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Polizeibericht

Sie trug eine Regenbogenfahne: 18-Jähriger verprügelt 13-Jährige

Im Münchner Hirschgarten wurde am Samstagnachmittag eine Schülerin, die eine Prideflagge mit sich führte, erst angepöbelt und dann geschlagen. Einer der beiden Angreifer wurde gefasst.


Symbolbild: Eine Regenbogenfahne war offenbar Auslöser für unfassbare Gewalt (Bild: Tim Evanson / flickr)

Homofeindliche Gewalt in München: Am Samstagnachmittag wurde eine 13-Jährige, die eine Regenbogenflagge mit sich führte, im Hirschgarten von zwei jungen Männern erst beleidigt und dann geschlagen.

Der Vorfall ereignete sich gegen 17.30 Uhr. Laut Polizeibericht vom Sonntag hielt sich die Schülerin zusammen mit Freund*innen im Hirschgarten auf. Dort wurde sie von einem 18-Jährigen aus München zunächst angepöbelt und im weiteren Verlauf körperlich attackiert. Anlass des Streits war nach ersten Erkenntnissen die Prideflagge, die die 13-Jährige um die Schultern trug.

14-jähriger Helfer wurde ebenfalls verprügelt

Ein 14-jähriger Schüler eilte der 13-Jährigen zur Hilfe, doch auch dieser wurde vom 18-Jährigen körperlich attackiert. Dies zusammen mit einem bislang unbekannten zweiten Täter. Hierbei fiel der 14-Jährige zu Boden und wurde dort weiter körperlich malträtiert. Im Anschluss flüchteten der 18-Jährige und der bislang unbekannte Täter in unbekannte Richtung.

Die verständigte Polizei sowie Rettungskräfte versorgten die beide verletzten Jugendlichen. Eine Fahndung nach den beiden Tätern verlief zum Teil erfolgreich. Der 18-jährige Münchner konnte festgenommen werden. Nach Aufnahme der Personalien wurde der Beschuldigte von der Polizeiinspektion wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach dem zweiten Angreifer wird weiter gesucht.

Die Polizei sucht Zeug*innen der Tat

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, insbesondere zur Ergreifung des zweiten Tatverdächtigen, werden gebeten, sich mit dem Münchener Kriminalfachdezernat 4 unter Tel. (089) 63007-0 oder auch jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Erst am vergangenen Wochenende war in Berlin der junge CSD-Besucher Jan Luca W. von zwei Personen angegriffen und schwer verletzt worden. Die unbekannten Täter hatten sich den 21-Jährigen offenbar ausgesucht, weil er eine Regenbogenflagge mit SPDqueer-Aufdruck mit sich führte (queer.de berichtete). (cw/pm)



#1 mind_the_gap
  • 02.08.2021, 07:19h
  • Wie war das noch? Kinder müssen geschützt werden? Insbesondere natürlich vor uns? Aber queere Kinder oder solche mit politischem Bewusstsein dürfen gerne mal von 18jährigen hohlen Rotzlöffeln zusammengeschlagen werden?

    Was mich zusätzlich schockiert: früher galt mal, dass Jungen, zumal ältere, keine Mädchen schlagen. Irgendwie so als rudimentäre Ehre, die man noch am Leib hatte.

    Und ausgerechnet Bayern behauptet, keinen Aktionsplan gegen Homo-, Trans- und Queerphobie zu brauchen?

    Also wenn man nicht spätestens jetzt merkt, dass das bayerische Wertesystem ganz extrem in Schieflage geraten ist, weiß ich nicht, was NOCH passieren muss.
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#2 LotiAnonym
  • 02.08.2021, 07:45h
  • Antwort auf #1 von mind_the_gap
  • Zuerst einmal finde ich diese Tat besonders abscheulich. Weil zum einen die Täter zu zweit auf das wehrlose Mädchen losgegangen sind. Zum anderen der Altersunterschied. Somit feige und Hinterhältig.
    Das einzige ältere Mädchen, daß ich in meiner Kindheit kannte, bei der ich mich verteidigen mußte, war meine Halbschwester. Sie provozierte mich ununterbrochen wo sie nur konnte. Zudem war sie körperlich viel kräftiger als ich. Ich zerkratzte ihr mit den Fingernägel das Gesicht. Diese Narben trug sie zeitlebens. Bis zum heutigen Tag mögen wir beide uns nicht. Mädchen grundlos zu schlagen war für mich schon immer ein No Go.
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#3 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 02.08.2021, 07:56h
  • Soweit sind wir schon: Das tragen einer Regenbogenflagge ist für manche eine Bedrohung, durch die sie das recht ableiten, andere zu beleidigen und zu schlagen. Was kommt als Nächstes?
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#4 LotiAnonym
  • 02.08.2021, 08:44h
  • Antwort auf #3 von DramaQueen24
  • Ein Vorschlag hätte ich da schon. Wer kann sollte jetzt mit Absicht u.sichtbar für alle Regenbogenfarben als Zeichen der Solidarität mit unserer Community tragen. Ich trage deutlich sichtbar ein Patches am Rucksack. Trauste Dir sowas auch zu?
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#5 PeerAnonym
  • 02.08.2021, 10:32h
  • Zweifelt noch irgendwer, dass es immer schlimmer wird?

    Die Politik muss JETZT aktiv werden. Nicht nach der nächsten Bundestagswahl oder wann auch immer, sondern JETZT. Ist die Groko dazu nicht willens oder nicht in der Lage, müssen Union und SPD dringend abgelöst werden.

    Denn dass eine Regierung alles tut um ihre Bürger zu schützen, sollte ja wohl das Mindeste sein.

    Natürlich wird man Gewalt nie ganz vermeiden können, aber man muss zumindest alles daran setzen, sie zu minimieren. Und davon ist diese Regierung noch weit entfernt.

    Wir brauchen schnellstmöglich einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie!! Und volle rechtliche Gleichstellung als Zeichen, dass der Staat sowas nicht duldet und dass wir vollkommen gleich sind!!

    Erst dann können sich auch gesellschaftliche Prozesse in Gang setzen.
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#6 HermyAnonym
  • 02.08.2021, 12:41h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Auch Jungen grundlos zu schlagen ist ein no go.
    Jede grundlose, vorsätzliche Körperverletzung sollte mit Gefängnis bestraft werden, denn auch bei leichten Verletzungen können seelische Schäden entstehen.
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#7 MagsAnonym
  • 02.08.2021, 13:05h
  • Antwort auf #6 von Hermy
  • Ich weiss damit setze ich mich jetzt voll in die Nesseln, trotzdem: was soll ein junger Mensch im Gefängnis lernen? Wird er hinterher selbstreflektiert aus den Gefängnistoren schreiten und fortan ein besserer Mensch sein? Eher nicht, oder?

    Klar gehören Täter für ihre Taten bestraft, und ein junges Mädchen (meine ist 10 Jahre alt) zu verprügeln ist widerlich und verabscheuungswürdig, egal aus welchen Gründen.

    Trotzdem sollte ein Urteil darauf abzielen eine Wiederholung zu vermeiden. Einsperren ohne gleichzeitige Resozialisierung bringt in meinen Augen nichts, im Gegenteil. Es wird zwar immer über Sozialstunden geschimpft, aber eingesetzt an der richtigen Stelle können sie durchaus hilfreich sein.

    So, möge der shitstorm beginnen.
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#8 LotiAnonym
#9 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 02.08.2021, 13:54h
  • Antwort auf #4 von Loti
  • Ich trage jeden Tag etwas mit Regenbogen und Trans Pride.
    Regenbogen Schnürsenkel, Regenbogen Strumpfhosen, T-Shirts mit Regenbogen und Trans Pride, Haarreifen und Fingernägel in den den Farben.

    Nachdem Leute sogar schon rumheulen, sie könnten keine Pink Floyd Shirts mehr tragen, aus Angst für queer gehalten zu werden, habe ich mir erstmal ein Darkside of the moon Shirt gekauft. Wenn Menschen sich sogar davon bedroht fühlen, dann ist das nicht mein Problem.
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#10 TomDarkProfil
  • 02.08.2021, 13:54hHamburg
  • Da die Regenbogenfarben ja nicht nur ein Symbol für Queer-Rechte oder Pride sind, sondern weltweit auch für Freiheit, Frieden, Toleranz, Veränderung und Hoffnung usw. stehen, kann ich nur sagen, dass diese Leute, die aggressiv darauf reagieren, wohl (insgeheim) lieber in einer Diktatur leben wollen.

    Wem Deutschland zu offen, zu bunt und liberal ist und sich an Menschenrechten stört, dem steht es frei, sich eine restriktivere Gesellschaft zu suchen! Dafür braucht man gar nicht mehr so weit zu reisen...
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