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Lockdown möglich
Israel: Rechte Partei macht CSD für steigende Coronazahlen verantwortlich
Der erneute Anstieg der Covid-19-Infektionen in Israel sei auf die Pride-Parade Ende Juni in Tel Aviv zurückzuführen, behauptet der als queerfeindlich bekannte Vorsitzende der Religiös-Zionistischen Partei.

Bezalel Smotrich, Vorsitzender der Religiös-Zionistischen Partei und Mitglied der Knesset, fiel bereits mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen auf
- 6. August 2021, 05:42h 2 Min.
In Israel hat die orthodox-jüdische, nationalistische Partei HaTzionut HaDatit (Der Religiöse Zionismus) einen Schuldigen für die steigenden Coronazahlen ausgemacht. Der erneute Anstieg der Infektionen sei auf die Pride-Parade in Tel Aviv Ende Juni zurückzuführen, erklärte Parteichef Bezalel Smotrich am Mittwochabend im Parlament. "Das ungebührliche Verhalten in Tel Aviv hat den Ausbruch gestartet."
Bei der Pride-Parade in Tel Aviv hatten Ende Juni über 100.000 Menschen fröhlich und ausgelassen für LGBTI-Rechte demonstriert – die allermeisten ohne die empfohlene, aber nicht vorgeschriebene Maske (queer.de berichtete). Der israelische Gesundheitsminister Nitzan Horowitz, der selbst offen schwul ist, nannte die Äußerungen von Smotrich am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter eine Mischung aus "Ignoranz, Populismus, Frustration und Hass".
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Nitzan Horowitz (@NitzanHorowitz) August 5, 2021
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Bezalel Smotrich, ein bekannter Gegner von LGBTI-Rechten, war in den vergangenen Jahren in Israel mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen aufgefallen. Zuletzt hatte er im März gleichgeschlechtliche Ehen mit Inzest verglichen.
Mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag
Israel galt bei der Bekämpfung der Pandemie lange als Musterland. Etwa 58 Prozent der Bevölkerung von rund 9,3 Millionen Menschen sind geimpft. Mehr als 262.000 Menschen haben bereits eine dritte Impfung erhalten. Zuletzt wurden jedoch an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag registriert, am Mittwoch waren es 3.430 neue Fälle.
Ministerpräsident Naftali Bennett appellierte am Donnerstag an alle über 60-Jährigen, die noch keine dritte Impfung erhalten haben, sich in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu verhalten. Menschenmengen sollten vermieden werden, ebenso Kontakte mit möglichen Infizierten. "Wenn Sie Ihre Enkel treffen, dann draußen und mit Maske", hieß es im Appell des Regierungschefs. Die Gefahr einer Infektion sei etwa sechsmal so hoch wie bei denjenigen, die bereits eine dritte Impfung vor fünf oder mehr Tagen erhalten hätten.
Neuer Lockdown nicht mehr ausgeschlossen
Ein hoher Beamter des Gesundheitsministeriums hält einen Lockdown noch vor dem Monatsende nicht mehr für unmöglich. "Derzeit würde ich keinen Lockdown verhängen", betonte Nachman Ash, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, am Donnerstag im israelischen Militärrundfunksender. Er hoffe, dass die dritte Impfung für über 60-jährige und die vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen griffen. Sollte es aber bei der andauernd hohen Zahl der Neuinfektionen bleiben, "müssen wir in zwei oder drei Wochen eine andere Entscheidung treffen. (cw/dpa)














Darauf, dass sie selbst an der Misere schuld sind, kommen sie nicht, denn es sind in Israel rechte und religiöse Fanatiker, die sich weigern, Abstand zu halten oder Maske zu tragen.
Solche Idioten gibt es auch bei uns. Leider!