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"Wir finden diese Zensur widerlich"

Instagram sperrt Profil der Freien Wuffel

Ein deutscher Petplayer-Verein beklagt "Zensur" durch einen großen Social-Media-Konzern – und will deshalb die deutsche Justiz einschalten.


Die Freien Wuffel wollen doch nur spielen… (Bild: Facebook / Freie Wuffel e.V.)

Freie Wuffel e.V., ein Verein für Petplayer, hat am Mittwoch beklagt, dass ihr Instagram-Profil gesperrt worden ist. Bis Donnerstag habe es keinerlei Begründung für den Schritt des amerikanischen Social-Media-Netzwerks gegeben, so der queere Fetischverein.

Auf Facebook erklärten die Aktivisten, der Schritt von Instagram verstoße gegen das im Grundgesetz garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung. "Wir finden diese Zensur widerlich und verabscheuungswürdig und werden das auch den deutschen Justizbehörden vortragen", so die Freien Wuffel. Besonders verwerflich sei, dass es gerade einen Verein erwische, der sich "mit behinderten Menschen und allen in der queeren Community […] mildtätig beschäftigt". Weiter erklärten die Wuffel: "Medienmogule und raffgierige internationale Konzerne dürfen nicht die Hoheit über unsere Demokratie erlangen."

BLITZ: Instagram hat unseren Account gesperrt! Heute ging der Beitrag von Radio Duisburg online. Wir vermuten: Zensur...

Posted by Freie Wuffel e.V. on Tuesday, August 3, 2021
Facebook / Freie Wuffel e.V.
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Die Sperrung erfolgte, kurz nachdem der Lokalradiosender Radio Duisburg einen Bericht über den Verein auf Instagram veröffentlicht hatte. Dieser ist bis heute online.

Die Freien Wuffel waren im vergangenen Jahr gegründet worden (queer.de berichtete). Auf ihrer Website heißt es zum Vereinsziel: "Als 'Freie Wuffel' wollen wir dem Petplay in allen Facetten neue Impulse geben und dabei aus Erfahrungen lernen." Zudem soll der Verein dabei helfen, "Kontakte zu anderen Furries, Wuffeln, Petplayern, Handlern, Trainern und Petplay-Interessierten zu knüpfen". Dazu nehme man unter anderem "an Veranstaltungen wie CSDs, Stammtische und anderen Events teil". Als Leitsätze hat sich der Verein verschrieben, frei von Age-Shaming, Body-Shaming, Gear-Shaming, Gender-Shaming, Handycap-Shaming, Label-Shaming, Native-Shaming und Poor-Shaming zu sein.

WUFF! Wir reden nicht nur über SocialPetplay, sondern leben es! Dazu gehören auch unsere Grundsätze des nopoorshaming,...

Posted by Freie Wuffel e.V. on Thursday, July 29, 2021
Facebook / Freie Wuffel e.V.
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Die eigentlich harmlose Petplayer-Community ist bis heute noch vielen Menschen in- oder außerhalb der queeren Community ein Dorn im Auge: So versuchte der CSD Bremen dieses Jahr, Petplayer und andere Fetischfans vom Event auszuschließen (queer.de berichtete). Nach Kritik ruderten die Pride-Veranstalter*innen zurück (queer.de berichtete).

2018 hatte die Essener Polizei ein Fetischmasken-Verbot für den CSD ausgesprochen, obwohl gerade in dieser Region Masken zu Karneval nie ein Problem darstellen (queer.de berichtete). Später sprach die Staatsmacht von einem "bedauerlichen Missverständnis" (queer.de berichtete).

Auch aus der Politik wird Stimmung gegen Fetischfans gemacht: So bezeichnete der Münchner SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post Petplayer auf Twitter pauschal als "abstoßend". (cw)

Twitter / mrohrlack

 Update  06.08.: Hirschfeld-Stiftung fordert Entsperrung



#1 RalphAnonym
  • 05.08.2021, 17:57h
  • Bei allem Verständnis für den Ärger: die Argumentation ist hanebüchend. Grundrechte sind Abwehrrechte gegen den Staat, nicht gegen Unternehmen oder Privatleute. Dafür gibt es Gesetze. Man müsste also ein Gesetz finden, gegen das Instagram verstösst. Und da wird es dünn. Denn rechtlich kann Instagram auf seine Plattform lassen wen es will - oder eben nicht.
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#2 So wie derAnonym
  • 05.08.2021, 18:58h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • ...Wind in dieser Zeit weht, ist es ja kein Wunder, dass der erste Kommentar die Sperrung rechtfertigt. Tut es wirklich so gut, auf Minderheiten innerhalb der Minderheit herumzutrampeln, mit welcher Begründung auch immer?

    "Es ist halt so" war übrigens noch nie ein besseres Argument.
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#3 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 05.08.2021, 19:06h
  • Hmmm, was soll mir denn das "eigentlich harmlos" sagen?
    Dass Verständnis da ist für Leute, die das vom Augenscheinlichen her nicht so sehen?
    Oder eher eine Differenzierung zu nicht-so-harmlosen Fetischleuten, wer auch immer sich davon dann angesprochen fühlen soll?
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#4 SchonProfil
#5 FalBeProfil
  • 05.08.2021, 20:55hHannover
  • Antwort auf #2 von So wie der
  • Nein da hat der Ralph schon recht, sein Kommentar ist einfach ganz objektiv richtig.

    Ich würde es schön finden wenn man hier Verständnis für die Betroffenen äußern und sich trotzdem kritisch mit Inhalten auseinander setzen kann :)
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#6 So wie derAnonym
  • 05.08.2021, 21:37h
  • Antwort auf #5 von FalBe
  • ...Ralph das formuliert, mag das juristisch unanfechtbar sein. Letztlich rechtfertigt er das Ganze allerdings einfach mit "So ist halt die Rechtslage". "Kann man halt nix machen." (Wie ich schon sagte: letztlich "Es ist halt so.")

    So manches ist aber eben so, wie es juristisch ist, trotzdem nicht richtig.

    Ich wage mir nicht vorzustellen, wie es gewesen wäre, hätte man damals bei Stonewall ähnlich "argumentiert": "Es ist halt so. Kann man halt nix machen." "Bei allem Verständnis, aber gegen die Rechtslage kommt man nicht an."

    Merkste was?
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#7 NicoleiAnonym
  • 05.08.2021, 22:14h
  • Wenn Grundrechte allein Abwehrrechte gegenüber dem Staat sind, weshalb gibt es dann seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?
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#8 AndreasAnonym
  • 06.08.2021, 00:20h
  • Unabhängig von der Rechtslage.
    In Ordnung finde ich die Sperrung/Löschung nicht.

    Allerdings ich finde es auch in Ordnung, wenn jemand das als abstoßend empfindet und auch sagt. Denn auch das gehört zur Meinungsfreiheit. Es gibt aber eine Lösung. Weggucken. Zumindest bei Insta oder auch in Dating-Apps geht das. Mir persönlich gehen die meisten Fetische auf den Zeiger. Nicht, weil sie eklig oder aufdringlich wären, Sondern, weil sie meistens affektiert und künstlich daher kommen. Mensch, gibt es noch Schwuppen, die einfach fi**** wollen? *lach*.

    Ansonsten... Macht doch wie Ihr wollt. Wer braucht Insta? Wer Euch liebt, der findet Euch. Wetten?
    Wir sehen uns dann beim CSD und feiern. Feddich.
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#9 Lars3110
  • 06.08.2021, 02:51h
  • Interessant.
    Gestern hat YouTube ein Video von mir, welches fast 9 Jahre unbehelligt online stand als Erwachsenenkontent eingestuft.
    Inhalt: Impressionen von Folsom Europe Straßenfest von 2012.
    Zu sehen, nichts anstößiges, nichts nacktes, aber jede Menge Pet Player. Ob es da einen Zusammenhang gibt?
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#10 fredinbkkkAnonym
  • 06.08.2021, 04:52h
  • wäre ich ein kleines Kind würde ich mich sicher fürchten,denn die schwarzgrünen,blauen oder roten Hundemasken sehen nicht gerade freundlich aus,Mich würden sie nicht ansprechen,es gäbe sicher auch schönere Hunde und Pferdemasken.
    Aber sollen sie doch tuen was ihnen Spass macht,wer sowas nicht sehen will muss nicht hinschauen...
    Warum muss man das sperren,wird Fasching nun auch gesperrt?

    Solange sie nur bellen und wiehern und nicht beissen und ausschlagen .....

    lasst den Menschen doch ihre Freude am v erkleiden ......

    wie sagt man in Köln ..jeder Jeck ist anders
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