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"Theologisches"

Schwule als "Kolonie von Parasiten": Katholischer Herausgeber verteidigt Autor

In "Theologisches" ließ ein polnischer Priester seinem Hass auf sexuelle Minderheiten freien Lauf – und erhielt einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung. Der Herausgeber des katholischen Magazins will das nicht akzeptieren.


Die katholische Fachzeitschrift "Theologisches" macht gerne Stimmung gegen sexuelle Minderheiten (Bild: Twitter / Wolfgang F. Rothe)

Der katholische Theologieprofessor Manfred Hauke, der Herausgeber der Fachzeitschrift "Theologisches", hat im österreichischen Portal kath.net die Veröffentlichung von zwei homophoben Artikeln des polnischen Priesters und Publizisten Dariusz Oko verteidigt. Der 65-Jährige kritisierte außerdem, dass das Amtsgericht Köln wegen des ersten Teils einen Strafbefehl gegen den Autor sowie den Chefredakteur des Magazins erlassen hatte (queer.de berichtete).

Oko hatte in dem Artikel "Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen" erklärt, dass Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung grundsätzlich eine Gefahr für die katholische Kirche seien und deshalb nicht als Priester geduldet werden dürften. Schwulen Priestern warf er vor, eine innerkirchliche "Mafia" gegründet zu haben. In dem Artikel verwendete er in Bezug auf jene Gruppe Begriffe wie eine "Kolonie von Parasiten" oder "Krebsgeschwür" und behauptete, Schwule würden wegen ihrer sexuellen Orientierung generell eher Kinder sexuell missbrauchen als Heterosexuelle (queer.de berichtete).

Der Autor habe lediglich "die Alarmglocken läuten" wollen, so Hauke in dem am Mittwochmorgen auf kath.net veröffentlichten Interview. Kritik an einer "kriminellen Mafia" sei keine Volksverhetzung. Ferner erklärte er, dass es in Okos Artikel nicht um "Homosexuelle im Allgemeinen und nicht einmal pauschal um Kleriker mit gleichgeschlechtlichen Neigungen [geht], sondern um kriminelle Aktivitäten".

"Wir werden die Freiheit verteidigen"

Den Behörden warf er vor, mit dem Strafantrag Freiheiten einzuschränken – und gab sich kämpferisch: "Wir werden die Freiheit des Glaubens, der Meinung und der Wissenschaft gegen Übergriffe verteidigen. Wir wollen nicht vor dem degenerierten Zeitgeist auf die Knie fallen. Nur tote Fische schwimmen stets mit dem Strom."

Sowohl Oko als auch der "Theologisches"-Chefredakteur hätten "sofort" Einspruch gegen die Strafbescheide eingelegt. Nun werde es wohl zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung kommen.

Der Konflikt um den Artikel hat bereits die polnische Regierung gegen Deutschland aufgebracht. So erklärte Vize-Justizminister Marcin Romanowski vergangenes Wochenende: "Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten stellt eine Bedrohung der Grundfreiheiten und europäischen Standards dar" (queer.de berichtete). (dk)



#1 BobAachenProfil
#2 KrawinklAnonym
  • 04.08.2021, 13:36h
  • "Wir wollen nicht vor dem degenerierten Zeitgeist auf die Knie fallen. Nur tote Fische schwimmen stets mit dem Strom."

    Das ist AfD-Neusprech. Zeigt, wes Geistes Kind der Herr Professor ist.
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#3 AtreusProfil
  • 04.08.2021, 13:45hSÜW
  • Diese Menschen sind doch längst in Schlüsselpositionen innerhalb der BRD vorgedrungen. Als aktuelle Beispiele seien mal nur Opus Dei in Form Nathanael Liminski's genannt, die rechte Hand Armin Laschets und Rundfunkbeirat des Öffentlich Rechtlichen oder abgeurteilte Rechtsradikale, die für MdB's der AfD in Büros innerhalb des Bundestages arbeiten und von Steuermitteln finanziert werden. Ist es bekannt? Ja! Stört es die Mehrheit der Bundesbürger*innen? Nein! Jedenfalls ist mir kein Aufschrei bekannt.
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#4 SchleicheRAnonym
  • 04.08.2021, 14:21h
  • Antwort auf #2 von Krawinkl
  • Das ist nicht nur "AfD-Neusprech", das ist nationalsozialistischer Sprachgebrauch.

    de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus

    Auszug aus Besondere Merkmale:
    "Unter anderem wurden Menschengruppen als Krebsgeschwür bezeichnet, und ..."

    "So schrieb Hitler in Mein Kampf: Der Jude ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie..."

    Auf kath.net wird Rothe als Kinderschänder bezeichnet und es finden sich dort auch Worte zur Ungleichbehandlung von CSD´s und Querdenker-Demos.
    Der nationalsozialistische Sprachgebrauch scheint sich prima in der katholischen Kirche Polens etabliert zu haben und wird nicht einmal annähernd von benachbarten Kirchen widersprochen.
    Eine Kirche die entmenschlicht und hetzt... Das ist doch eigentlich Tradition ihres Teufels. So gesagt ist die Kirche ihr eigener Antichrist, den sie so fürchten. Apokalypse now! - Dann sind wir sie los ;)
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#5 antosProfil
  • 04.08.2021, 17:39hBonn
  • >>Der Autor habe lediglich "die Alarmglocken läuten" wollen, so Hauke in dem am Mittwochmorgen auf kath.net veröffentlichten Interview. Kritik an einer "kriminellen Mafia" sei keine Volksverhetzung. Ferner erklärte er, dass es in Okos Artikel nicht um "Homosexuelle im Allgemeinen und nicht einmal pauschal um Kleriker mit gleichgeschlechtlichen Neigungen [geht], sondern um kriminelle Aktivitäten".<<

    Die Lügenhaftigkeit, mit der sich Herr Hauke - seines Zeichens u. a. Experte für, ja mei, Mariologie - vor oder (DramaQueen24, aufgepasst, hier liegt, schon etwas müde, ein Herrenwitz für dich bereit!) hinter den offensichtlich schon vor Jahren trostlos durchgeknallten polnischen >Philosophen< (Krakau, na logo: Johannes-Paul-II.-Universität) stellt, wird von eben diesem >Philosophen< und >Seelsorger< Okoja ja selbst bloß- und ausgestellt - dekretierte der doch bereits 2013 ante Christum natum in einem seiner erbärmlichen Hetzartikel unumwunden und ein für allemal:

    >>Für den gesunden Menschenverstand ist die Akzeptanz der Homosexualität selbstverständlich undenkbar.<< (S. 47).

    Den ganzen Hatespeech gibt es hier (S. 47ff):
    www.theologisches.net/files/2013%20-%20Theol%20-%201%20+%202
    .pdf


    Ich rate allen Journalist_innen und Anwält_innen Okos bösartigen Schrieb von 2013 sowie den weiter auffindbaren Rotz mit zu bedenken und Herrn Hauke sowie Herrn Oko wünsche ich persönlich das ewige Fegefeuer.

    Eure Spackokalypse, Jungs - jetzt bricht sie an!
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#6 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 04.08.2021, 17:54h
  • Nuja, mehr mit dem rechtspopulistisch-konservativen Strom zu schwimmen als sie es da tun muss man aber auch erstmal schaffen.
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#7 swimniAnonym
  • 04.08.2021, 17:55h
  • die wissenschaft kommt durch propagandistisch-hetzende tiraden auf den hund. polen quo vadis?
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#8 userer
  • 04.08.2021, 18:01h
  • Finde ich prima, dass Hauke seine Position und mangelnde Einsichtsfähigkeit jetzt so klar und deutlich veröffentlicht hat. So kann die Staatsanwaltschaft sehen, dass keine Chance auf Einsicht oder Besserung besteht, und von mildernden Umständen absehen, sondern sofort Gefängnishaft statt Bewährung in Ansatz bringen.
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#9 FinnAnonym
  • 04.08.2021, 18:12h
  • Die Katholen werden sich niemals ändern...

    Die Kinderschänder in den eigenen Reihen decken, aber liebende Menschen als "Parasiten" bezeichnen oder mit anderem Nazi-Jargon belegen.

    Da hilft nur eines:
    Kirchenaustritt
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#10 daVinci6667
  • 04.08.2021, 19:05h
  • Sie wollen also ihre Freiheit verteidigen weiter gegen uns zu hetzen? Was passieren wird wenn man in Polen und Ungarn nicht einschreitet kann man sich denken.

    "Kolonie von Parasiten" "Krebsgeschwür" "Mafia" "LGBTI-freie Zonen sogenannte "Kinderschutzgesetze" usw. Und die kath. Kirche hetzt an vorderster Front wieder mit!

    Alles erinnert verheerend an die beginnenden 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals gab es auch judenfreie Zonen. Die Sprache ist genau dieselbe, da kann ich den Vorkommentatoren nur recht geben. Wir wissen was nach der Hetze folgt. Es folgen die Taten: Es folgen "Säuberungen"
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