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Lockdown möglich

Israel: Rechte Partei macht CSD für steigende Coronazahlen verantwortlich

Der erneute Anstieg der Covid-19-Infektionen in Israel sei auf die Pride-Parade Ende Juni in Tel Aviv zurückzuführen, behauptet der als queerfeindlich bekannte Vorsitzende der Religiös-Zionistischen Partei.


Bezalel Smotrich, Vorsitzender der Religiös-Zionistischen Partei und Mitglied der Knesset, fiel bereits mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen auf

In Israel hat die orthodox-jüdische, nationalistische Partei HaTzionut HaDatit (Der Religiöse Zionismus) einen Schuldigen für die steigenden Coronazahlen ausgemacht. Der erneute Anstieg der Infektionen sei auf die Pride-Parade in Tel Aviv Ende Juni zurückzuführen, erklärte Parteichef Bezalel Smotrich am Mittwochabend im Parlament. "Das ungebührliche Verhalten in Tel Aviv hat den Ausbruch gestartet."

Bei der Pride-Parade in Tel Aviv hatten Ende Juni über 100.000 Menschen fröhlich und ausgelassen für LGBTI-Rechte demonstriert – die allermeisten ohne die empfohlene, aber nicht vorgeschriebene Maske (queer.de berichtete). Der israelische Gesundheitsminister Nitzan Horowitz, der selbst offen schwul ist, nannte die Äußerungen von Smotrich am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter eine Mischung aus "Ignoranz, Populismus, Frustration und Hass".

Twitter / NitzanHorowitz

Bezalel Smotrich, ein bekannter Gegner von LGBTI-Rechten, war in den vergangenen Jahren in Israel mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen aufgefallen. Zuletzt hatte er im März gleichgeschlechtliche Ehen mit Inzest verglichen.

Mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag

Israel galt bei der Bekämpfung der Pandemie lange als Musterland. Etwa 58 Prozent der Bevölkerung von rund 9,3 Millionen Menschen sind geimpft. Mehr als 262.000 Menschen haben bereits eine dritte Impfung erhalten. Zuletzt wurden jedoch an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag registriert, am Mittwoch waren es 3.430 neue Fälle.

Ministerpräsident Naftali Bennett appellierte am Donnerstag an alle über 60-Jährigen, die noch keine dritte Impfung erhalten haben, sich in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu verhalten. Menschenmengen sollten vermieden werden, ebenso Kontakte mit möglichen Infizierten. "Wenn Sie Ihre Enkel treffen, dann draußen und mit Maske", hieß es im Appell des Regierungschefs. Die Gefahr einer Infektion sei etwa sechsmal so hoch wie bei denjenigen, die bereits eine dritte Impfung vor fünf oder mehr Tagen erhalten hätten.

Neuer Lockdown nicht mehr ausgeschlossen

Ein hoher Beamter des Gesundheitsministeriums hält einen Lockdown noch vor dem Monatsende nicht mehr für unmöglich. "Derzeit würde ich keinen Lockdown verhängen", betonte Nachman Ash, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, am Donnerstag im israelischen Militärrundfunksender. Er hoffe, dass die dritte Impfung für über 60-jährige und die vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen griffen. Sollte es aber bei der andauernd hohen Zahl der Neuinfektionen bleiben, "müssen wir in zwei oder drei Wochen eine andere Entscheidung treffen. (cw/dpa)



#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 06.08.2021, 09:14h
  • Was tun Rechtspopulisten, Fanatiker und Nazis, die an der Macht sind? Sie lenken von inneren Problemen ab, und kreieren einen Feind von außen. So machten es die Nazis mit den Juden, und so macht es diese rechts Partei in Israel mit der Gemeinschaft: Wir sind an allem schuld!
    Darauf, dass sie selbst an der Misere schuld sind, kommen sie nicht, denn es sind in Israel rechte und religiöse Fanatiker, die sich weigern, Abstand zu halten oder Maske zu tragen.
    Solche Idioten gibt es auch bei uns. Leider!
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#2 LotiAnonym
  • 06.08.2021, 09:38h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Wären da nicht diese jüdischen religiösen und rechten Fanatiker, gäbe es mit Sicherheit längst auch eine Zweistaatenlösung mit dem Palästinensischen Volk. Tel Aviv gilt nicht ohne Grund als eine Hochburg der Toleranz. Die Jugend begehrt schon lange gegen die Alten Zöpfe in der Regierung mit recht auf.
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#3 PeerAnonym
  • 06.08.2021, 09:52h
  • Steigende Corona-Zahlen haben vor allem damit zu tun, dass die Impfquote auch in Israel noch viel zu gering ist.

    Man kann ja jetzt nicht ewig auf seine Grundrechte wie z.B. Versammlungsfreiheit verzichten. Der einzige Ausweg aus Corona ist, dass sich genug Menschen impfen lassen (und auch nicht die Zweitimpfung ausfallen lassen ohne die es nichts bringt).
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#4 PeerAnonym
#5 Ganze WahrheitAnonym
  • 06.08.2021, 10:29h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Ja, es wird immer gerne darauf verwiesen, was Israel falsch macht, aber nicht, was die andere Seite macht.

    Ohne Zweifel macht auch Israel Fehler. Aber was ist mit der Gegenseite? Wenn von der Gegenseite laufend Raketen abgeschossen werden (die meisten werden nur glücklicherweise rechtzeitig abgefangen), Tunnel gebaut werden um Israelis zu entführen, etc. dann muss Israel sich auch verteidigen können. Dass Israel sich mit seiner militärischen Stärke besser verteidigen kann, ist ja nicht deren Schuld.

    Und dann immer dieses "Gebiete zurückgeben". Sorry, aber das ist nun wirklich ein dummes Argument, denn wenn man so argumentiert, dann wäre das dort alles israelisch. Denn dort haben schon Israelis gesiedelt, als es noch keine andere Religion in der Region gab.

    Ja, eine Zwei-Staaten-Lösung wäre eine Lösung. Aber man darf nicht immer nur Israel Vorwürfe machen, wenn die Schuld der anderen Seite mindestens genauso groß ist. Denn in weiten Teilen hat die andere Seite kein Interesse an einer Zwei-Staaten-Lösung, sondern will das allenfalls als Zwischenschritt zum eigentlichen Ziel der Vernichtung Israels und aller Juden, was viele wollen und was nicht übersehen werden sollte.
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#6 LotiAnonym
  • 06.08.2021, 10:37h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Ohne jeden Zweifel. Da stimme ich Dir zu. Aber schaut man sich gerade die Jugend in Israel an, weiß man das sie extrem die Schnauze voll haben und sich wahrlich einen Frieden beiderseits herbeisehnen tun. Ich sprach einmal in Berlin mit einer gelehrten Jüdin darüber, die den liberalen Flügel angehört. Sie sagte mir unverhohlen, das auch in Berlin immernoch die alten Zöpfe maßgeblich am Machterhalt kleben und keinen Widerspruch dulden.
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#7 PartyStattVernunftAnonym
  • 06.08.2021, 10:42h
  • Nun ja, 100 000 Menschen überwiegend maskenlos in enger räumliclhe Nähe sind in diesen Zeiten fraglos der reine Irrsinn.
    Daraus saugen solche Leute wie Smotrich selbstverständlich Honig für ihre widerliche Sache. Allerdings, inwiefern seine Behauptung unzutreffend wäre, ist aus dem Artikel nicht zu ersehen. Was spricht denn faktisch dagegen, dass Smotrich (leider) recht hat?
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#8 LotiAnonym
  • 06.08.2021, 11:09h
  • Antwort auf #5 von Ganze Wahrheit
  • Du behauptest eine Zweistaatenlösung wäre der Untergang Israels? Verstehe ich Dich da richtig? Im übrigen haben schon in tiefster Vergangenheit ALLE Religionen in Jerusalem friedlich miteinander zusammengelebt. Das Problem ist beiderseitig hausgemacht und ja die Hamas gilt es in erster Linie frontal zu bekämpfen. Sie ist eindeutig eine Terrororganisation. Und Deutschland schiebt denen sogar noch Geld zu.
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#9 SakanaAnonym
#10 zundermxeAnonym
  • 06.08.2021, 11:23h
  • Das Bild vom Hirten und der Herde ist mir von meiner ehemaligen Religionszugehörigkeit vertraut.
    Und dies Prinzip ist in allen Weltreligionen fest verankert.
    Der Hirte braucht Wachhunde um die Herde beisammen zu halten.
    Dies sind diese bösartigen, überaus destruktiven und völlig verlogenen Hetzer, die wir als maßgeblichen Teil aller Weltreligionen erleben müssen.
    Doch weder die Hirten noch die Herde wollen in ausreichender Zahl die Notwendigkeit erkennen, dass sie sich von Hass und Hetze dieser Leute endgültig trennen müssen, wenn ihr Gebäude nicht durch Gleichgültigkeit und Gewalt unwiederbringlich zerstört werden soll.

    Nicht alle Menschen brauchen oder wollen glauben.
    Die, die ihren Glauben retten wollen, müssen ihre Kirche verlassen.
    Alles andere ist zumindest vorsätzlicher Selbstbetrug und endet in faktischer Unterstützung dieser Struktur(en) der Menschenverachtung.
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