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Bundestagswahl 2021

Grüne Kandidatin: SPD-Politiker "missbraucht" die Regenbogenfahne

Florian Post hat verkleidete CSD-Besucher als "abstoßend" bezeichnet, im Wahlkampf plakatiert er jetzt die Regenbogenfahne. Seine grüne Gegenkandidatin wirft dem Sozialdemokraten Populismus vor.


Florian Post stellt seine Kampagne auf Twitter vor

Doris Wagner, die Münchner Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis München-Nord, hat ihrem direkten SPD-Kontrahenten Florian Post in der "Abendzeitung" vorgeworfen, die Regenbogenfahne in seiner Werbekampagne zu "missbrauchen". Post plakatiert derzeit in Regenbogenfarben mit dem Slogan "Vielfalt" – auf dem Plakat ist zudem der Begriff "Cancel Culture" durchgestrichen.

Wagner wirft Post vor, dass er sich gegen die queere Community positioniert: "In seinen Kolumnen und auf Social Media spricht Florian Post gleichzeitig von Gender-Gaga. Er macht sich über die Betroffenen lächerlich. Gleichzeitig fühlen sich Menschen darin bestärkt, dass es in Ordnung ist, zu diskriminieren. Schließlich hat Florian Post eine enorm große Reichweite." Sie erklärte, der SPD-Politiker sei "ausgesprochen populistisch" und fische an den Stammtischen. Er kritisiere viel, biete aber keine Lösung an.


Die Verteidigungsexpertin Doris Wagner war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordnete (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die Grünenpolitikerin erklärte, dass sie den Begriff Cancel Culture erst einmal googeln musste. Sie verwahrte sich aber dagegen, dass Post "gecancelt" werde: "Herr Post verwechselt Widerspruch mit Zensur."

Cancel Culture als Begriff

Der aus den USA stammende Begriff Cancel Culture umschreibt im allgemeinen Sprachgebrauch den Versuch, angebliches Fehlverhalten öffentlich zu ächten. Immer wieder gibt es Vorwürfe, dass insbesondere Prominente gecancelt werden, obwohl sie keines Verbrechens schuldig befunden worden seien. Beispiele sind Kevin Spacey, der nach Vorwürfen nicht mehr in Hollywood-Filmen spielen darf, oder J.K. Rowling, die nach transphoben Äußerungen scharf kritisiert wurde.

Insbesondere von Rechtsaußen wird Cancel Culture als Kampfbegriff genutzt: Die AfD hat die Ablehnung der Cancel Culture sogar ins Wahlprogramm geschrieben. Aber auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein Parteifreund Wagners, hat sich das Schlagwort und die dahinter liegende Kritik zu eigen gemacht (queer.de berichtete). Die Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht hat in ihrem umstrittenen Buch "Die Selbstgerechten" Cancel Culture als Kampagnen beschrieben, "deren erklärtes Ziel darin besteht, unliebsame Intellektuelle mundtot zu machen und sozial zu vernichten".

Post gibt sich queerkritisch und fühlt sich diskriminiert

Post hat sich in der Vergangenheit gegen die LGBTI-Community positioniert. So kritisierte er letzten Monat auf Twitter Petplayer, also als Tiere verkleidete CSD-Teilnehmer, als "abstoßend". Ein queerer Aktivist warf ihm daraufhin vor, die "volle Klaviatur der 'Schützt die Kinder'-Homophoben á la Orbàn und Putin" zu spielen.

Twitter / mrohrlack

Immer wieder erklärte Post in sozialen Medien, dass er angeblich ununterbrochen Opfer der Cancel Culture werde. Am Mittwoch postete er etwa: "Jetzt darf man nicht mal mehr Abschiebungen von Verbrechern nach #Afghanistan befürworten. Was darf man überhaupt noch sagen?" Grund war, dass eine Beschwerde gegen einen seiner Einträge bei Twitter eingegangen sei – diese wurde vom US-Konzern jedoch abgelehnt.

Twitter / FlorianPost
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Post war vor vier Jahren über die Landesliste in den Bundestag eingezogen, dieses Jahr wurde er aber nicht mehr aufgestellt. Deshalb möchte er das Direktmandat in München-Nord holen. Bei der letzten Wahl landete Post mit 26,0 Prozent achteinhalb Prozentpunkte hinter dem CSU-Kandidaten Bernhard Loos. Doris Wagner konnte damals mit 13,1 Prozent nur den dritten Platz erobern. (dk)



#1 SakanaAnonym
  • 06.08.2021, 15:31h
  • Muss wohl ziemlich starke Gründe gegeben haben, ihn von der Landesliste der BayernSPD auszuschließen. Finde seinen Wahlkampf mit diesem krachledernden Ansatz auch mehr als unterirdisch, mal abgesehen von dieser Spielerei mit queerfeindlichen Attitüden, um sich Stimmen zu sichern...

    Da hat die BayernSPD sicherlich bessere Kandidat:innen in den Wahlkreisen und auf der Landesliste für den Bundestag
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#2 Still_Ith_Ehemaliges Profil
  • 06.08.2021, 16:14h
  • Ich geb es zu, ich musste den Namen erst mit seinem Profilfoto sehen, aber, hach. Ja, es ist halt einer "dieser" Accounts, um den du bei den regelmäßigen Hasswellen gegen die eigene Community einfach nicht herumkommst. Wenn du irgendeinen Hate-Schub gegen trans*, Feminist*innen oder bloß irgendjemanden miterlebt hast, der*die sich pro Menschenrechte ausspricht, kannst du gar nicht anders, als dieses Profil und seine Anhänger*innen zu kennen.

    Dass der in der SPD ist statt in der AfD oder wenigstens Werteunion, hatte ich bislang noch gar nicht mitbekommen. Aber nuja, allzu viel ändert das an meinem Bild von seiner Partei nun auch nicht mehr.
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#3 dellbronx51069Anonym
#4 SchleicheRAnonym
  • 06.08.2021, 17:06h
  • Wenn man so seine Beiträge liest, is da total Chaos in dem Kopf. Der hat überhaupt keine Ahnung wohin er gehört oder worüber er spricht. Und tatsächlich macht er auch keine Vorschläge, was er anders machen würde.
    Nur Gemecker, populistisches BlaBla und übernimmt AfD Kampfbegriffe... als SPD-Mann!
    Der Typ is mehr quer, als er selbst denkt und weiß nicht, wer er ist...
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#5 SakanaAnonym
#6 swimniAnonym
#7 Taemin
  • 07.08.2021, 09:57h
  • Mich wundert immer wieder, wie viele Menschen in Deutschland alles sagen, was ihnen gefällt und anderen nicht, aber gleichzeitig erklären, dass sie genau das, was sie doch gerade sagen, nicht sagen dürfen. Es gibt keine Meinungsfreiheit mehr, erklären sie, und sie sind doch selbst das beste Beispiel, dass alle jeden Unsinn öffentlich reden dürfen.
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