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Nürnberg

Regenbogen- statt Deutschlandfahne – Staatsschutz ermittelt

Unbekannte ersetzten die Nationalflagge an der Nürnberger Burg durch eine Prideflagge. Der "Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Staates" richtet sich nicht gegen LGBTI-Aktivist*innen.


Die Kaiserburg ist das Wahrzeichen von Nürnberg (Bild: W. Bulach / wikipedia)

Zu Update springen: Aktivist*innen melden sich zu Wort

In Nürnberg haben Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch unter anderem die Deutschlandflagge der Nürnberger Kaiserburg eingeholt und durch eine Regenbogenfahne ersetzt. Das meldete die Polizei der fränkischen Metropole am Mittwochmittag.

Laut Polizeibericht merkte ein Passant gegen 1.30 Uhr, dass sich mehrere Personen an einem Fahnenmast der Aussichtsplattform an der Burg zu schaffen machten. Offenbar befestigte dort eine Gruppe von etwa zehn Personen ein Transparent. Der Passant alarmierte die Polizei.

Auch Bettlaken mit "klimapolitischen Parolen" aufgehängt

Als ein Streifenwagen am "Tatort" eintraf, waren die unbekannten Personen nicht mehr vor Ort. "Die Beamten stellten jedoch fest, dass im Bereich der Nürnberger Kaiserburg zwei, mit klimapolitischen Parolen beschmierte, Bettlaken aufgehängt waren", heißt es im Polizeibericht. "Nächster Stopp Ökozid" und "Think global, act local" stand darauf, erklärte ein Polizeisprecher später gegenüber dpa. In der Mitteilung hieß es weiter: "Zudem holten die Unbekannten die am Fahnenmast angebrachte Deutschlandflagge ein und hissten stattdessen eine regenbogenfarbene Flagge."

Die Kriminalpolizei sucht nun Zeug*innen des Vorfalls. Da es sich um politische Parolen handle, ermittle das Fachkommissariat für Staatsschutz, sagte der Polizeisprecher. Es bestehe der "Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Staates". Die Deutschlandflagge hänge mittlerweile wieder am Mast, sagte er weiter. Sie sei in der Nähe gefunden worden

In Nürnberg finden seit 22. Juli die Pride-Weeks statt. Höhepunkt ist die CSD-Demonstration am Samstag, den 7. August unter dem Motto "Queer Europe – Du hast die Wahl". Treffpunkt ist um 12.15 vor dem Opernhaus auf dem Richard-Wagner-Platz. (cw/pm)

Nachträglich ergänzt durch Slogans, Zitate des Polizeisprechers und die gefundene Deutschlandfahne.

 Update  06.08.: Aktivist*innen melden sich zu Wort

Das Nachrichtenportal nordbayern hat nach eigenen Angaben am Donnerstag mit drei Teilnehmer*innen der Flaggentausch-Aktion gesprochen. Die Deutschlandfahne sei kein Angriffsziel gewesen, erklärte demnach eine Aktivistin. Man habe vor der Bundestagswahl den Fokus auf Klimaschutz lenken wollen.

Gemalt worden seien die Transparente in einem Nürnberger Klimacamp. "Daran haben weit über hundert Menschen gearbeitet, Passanten und sogar Kinder, die einfach zufällig vorbeigekommen sind", zitiert nordbayern die junge Frau. "Das ist eine Kollektivleistung der Gesellschaft in Nürnberg."

Um die Transparente an der Burg anzubringen, hätten sie in den vergangenen Wochen extra klettern gelernt, erklärten die Klimaaktivist*innen weiter. So hätten sie sich sich mit professioneller Ausrüstung an der Steilwand der Aussichtsplattform abgeseilt.

Der Polizei wollen sie sich nicht stellen. "Formal ist das eine Bagatelle", meinte ein Teilnehmer der Aktion. "Das hier ist keine terroristische Zerstörungswut, aber ist es zu befürchten, dass die Staatsanwaltschaft maximales Strafmaß fordert."

Zum Fahnentausch erklärte der Aktivist: "Vielleicht wirkt es so, als hätten Klimaschutz und die Regenbogenflagge erst einmal nichts miteinander zu tun, aber das ist nicht so." Sie stehe allgemein für marginalisierte oder unterdrückte Gruppen. Diese würden die Folgen des Klimawandels deutlicher spüren als "ich als weißer Mann", so der Klimaschützer. "Der Kampf muss gemeinsam geführt werden."



#1 AutumnRiverProfil
  • 04.08.2021, 20:12hKöln
  • "Im Verdacht stehen keine LGBTI-Aktivist*innen."

    Ääh, und warum bitte nicht?
    Also dass das Rechte waren, entbehrt wohl jeglicher Logik! Und dann noch mit dem Klimaaktivismus dazu!
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#2 WayneAnonym
  • 04.08.2021, 21:34h
  • Das ist schon richtig heftig. Ich hoffe die bekommen zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras und eine BEPO-Hundertschaft zur Aufklärung. Ich gehe nicht mehr aus der Hütte, bis der Spuk vorbei ist.
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#3 DasGrüneEinhornAnonym
  • 05.08.2021, 11:28h
  • Warum sollen das keine LGBTIQA+ Aktivistis gewesen sein, wenn sie auch Klimabanner gehängt haben? Gibt es keine queeren Klimaschützer*innen? Eure Brille wieder!
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#4 EinChaserAnonym
  • 05.08.2021, 12:53h
  • Schlimm wäre es nur, wenn in die Aufklärung mehr "Energie" gesteckt wird, als in die Aufklärung bei Vandalismus an Schwulen Denkmälern.
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#5 chooAnonym
  • 05.08.2021, 17:42h
  • Staatsschutz ermittelt. Genau. Wegen ner Regenbogenflagge. Haben ja auch sonst aktuell keine anderen Probleme auf diesem abge****** Planeten...
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#6 KaiJAnonym
  • 05.08.2021, 18:28h
  • Es bestehe der "Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Staates". Wie kann etwas den Staat verunglimpfen, dass seine Grundordnung darstellt? Das wäre ja wohl sehr widersinnig, zumal die Bettlaken ja nun nicht das Tauschobjekt waren.
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#7 fredinbkkkAnonym
  • 06.08.2021, 04:06h
  • Nürnberg und Fahnen,,,

    besser tausend Regenbogenfahnen,

    als nur eine Fahne der braunen Vergangenheit,

    Nürnberg noch immer bekannt für die andre Art von Fahne....

    möge diese Zeit nie wiederkehren....

    was ein ungeheuerliches Vergehen....

    EINE REGENBOGENFAHNE
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#8 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 06.08.2021, 09:20h
  • Ein "Fahnentausch" ist in jeder aufgeklärten Demokratie ein No-Go. Und, Strafe haben die Täter dafür verdient. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Flagge Deutschlands hängenzulassen, und darunter die Regenbogenflagge zu befestigen?
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#9 DramaQueen24Ehemaliges Profil
#10 find_den_fehlerAnonym