsident Donald Trump.



LGBTI-Organisationen hoffen, dass die größere Sichtbarkeit dazu beiträgt, dass sich mehr Menschen für Trans-Rechte aussprechen. Als Vorbild gilt die Entwicklung von Homosexuellen-Rechten: In den Neunzigerjahren kannten etwa nur gut die Hälfte der US-Bürger*innen mindestens einen Schwulen oder eine Lesbe, heute sind es neun von zehn Personen. Im gleichen Zeitraum nahm auch die Unterstützung beispielsweise für die Ehe für alle zu: Während in den Neunzigerjahren nur ein Viertel das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben abschaffen wollte, unterstützen heute stabil 70 Prozent der US-Bevölkerung die Ehe für alle.

Republikanische Partei führt Kampagne gegen trans Menschen

Hintergrund ist, dass die Republikanische Partei derzeit eine Kampagne gegen trans Menschen führt, um ihre konservative Wählerbasis zu sichern (queer.de berichtete). Ähnliches erfolgte vor 20 Jahren gegenüber Homosexuellen: Damals hielten viele Bundesstaaten beispielsweise während der Präsidentschaftswahl 2004 Volksentscheide darüber ab, die Ehe für alle in Landesverfassungen zu verbieten, um homophobe Wähler*innen an die Urnen zu locken. Damals ging der Plan auf: Präsident George W. Bush, der auch ein Ehe-Verbot in der Bundesverfassung forderte, gewann die Wahl deutlich gegen seinen Herausforderer John Kerry.

Laut der neuen Umfrage lehnt gegenwärtig eine Mehrheit der US-Bevölkerung die Akzeptanz von trans Menschen nach wie vor ab. So behaupten 56 Prozent, das Geburtsgeschlecht sei unabänderbar. Nur 41 Prozent glauben dagegen, dass es Menschen mit Transidentität gibt. Auch hier gibt es riesige Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen und den Anhänger*innen der beiden Parteien. (dk)



#1 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 29.07.2021, 17:25h
  • Jo, und wenn die trans Personen kennen, liegt das u.a. an Leuten wie mir, die sich beim neuen Job einfach mal vor eine Gruppe von mehr als 50 Personen stellen und sich outen, ohne sich sicher sein zu können, was dann passiert, und auf einmal kennen die alle jemanden persönlich.
    [Negative Reaktionen gab es übrigens mit einer Ausnahme danach keine, zumindest nichts, was ich mitbekommen hätte.]

    Und wenn ich wüsste bzw. hätte vermuten müssen, dass die alle AfD oder Trump wählen, würde ich mir das doppelt so gut überlegen wie ich es getan habe, und so kommt es dann, dass deren Anhänger*innen irgendwie schlechter informiert sind. An der Realität, dass man existiert, ändert das aber auch nichts.
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#2 Doris HudsonAnonym
#3 HugogeraldAnonym
#4 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 30.07.2021, 10:03h
  • Ich hoffe mal, dass das nicht ironisch gemeint ist und sag vorsichtig danke.

    Es ist eigentlich eine eher mittelmäßig große Sache. War ja auch der Chef-Chef dabei und meine Vorgesetzte, die mich eingestellt haben, obwohl sie einerseits aus den Bewerbungsunterlagen wussten, dass ich trans bin, und das auch im Vorstellungsgespräch angesprochen wurde.
    Ich hab mir jahrelanges Mobbing angetan von einem Arbeitsumfeld, in dem ich nicht akzeptiert wurde (out war ich da ebenfalls, aber eine Ansage gemacht habe ich erst nach einigen Monaten). Es hat mich fertig gemacht, gerade weil vieles davon über Getratsche und hinter meinem Rücken lief statt in einer offenen Konfrontation, wo man sich dann auch offen hätte wehren können. Ich erhole mich nur langsam davon, und antun will und werde ich mir so etwas nie wieder.

    Lieber von vornherein Tacheles reden. Wenigstens weiß man dann, woran man ist. Und die wissen es auch.
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#5 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 30.07.2021, 10:33h
  • Ich mein nur, ich bin so ein Typ, ich würde mir das "trans*, pervers und trotzdem schwul" auch tätowieren lassen bzw. denk da schon länger drüber nach, so als Statement.
    Bloß ist das "Willkommen bei den Perversen" vom Heten-SM-Stammtisch irgendwie doch zu sehr Insider und die Leute denken dann, du stehst auf Kinder, statt auf Fesseln, Peitschen und co., und DAS muss ja dann eher nicht sein.
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#6 LotiAnonym
  • 30.07.2021, 14:57h
  • Antwort auf #4 von Ith_
  • Da bist Du nicht alleine. Wie ich hier schon beschrieben habe, wurde ich 25 Jahre an meinem Arbeitsplatz gemobbt. Überwiegend durch meine Vorgesetzten und deren Handlanger, die sich Aufsichten nennen. Ständig wurde mir unverhohlen vorgehalten, ich würde meine Arbeit nicht machen. Drei Jahre bevor ich offiziell in Rente ging, tat ich etwas, was meine Vorgesetzten zur Weißglut brachte. Ich ließ mir ein T-Shirt anfertigen, wo hinten drauf stand: ich mache meine Arbeit. Klappe halten. Weil mir das Getratsche hinterm Rücken voll auf den Sack ging. Sie wollten mir verbieten es zu tragen, doch unser Betriebsrat meinte nur, er sehe darin keine Verletzung der Arbeitspflicht.
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