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Berlin
Queerfeindliche Attacke mit Pistole: Tatverdächtiger identifiziert
Ein Mann, der offenbar aus LGBTI-Feindlichkeit eine nichtbinäre Person mit einer Pistole bedrohte, hat sich gestellt.
- 6. August 2021, 13:40h 2 Min.
Ein 34-Jähriger hat sich nach einer mutmaßlichen Attacke auf eine nichtbinäre Person am Donnerstagabend der Polizei gestellt. Er sei freiwillig auf einem Revier erschienen, teilte die Polizei mit. Der Mann wird verdächtigt, das Opfer am Tag zuvor offenbar aus Hass auf dessen Geschlechtsidentität mit einer Pistole bedroht zu haben (queer.de berichtete).
Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung sowie einer Wohnungsdurchsuchung, bei der auch die mutmaßlich genutzte Schreckschusspistole beschlagnahmt wurde, konnte der Mann nach Polizeiangaben die Dienststelle wieder verlassen. Weitere Angaben zu seiner Identität oder seinem Motiv machten die Behörden nicht. Die Ermittlungen durch den Polizeilichen Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes dauerten weiter an.
Kein Tatverdacht gegen Begleiterin
Mit dem Mann kam auch eine 25-jährige Frau auf die Dienststelle, die ebenfalls während der Tat anwesend gewesen sein soll. Gegen sie bestehe kein Tatverdacht. Vielmehr habe sie nach bisherigem Erkenntnisstand versucht, ihren Partner von der Handlung abzuhalten.
Die Attacke hatte sich gegen die 24-jährige nichtbinäre Person Toto Stoffels gerichtet, die in Berlin als Künstler*in und Fotograf*in arbeitet. Das mutmaßliche Opfer hatte in sozialen Netzwerken eine Videoaufzeichnung der Konfrontation veröffentlicht. Dazu hatte Stoffels angemerkt: "Jemand hat eine Pistole auf mich gerichtet… Es ist verdammt nochmal nicht sicher in Berlin für Queers!!"
Der Bericht über den Übergriff hatte Entsetzen ausgelöst. Auch der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt reagierte auf Twitter auf die Tat. Der Grünenpolitiker erklärte: "Queer- und Transfeindlichkeit sind auch in der Regenbogenstadt Berlin ein Problem, das wir bekämpfen müssen."
/ Dirk_BehrendtEnough is enough! Ich bin erschüttert vom Video der transfeindlichen Attacke in #Lichtenberg. Ich hoffe, die Polizei wird dem Täter schnell habhaft. Es zeigt einmal mehr: Queer- und Transfeindlichkeit sind auch in der Regenbogenstadt Berlin ein Problem, das wir bekämpfen müssen.
Dirk Behrendt (@Dirk_Behrendt) August 5, 2021
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Das Überfalltelefon Maneo hat für Sonntag um 17 Uhr zu einer Mahnwache am Tatort aufgerufen. UPDATE 7. August: Nach einigem Hin und Her findet die Kundgebung wie ursprünglich angekündigt in der Bernhard-Bästlein-Straße in Lichtenberg in der Nähe des REWE-Supermarktes statt. (cw)













