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Rheinland-Pfalz

Mainz: Gedenkstele für verfolgte queere Menschen beschmiert

Bereits kurz nach ihrer Einweihung wurde die Stele im Regierungsviertel mit roter Farbe beschädigt.


Die Stele nach der Farb-Attacke (Bild: QueerNet Rheinland-Pfalz)

Unbekannte haben die erst vor zwei Wochen in Mainz eingeweihte Gedenkstele für Menschen attackiert, die wegen ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung verfolgt wurden. Die Stele wurde großflächig mit roter Farbe beschmiert, wie das rheinland-pfälzische Familienministerium am Donnerstag mitteilte.

Staatssekretär David Profit (Grüne), der auch Landesbeauftragter für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität ist, zeigte sich entsetzt. Die Schändung des Gedenkorts sei ein Angriff auf "die schwulen, lesbischen, bisexuellen, transidenten, intersexuellen und queeren Opfer von staatlicher Willkür". Dies sei beschämend und traurig. "Das passt auch nicht zu unserer Lebensart in Rheinland-Pfalz und Mainz."

Profit kündigte eine Anzeige bei der Polizei an. Das QueerNet Rheinland-Pfalz kommentierte: "Falls es eines Belegs bedurft hätte, wie notwendig die neue Mainzer Stele zum Gedenken an verfolgte und diskriminierte queere Menschen ist: nur drei Wochen nach der Enthüllung hätten wir ihn." Um so wichtiger sei es, am Sonntag beim CSD Mainz auf die Straße zu gehen. Der Pride ist in diesem Jahr als Fahrrad-Demo geplant.

Erinnerung und Ermahnung

Die Stele auf dem Ernst-Ludwig-Platz mitten im Mainzer Regierungsviertel war am 21. Juli 2021 vom rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Hendrik Hering (SPD), der rheinland-pfälzischen Familienministerin Katharina Binz (Grüne), dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und QueerNet-Vorstand Joachim Schulte eingeweiht worden (queer.de berichtete).

Das Denkmal aus der Reihe "Historisches Mainz – Gedenken, Mahnen, Handeln" war vor über zwei Jahren einstimmig vom Stadtrat beschlossen worden, um Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit in Mainz verfolgt wurden, einen Ort der Erinnerung zu geben.

Am 13.02.2019 hatte der Stadtrat der Landeshauptstadt Mainz beschlossen, eine Stele zum Gedenken an die Verfolgung von...

Posted by QueerNet Rheinland-Pfalz e.V. on Wednesday, July 21, 2021
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Die Stele ewähnt zudem, dass Queerfeindlichkeit noch lange nicht Geschichte ist. "Wir erinnern an alle Menschen, die für ihre Art zu lieben oder zu leben großes Leid angetan wurde oder die dafür sterben mussten", heißt es im Text des Mahnmals. "In vielen Staaten geschieht das noch immer. Auch in der Bundesrepublik gibt es bis heute Einstellungen, Strukturen und Gesetze, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente, Intergeschlechtliche und Queere (LSBTIQ) benachteiligen. Nur unser fortwährender Einsatz hilft, dies zu verändern. Die Menschenrechte brauchen stets und überall unseren Schutz, damit wir alle frei und selbstbestimmt leben können." (cw/pm/dpa)



#1 KaiJAnonym
  • 05.08.2021, 18:52h
  • Hab' doch grad' den Kommentar zur gehissten Regenbogenflagge abgeschickt und finde hier die Aufgabe für einen Staatsschutz u.a. eben zur Ermittlung wegen "Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Staates", gegen dessen Grundordnung hier fundamental verstossen wird.
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#2 PeerAnonym
  • 06.08.2021, 09:47h
  • Wie pervers und degeneriert muss man sein, um Gedenkstätten für verfolgte Menschen zu zerstören?!

    Das können nur überzeugte Faschisten tun, die keinerlei Gewissen haben.
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#3 zundermxeAnonym
  • 06.08.2021, 11:56h
  • Manchmal vermute ich, dass es längst kein Zufall mehr ist, was wir ganz alltäglich zur Kenntnis nehmen müssen.
    Sicher gibt es auch (spontane) Einzeltäter*innen.
    Doch die Vielzahl scheint einen Markt für Hass, Hetze und Gewalt zu offenbaren. Ob in verschiedenen Gruppen oder Foren, ein zumindest diffuses Netzwerk, dass eine Art der ständigen Bedrohung und des Ausdrucks des vermeintlichen Volkswillen vermitteln und erzeugen will.
    Die Fußtruppen der Faschisten.
    Bleibt nur abzuwarten, ob und in welcher Form Staat und Politik sich dem endlich stellen wollen.

    Heute so notwendig und klar, wie zu dunkelsten Zeiten: wir dürfen alles sein, bloß nicht leise und unpolitisch.
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