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"Theologisches"

So spielt Professor Hauke Homo-Hass herunter

Es ist geradezu erschreckend, wie ein deutscher Theologieprofessor versucht, tief sitzenden Hass auf sexuelle Minderheiten zu rechtfertigen.


Manfred Hauke tut in seinem Interview auf kath.net so, als ob sich der in seinem Magazin "Theologisches" veröffentlichte Artikel des polnischen Priesters Dariusz Oko mit "kriminellen Aktivitäten" befasst, aber keinen Hass auf sexuelle Minderheiten verbreite (queer.de berichtete). Dabei zeigt der Theologieprofessor, der an der Theologischen Fakultät Lugano lehrt, wie der konservative Teil der katholischen Kirche noch immer nicht homosexuelle Menschen als gleichwertig akzeptieren kann.

Haukes Verteidigungslinie ist klar: Autor Dariusz Oko kritisiere im Artikel nicht pauschal schwule Männer, sondern wehre sich gegen den Einfluss Krimineller in der Kirche, die nun mal homosexuell seien. Dabei verdreht er aber bewusst die Tatsachen: Natürlich geht es im ganzen Artikel darum, dass schwule Männer minderwertig und gefährlich seien. So werden heterosexuelle Priester etwa als "normal" bezeichnet, während schwulen Männern – einzig wegen ihrer sexuellen Orientierung – Probleme attestiert werden, "sich geistig normal zu entwickeln". Dass der Artikel getarnt als "wissenschaftlicher Aufsatz" daherkommt, macht ihn nicht besser.

Hauke versucht auch herunterzuspielen, dass Oko schwule Priester pauschal als Mitglieder der "Homomafia" ansieht. So sagt er im Interview:

Falsch ist es auf jeden Fall, die Kritik an einer kriminellen Mafia, die stärkste Ausdrücke gebraucht, als "Volksverhetzung" darzustellen. Dann müsste die deutsche Justiz auch jede Kritik an der sizilianischen Mafia verbieten mit der Begründung, dabei würde ein Teil der sizilianischen Bevölkerung verächtlich gemacht.

Der Sizilien-Vergleich hinkt jedoch: Niemand würde in einem Artikel über die sizilianische Mafia fünf Millionen Sizilianerinnen und Sizilianern pauschal unterstellen, wegen ihrer Herkunft kriminell zu sein. Oko unterstellt jedoch Schwulen wegen ihrer sexuellen Orientierung pauschal, nicht "normal" zu sein. Diese Unterscheidung in "normale" und "anormale" Menschen ist – wie wir aus der Geschichte wissen – höchst gefährlich.

Letztlich stellt Oko schwule Männer mit Begriffen wie "Parasiten", "Krebsmetastasen" und "homosexuelle Plage" als Gefahr dar und macht sie pauschal zu Sexualstraftätern. Das wird mit Sicherheit als Aufforderung nach Ausgrenzung – letztlich nach Ausmerzung einer Plage – verstanden. Wenn das keine Volksverhetzung ist, was dann?



#1 KMBonnProfil
  • 04.08.2021, 13:32hBonn
  • Ach ja, die Katholiban aus dem Katholischen Staat, angeführt von Ordo Iuris, Radio Maria und der Johannes-Pul II.-Fanbase.

    Man kann über diese Sklavenhalter im Namen der Bibel lachen oder sich aufregen, ändern werden die sich nicht, denn sie sind "im Auftrag des Herrn" unterwegs.

    Oder man amüsiert sich über diese armen Tröpfe, ohne dabei zu vergessen, welchen Haß sie in die Gesellschaft bringen und dass nicht wenige Polen und Polinnen darunter leiden, egal ob sie nun zur LGBTIQ-Community gehören oder zu dem Teil der Bevölkerung gehören, denen der katholisch-reaktionäre Klüngel auf den Geist geht.

    Wir schicken diese Woche ein paar Päckchen nach Polen, mit einem Brief an Vize-Justizminister Romanowski, den wir auch ins Polnische übersetzen ließen sowie zwei Tassen aus dem Bundesamt für magische Wesen mit folgendem Aufdruck:

    Federalny Urzd ds.
    Stworze Magicznych wyjania:

    Jaka jest rónica midzy
    homoseksualnym wampirem
    a katolickim ksidzem?
    U homoseksualnego wampira
    dzieci s w dobrych rkach.

    Podp. Edmund F. Dräcker

    sowie

    Federalny Urzd ds.
    Stworze Magicznych wyjania:

    Biblia, Koran, Tora i Harry Potter
    maj jedn rzecz wspóln.
    S ksikami. Ale w imi Harrego
    Pottera nikt nie jest terroryzowany.
    Czytajcie wic wicej Harrego
    Pottera, a reszt wyrzucie do mieci.

    Podp. Edmund F. Dräcker

    Der Brief, den wir schon veröffentlicht haben, findet sich hier:

    bundesamt-magische-wesen.de/dariusz-oko-bafmw-praesident-sch
    reibt-an-polens-vizejustizminister/


    Ändern wird es natürlich nichts, aber wir haben zumindest etwas Spaß dabei.
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#2 swimniAnonym
  • 04.08.2021, 17:24h
  • man kann nur hoffen, dass das gericht stark genug bleibt und sich ganz auf seine nüchterne arbeit konzentriert. die gefahr, dass durch politischen druck der strafbefehl nicht aufrechterhalten bleibt, ist leider gegeben. die katholische mafia arbeitet mit allen tricks - ueberall. schade dass so wenig offizielle fürsprache für hernn rothe, den anzeigenerstatter öffentlich wahrnehmbar ist, weder von der politik noch von den kirchen oder der gelehrtenwelt.
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#3 antosProfil
#4 Alexander_FAnonym
  • 04.08.2021, 23:24h
  • Wie jemand jetzt, nachdem auch die letzten Feigenblätter gefallen sind und die Menschen scharenweise die Kirche verlassen, überhaupt noch allen Ernstes für eine Institution wie die katholische Kirche eintreten, geschweige denn für einen ihrer Vertreter, der selbst das von Hass entartete Geschwür ist, das er in unsereinem sieht, ist mir einfach unbegreiflich.
    Wer es noch nicht getan hat: Kirchenaustritt, jetzt. Noch in diesem Jahrzehnt muss die Mitgliederzahl auf Null fallen. In Deutschland schaffen wir das allemal.
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#5 KMBonnProfil
  • 05.08.2021, 09:52hBonn
  • Antwort auf #4 von Alexander_F
  • Das werden wir kaum erleben. Wie auch bei anderen extremistischen Ideologien, z.B. der von den Schwurbelprinzen à la Hildmann und Naidoo sowie Verschwörungsfetischisten verbreiteten kruden Ideen, gibt es immer Personen, die so etwas glauben wollen und müssen, weil es ihrem verkorksten Leben einen Sinn gibt.

    Und man darf nicht ignorieren, was sog. Basischristen, Freikirchler etc. anzurichten in der Lage sind. In Deutschland ist Religion teilweise auf dem Rückzug, aber den harten Kern derer, die ihr Leben nach "Gott" und seinen angeblichen Schriften ausrichten, den wird es genauso geben wie Nazis, Antisemiten und ähnlich liebenswerte Zeitgenossen - manchmal ist das ja sogar deckungsgleich.

    Es ist und bleibt ein Kampf.
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#6 Alexander_FAnonym
#7 KratzbürsteAnonym
  • 06.08.2021, 11:41h
  • Antwort auf #5 von KMBonn
  • Dabei wäre noch hinzuzufügen, dass der Mensch von der CDU, der gerne Kanzler sein möchte, offen geäußert hat, dass er durch seinen katholischen Glauben nicht den Ansporn hat, diese Welt zu verbessern (bzw. zu einem Paradies zu machen). Nach dem Tod gibt es ja den Himmel, das reicht doch.

    Inwiefern er das verbinden kann mit der Überlieferung, dass laut Jesus reiche Menschen niemals in den Himmel kommen, er selbst aber gerade für diese Klientel Politik macht, das wurde leider nicht gefragt...

    Ebenso wenig wurde gefragt, was denn passiert, wenn sich herausstellt, dass sein imaginärer Buddy gar nicht existiert
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