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Hass im Staats-TV

IOC verurteilt LGBTI-feindliche Beleidigungen im russischen Fernsehen

Der Olympia-Sender in Russland macht queere Teilnehmer*innen bei den Spielen lächerlich. Das ruft jetzt das IOC auf den Plan.


Russischer Humor: Ein TV-Moderator macht sich über trans Athletin Laurel Hubbard lustig (Bild: Screenshot Perwy kanal)

Das Internationale Olympische Komitee hat die Anfeindungen und Beleidigungen von homosexuellen und transgeschlechtlichen Sportlerinnen und Sportlern im russischen Staatsfernsehen verurteilt. "Diskriminierung hat bei den Olympischen Spielen absolut nichts zu suchen", sagte ein IOC-Sprecher am Mittwoch. "Wir werden die Angelegenheit entsprechend weiterverfolgen und haben mit unserem Vertragspartner in Russland Kontakt aufgenommen, um uns Klarheit über die Situation zu verschaffen und die Grundprinzipien der olympischen Charta zu unterstreichen."

In einer Sendung im staatlich kontrollierten Perwy kanal, der auch die Olympiade überträgt, trat Moderator Anatoli Kutschijew mit Zöpfchen-Perücke auf, um die trans Gewichtheberin Laurel Hubbard nachzuäffen. Dazu behauptete er, dass trans Menschen grundsätzlich "Psychopathen" seien, die behandelt werden müssten.

In einer Talkshow des Staatssenders Rossija 1 sagte der Duma-Abgeordnete Alexej Schurawljow zudem kürzlich über den schwulen Turmspringer Tom Daley: "Wir stehen entschlossen gegen diese ganze Plumpheit und diese Perversion. Wir sind gegen diese Abscheulichkeit." Dazu benutzte er ein abwertendes russischen Schimpfwort über Schwule und erklärte, dass homosexuelle Männer und trans Frauen ihn grundsätzlich "anekeln". Die Rossija-1-Moderatorin unterstützte dabei die Homophobie ihrer Gäste – und erklärte etwa, dass die EU ungerechtfertigterweise Ungarn und Polen bestrafe, nur weil "die Mehrheit dort Homosexualität ablehnt".

Russische Staatssender stellen die Gleichberechtigung queerer Menschen oft als westlichen Versuch dar, die russische Gesellschaft zu verweichlichen und den russischen Staat zu schwächen. Auch die Regierung verbreitet diese Botschaft: Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte der russische Außenminister Sergei Lawrow etwa in mehreren Sprachen ein Essay, in dem er dem Westen "aggressive LGBT-Propaganda" vorwarf (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 GodzillaAnonym
  • 04.08.2021, 15:58h
  • Ja, verurteilt der IOC, ist ja schön, verbietet aber gleichzeitig Gesten der Solidarität unter und für LGBTI+, da kann ich das IOC also eher nicht ernst nehmen.
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#2 FinnAnonym
  • 04.08.2021, 18:16h
  • Wenn man ein Zeichen für Vielfalt und Freiheit setzt, ist das IOC immer ganz schnell mit Sanktionen.

    Mal gespannt, ob das IOC bei dieser menschenverachtenden Hetze auch ähnlich schnell mit Sanktionen ist.

    Oder ist das beim IOC doch nur einseitig?
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#3 lindener1966Profil
#4 fuepetProfil
#5 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 05.08.2021, 01:14h
  • Liebes IOC,

    Worten müssen auch TATEN folgen, sonst wird man unglaubwürdig! Oder ist Geld und Macht wichtiger als Moral bei Euch?
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#6 DramaQueen24Ehemaliges Profil
#7 UnmenschlichAnonym
  • 05.08.2021, 12:03h
  • Antwort auf #6 von DramaQueen24
  • Der Verweis auf Änderungen vor Ort und dass alle Bedrohten besser dort bleiben sollen könnte direkt aus dem BAMF kommen und sucht an Gleichgültigkeit gegenüber bedrohten Menschen ihresgleichen. Natürlich argumentiert es sich leicht derart von oben herab, wenn man so was aus dem vergleichsweise gemütlichen Deutschland ablässt.
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#8 Korinthen KKAnonym
  • 05.08.2021, 18:22h
  • "Russische Staatssender stellen die Gleichberechtigung queerer Menschen oft als westlichen Versuch dar, die russische Gesellschaft zu verweichlichen und den russischen Staat zu schwächen"

    Fragt sich, WER verweichlicht ist, wenn man indirekt zugibt, dass man so leicht zu schwächen ist, und wenn man 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion sich noch immer nicht damit abfinden kann und versucht in anderen Länder n mitzumischen.
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#9 dellbronx51069Anonym
#10 WadimAnonym
  • 07.08.2021, 00:18h
  • Aber den staatlich geförderten Doping im russischen Sport kritisiert die russische TV-Propaganda nicht.
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