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"Massive strukturelle Probleme"

Bayern bekommt queeres Netzwerk, aber keinen Aktionsplan gegen LGBTI-Feindlichkeit

Zwar weigert sich die bayerische Staatsregierung als einziges Bundesland nach wie vor, mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Immerhin soll jetzt aber ein landesweites queeres Netzwerk aufgebaut werden.


Carolina Trautner sperrt sich weiter gegen einen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie – warum sie das tut, verrät sie aber nicht (Bild: Twitter / Bayerisches Sozialministerium)

Die regionalen queeren Akteur*innen in Bayern sollen besser vernetzt werden. Dieses Ziel wurde am Montag bei einer Veranstaltung des bayerischen Sozialministeriums vorgegeben, bei der auch Ministerin Carolina Trautner (CSU) anwesend war. Queere Organisationen sollen demnach eine bayernweite Plattform aufbauen, über die sich queere Menschen informieren und regionale Akteur*innen vernetzen können. Bestehende queere Initiativen, die etwa in der Beratung queerer Menschen arbeiten, sollen so gestärkt werden.

Das Projekt soll laut dem ebenfalls beteiligten bayerischen Landesverband des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) dazu beitragen, dass "dringend benötigte Strukturen aufgebaut und Fachkräfte sowie Behörden, Verwaltungen und das Gesundheitswesen sensibilisiert werden". Das sei notwendig, weil in Bayern "massive strukturelle Probleme" bestünden, so LSVD-Landesvorstandsmitglied Markus Apel. "Sowohl die mangelhafte Beratungsinfrastruktur als auch ein fehlender Aktionsplan mit koordinierten Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt machen es Menschen im Freistaat schwer, sicher und frei zu leben. Der Lesben- und Schwulenverband freut sich gerade deshalb sehr auf die Zusammenarbeit in dieser bayernweit einzigartigen Kooperation", erklärte Apel weiter. Insbesondere im ländlichen Raum bestehe Nachholbedarf.

Das Modellprojekt wird für zweieinhalb Jahre durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanziert. Insgesamt betrage die Fördersumme laut dem Ministerium 786.000 Euro.

Die vom LSVD erneut angesprochene Forderung nach der Verankerung eines umfassenden Aktionsplans für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt verweigert die aus CSU und Freien Wählern bestehende bayerische Staatsregierung aber queeren Menschen weiter. Alle anderen 15 deutschen Länder haben diesen Schritt bereits gemacht, zuletzt das Saarland (queer.de berichtete).

Trautner: "Ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung"

Sozialministerin Trautner erklärte, mit dem jetzigen Projekt setze Bayern "ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung". Weiter erklärte die Christsoziale: "Die nun beginnenden Maßnahmen stellen einen wichtigen Schritt für ein bayernweites LSBTIQ-Netzwerk dar. Ich lade alle Initiativen, Organisationen und Akteure im LSBTIQ-Bereich herzlich ein, sich vor Ort in dieses Netzwerk einzubringen." In der Pressemitteilung erwähnt Trautner keine weiteren Pläne und geht nicht auf die Forderung nach einem Landesaktionsplan für LGBTI ein.

Bereits vor zwei Monaten wollte Trautner bei einer parlamentarischen Anfrage nicht verraten, warum ihr Bundesland einen Alleingang in dieser Frage bevorzuge (queer.de berichtete). In der Vergangenheit hatte die Staatsregierung schlicht behauptet, dass es in Bayern "keine Notwendigkeit" für ein derartiges Projekt gebe, da man "bereits auf allen fachlichen Ebenen Homophobie" entgegenwirke (queer.de berichtete). (dk)



#1 MagsAnonym
  • 03.08.2021, 16:13h
  • Super, eine Plattform auf der alle LGBTQ+ registriert sind. Könnte vielleicht dann auch so ein klein wenig missbraucht werden.

    Einen Aktionsplan braucht's nicht, hat man ja erst wieder in MUC gesehen. 13-jährige Mädchen die verprügelt werden. Das ist doch kein Grund für einen Aktionsplan. Da reicht doch auch eine schicke Plattform.

    Einfach unfassbar.
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