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Tokio

Trans Athletin Hubbard bleibt ohne olympische Medaille

Der historische erste Auftritt einer trans Frau bei einem olympischen Einzelwettbewerb war am Ende kürzer, als viele gedacht hätten.


Jetzt ging alles ganz schnell: Die erste trans Athletin schied am Montag sang- und klanglos aus

Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard hat am Montag bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille in der Gewichtsklasse über 87 Kilogramm deutlich verpasst. Die Athletin, die sich als erste trans Frau in der Geschichte der Olympischen Spielen offiziell mit ihren Geschlechtsgenossinnen in einem Einzelwettbewerb messen durfte, schied nach drei ungültigen Versuchen am Montag im Tokyo International Forum aus und konnte damit nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen. Sie hatte sich beim ersten Versuch 120 Kilogramm auflegen lassen, danach zwei Mal 125 Kilo.

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Über ihre Zulassung zum Wettbewerb der Frauen hatte es zuvor zum Teil kontroverse Diskussionen gegeben. Mehrere Sportlerinnen beklagten, dass die Teilnahme von trans Personen am Frauen-Wettbewerb unfair sei, da trans Frauen grundsätzlich bessere körperliche Bedingungen in den Wettbewerb brächten. Allerdings kam eine vor einem guten halben Jahr veröffentlichte Studie des amerikanischen Orthopäden Dr. Tim Roberts zu dem Ergebnis, dass sich die Leistung von trans Athletinnen nach zwei Jahren weitgehend der von cissexuellen Athletinnen anpasst (queer.de berichtete). Zudem wurde Hubbard in vielen konservativen oder rechtsradikalen Publikationen verächtlich gemacht – das rechte Portal "Breitbart" beschreibt Hubbard etwa regelmäßig als "Mann, der sich als Frau identifiziert", und nennt auch ihren abgelegten Namen ("Deadname").

Bis zu ihrer im Jahr 2012 vollzogenen Geschlechtsanpassung war Hubbard im Gewichtheben in der Herrenmannschaft aktiv. Im Frauenteam trat sie 2018 bei den Commonwealth Games an, einer Art Olympiade des britischen Königreichs und seiner Exkolonien, brach sich im Wettkampf den Arm und fiel lange aus. 2019 gewann sie bei den Pazifikspielen im Inselstaat Samoa den Titel.

Der Chef des nationalen olympischen Komitees Neuseelands, Kereyn Smith, hatte im Vorfeld der Spiele betont, dass Hubbard alle Vorgaben und Kriterien für eine Olympia-Teilnahme erfüllt habe: "Wir erkennen an, dass die Geschlechtsidentität im Sport ein hochsensibles und komplexes Thema ist, das eine Balance zwischen Menschenrechten und Fairness auf dem Spielfeld erfordert", sagte sie. So hatte sie unter anderem nachweisen müssen, dass ihr Testosteronspiegel im Blut vor ihrem ersten Wettkampf mindestens 12 Monate lang unter 10 Nanomol pro Liter gelegen hatte.

Eine Trans-Medaille wird es trotz der Niederlage von Hubbard in Tokio geben: Die trans und nichtbinäre Person Quinn hat sich mit Kanada für das Finale des Fußball-Frauenwettbewerbs qualifiziert und hat damit Silber sicher (queer.de berichtete). (cw)



#1 andreAnonym
  • 02.08.2021, 19:36h
  • Beim 2. Versuch war die Hantel sogar oben. Aber 2 von 3 Kampfrichtern sahen ein "Nachdrücken". Ich nicht. Na gut bin kein Fachmann. Der Kampfrichter der gültig gegeben hat war aus Polen. Beim 1. und 3. Versuch hat Sie die Hantel, nach hinten abgeworfen. Der Kommentator meinte, viel zu schnell oben, deshalb überzogen. Vielleicht aufgeregt.
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#2 LunaAnonym
  • 03.08.2021, 05:42h
  • Es ist traurig, aber als Trans Person muss ich mich ja fast schon freuen, dass sie verloren hat, denn sonst hätte es wieder eine riesige Hass-Welle gegeben. Gab auf Twitter aber trotzdem wieder massig Transphobie und die Diskussion ob das ganze fair ist, obwohl sie verloren hat.
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