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Wahlkampf

Wegen Queerpolitik: AfD wirft CSU "linke Identitätspolitik" vor

Die in Umfragen unter Druck stehende Rechtsaußenpartei setzt im Wahlkampf immer mehr auf Homo- und Transphobie – auch mit skurrilen Vorwürfen.


Die AfD macht deutlich, dass sexuelle und geschlechtliche Minderheiten für sie nicht "normal" seien

Für die Bundestagswahl hat die AfD den Slogan "Deutschland. Aber normal" ausgewählt – und zeigt mit LGBTI-feindlichen Äußerungen nun deutlich, wen sie als nicht "normal" ansieht: So veröffentlichte die AfD Bayern eine Pressemitteilung, in der sie der CSU-geführten Landesregierung wegen einer Initiative zur Gründung eines queeren Netzwerks "linke Identitätspolitik" vorwarf.


(Bild: Facebook)

"Mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket bedient die Staatsregierung die Forderungen einer kleinen, aber lautstarken Lobbygruppe, nämlich der Aktivisten der sogenannten LGBTIQ-Community", empörte sich Jan Schiffers, der kinder- und jugendpolitische AfD-Sprecher im Landtag. Mit Schaum vor dem Mund fuhr der Rechtspopulist fort: "Gewählt oder anderweitig demokratisch legitimiert wurden dieses Lobbyvertreter nie – dennoch maßen sie sich an, für Menschen mit homosexueller oder anderer sexueller Orientierung als Sprecher aufzutreten."

Tatsächlich hatte Landessozialministerin Carolina Trautner (CSU) am Dienstag angekündigt, dass die Landesregierung bis 2023 insgesamt 786.000 Euro zur Verfügung stellen würde, um ein landesweites queeres Netzwerk aufzubauen (queer.de berichtete). Allerdings lehnt es Bayern nach wie vor ab, LGBTI-Feindlichkeit wie in allen anderen 15 Ländern mit einem umfassenden Landesaktionsplan zu bekämpfen. Dieser wird von LGBTI-Aktivist*innen seit Jahren gefordert, da laut einer Studie die Hälfte der queeren Menschen im Freistaat Diskriminierungserfahrungen hat (queer.de berichtete).

Die AfD ignoriert allerdings derartige Studien. So behauptete Schiffers in seiner Wut-Pressemitteilung: "Der überwiegende Teil der Menschen, die – wie sich die Staatsregierung ausdrückt – zum LGBTIQ-Personenkreis zählen – benötigt aber keinerlei Beratungsangebote, sondern lebt frei und selbstbestimmt sein Leben." Die veranschlagten Gelder sollten seiner Meinung nach eingesetzt werden, um Familien zu entlasten.

Nicole Höchst verbreitet Nonsens-Meldung über trans Journalistin

Auch andere Politiker*innen der AfD versuchen, mit LGBTI-Feindlichkeit Stimmen zu erhaschen – und nehmen es dabei mit der Wahrheit nicht so genau. Am Sonntag erklärte die AfD-Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst etwa, die trans WDR-Journalistin Georgine Kellermann habe behauptet, "dass sie sich 'an ihren Tagen' Erdbeer-Marmelade in den Slip schmiert". Ein entsprechender offensichtlich gefälschter Tweet hatte zuvor die Runde in sozialen Netzwerken gemacht. Höchst verknüpfte ihren Twitter-Eintrag zudem mit Gedanken über den Rundfunkbeitrag, obwohl die Journalistin ihr Profil ausdrücklich privat betreibt.

Kellermann erwiderte umgehend: "Sehr geehrte Frau Höchst, ich habe das nie geschrieben. Ich denke, das ist Ihnen auch klar. Aber das interessiert Sie nicht. Sie machen einmal mehr Stimmung gegen einen Menschen, den Sie nicht einmal persönlich kennen." Die Journalistin ergänzte: "Ich bin eine Frau und so möchte ich von Ihnen angesprochen werden. Ihre Respektlosigkeit zeigt mir einmal mehr, was ich von Menschen wie Ihnen zu erwarten habe." Als Postskriptum fügte sie an: "Bitte entschuldigen Sie sich nicht. Ich würde es Ihnen nicht abnehmen."

Twitter / GeorgineKellerm
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Höchst hatte in den letzten Tagen mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen um die Stimmen von Homo-Hasser*innen geworben. So veröffentlichte sie am 28. Juli auf Facebook eine lange Abhandlung mit der Überschrift "Regenbogen, Regenbogen über alles". Darin beklagte sie, das Symbol sei "gekapert" worden und stehe "für totalitäre Vielfaltsdoktrin und Weltherrschaftsambitionen". Weiter schrieb sie: "Wir von der AfD wollen nicht unter der Knute des pervertierten Regenbogens in die von Cassandra beschrieben dystopische und menschenverachtende Zukunft."


(Bild: Facebook)

Am Dienstag beklagte sich Höchst außerdem über das "Regenbogenpropagandabüchlein" mit dem Titel "Raffi und sein pinkes Tutu" von Riccardo Simonetti, das kürzlich im Happy Meal des Schnellrestaurants McDonald's enthalten war (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / GeorgineKellerm
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#1 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 05.08.2021, 13:35h
  • Ich glaube nicht, dass Frau Kellermann in ihrem Alter noch eine Periode hätte, wenn sie denn cisgeschlechtlich wäre.
    Aber was erwarten ich auch an Logik von solchen grotesken Menschen? Der "gesunde Menschenverstand" geht bei denen nur an, wenn er hilft die eigene Hetze zu bestätigen. Ansonsten kommen nur sinnentleerte Aussagen.
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#2 SakanaAnonym
  • 05.08.2021, 13:47h
  • Antwort auf #1 von PhoebeEulenbaer
  • Die AfD ist in jeglicher Hinsicht für absolut gar nichts zu gebrauchen und belastet die Steuerzahler:innen über Gebühr mit ihrer Anwesenheit in allen legislativen Kammern in den Bundesländern und im Bundestag. Neben ihrer Queerfeindlichkeit kümmert sie sich auch keinen Deut um die Klimakrise und verbreitet sogar da Fake News in ihrem schlechten Wahlprogramm

    www.volksverpetzer.de/analyse/afd-klimaluegen/

    Ich bin regelrecht angwidert von dieser Partei und ihren Vertreter:innen.
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#3 Grete WurmAnonym
  • 05.08.2021, 13:58h
  • Denen geht doch die Pumpe, weil sie wahrscheinlich vom 3. Platz bei der letzten BTW dieses Mal auf dem 5. Platz landen werden. Nichts mehr mit Oppositionsführerschaft.

    Verstehe trotzdem nicht, warum man nicht diese Alice Weidel mehr mit solchen Hasstreibern konfrontiert und sie dabei auch nicht einfach mit Phrasen entkommen lässt. Solch ein Paradoxon und keiner nimmt es auf. Sollen sie doch bei ihr mal den sogenannten Normalitätsscheck machen gruselig.
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#4 HystorikerAnonym
  • 05.08.2021, 14:21h
  • Bitte eines nie vergessen: Der Faschismus braucht die Unterstützung einer bürgerlichen Mitte, die politische Vorarbeit leistet, sich nicht distanziert, politisch und ideologisch kooperiert und gleichzeitig diese Kooperation abstreitet. Diese Unterstützung hat er in Deutschland immer gehabt und hat sie auch heute. Da gibt es keinen Anfängen zu wehren. Das hat nie aufgehört.
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#5 so issesAnonym
#6 mind_the_gap
#7 swimniAnonym
  • 05.08.2021, 16:58h
  • deutschland braucht keine afd, die gelder die dadurch eingespart werden (unsinnige brasilienreisen zu bolsonaro etc.) können familien jeglicher art zufließen.
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#8 häääAnonym
  • 05.08.2021, 18:52h
  • Antwort auf #7 von swimni
  • was haben denn jetzt familien damit zu tun? familien kriegen in dieser republik geld und bevorzugungen sowieso schon vorne und hinten reingestopft. ist sowieso eine phantomdiskussion, die du aufmachst, aber wenn, dann sollten projekte für queere jugendliche unterstützt werden.
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#9 ArbeiterkindAnonym
#10 KölnfischAnonym
  • 05.08.2021, 19:28h
  • Antwort auf #8 von häää
  • Bitte sprachlich und gedanklich nicht auf das
    asoziale AfD-Prollniveau absinken.
    Unser Staat mag Familien vielleicht finanziell
    gut unterstützen; aber erbärmlich gering ist die Zahl derjenigen Kinder, denen damit dann auch Gutes widerfährt. Bildungsferne beispielsweise
    ist nicht einfach so mit Geld beizukommen.
    Niemand kann sich seine Familie aussuchen;
    nicht wenige Kinder ziehen leider kein gutes Los
    fürs Leben. Und obere Bevölkerungsschichten
    mögen keinen Zuwachs, der von unten kommt.
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