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"Theologisches"
Schwule als "Kolonie von Parasiten": Katholischer Herausgeber verteidigt Autor
In "Theologisches" ließ ein polnischer Priester seinem Hass auf sexuelle Minderheiten freien Lauf – und erhielt einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung. Der Herausgeber des katholischen Magazins will das nicht akzeptieren.

Die katholische Fachzeitschrift "Theologisches" macht gerne Stimmung gegen sexuelle Minderheiten (Bild: Twitter / Wolfgang F. Rothe)
- 4. August 2021, 10:06h 2 Min.
Der katholische Theologieprofessor Manfred Hauke, der Herausgeber der Fachzeitschrift "Theologisches", hat im österreichischen Portal kath.net die Veröffentlichung von zwei homophoben Artikeln des polnischen Priesters und Publizisten Dariusz Oko verteidigt. Der 65-Jährige kritisierte außerdem, dass das Amtsgericht Köln wegen des ersten Teils einen Strafbefehl gegen den Autor sowie den Chefredakteur des Magazins erlassen hatte (queer.de berichtete).
Oko hatte in dem Artikel "Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen" erklärt, dass Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung grundsätzlich eine Gefahr für die katholische Kirche seien und deshalb nicht als Priester geduldet werden dürften. Schwulen Priestern warf er vor, eine innerkirchliche "Mafia" gegründet zu haben. In dem Artikel verwendete er in Bezug auf jene Gruppe Begriffe wie eine "Kolonie von Parasiten" oder "Krebsgeschwür" und behauptete, Schwule würden wegen ihrer sexuellen Orientierung generell eher Kinder sexuell missbrauchen als Heterosexuelle (queer.de berichtete).
Der Autor habe lediglich "die Alarmglocken läuten" wollen, so Hauke in dem am Mittwochmorgen auf kath.net veröffentlichten Interview. Kritik an einer "kriminellen Mafia" sei keine Volksverhetzung. Ferner erklärte er, dass es in Okos Artikel nicht um "Homosexuelle im Allgemeinen und nicht einmal pauschal um Kleriker mit gleichgeschlechtlichen Neigungen [geht], sondern um kriminelle Aktivitäten".
"Wir werden die Freiheit verteidigen"
Den Behörden warf er vor, mit dem Strafantrag Freiheiten einzuschränken – und gab sich kämpferisch: "Wir werden die Freiheit des Glaubens, der Meinung und der Wissenschaft gegen Übergriffe verteidigen. Wir wollen nicht vor dem degenerierten Zeitgeist auf die Knie fallen. Nur tote Fische schwimmen stets mit dem Strom."
Sowohl Oko als auch der "Theologisches"-Chefredakteur hätten "sofort" Einspruch gegen die Strafbescheide eingelegt. Nun werde es wohl zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung kommen.
Der Konflikt um den Artikel hat bereits die polnische Regierung gegen Deutschland aufgebracht. So erklärte Vize-Justizminister Marcin Romanowski vergangenes Wochenende: "Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten stellt eine Bedrohung der Grundfreiheiten und europäischen Standards dar" (queer.de berichtete). (dk)
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